Kommentar zum Zapfenstreich von de Maizière: "Abgang im Zorn"

HNA-Redakteur Peter Klebe

Ex-Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat zu seinem Abschied Kritik an der Bundeswehr und den Verbündeten geübt. Ein Kommentar von HNA-Politikredakteur Peter Klebe.

Es war ein Abgang im Zorn, den Ex-Verteidigungsminister Thomas de Maizière beim großen Zapfenstreich an den Tag legte. Während sein Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg trotz unrühmlichen Abgangs selbstgefällig von einem bestellten Haus sprach, das er hinterlassen habe, fand de Maizière deutliche Worte der Kritik. Vieles sei nicht in Ordnung bei der Bundeswehr, es gebe Verbesserungsbedarf in der Truppe. Als wäre das noch nicht genug, gab es auch noch einen Seitenhieb gegen befreundete, verbündete Nationen wie Frankreich und Großbritannien. Deutschland brauche von ihnen keine Belehrungen über seine Auslandseinsätze. Die sonst üblichen Lobeshymnen zum Abschied klingen anders.

Das alles zeigt: Der 59-Jährige wäre gern Verteidigungsminister geblieben, hätte die Bundeswehr weiter entwickeln und zu höherem internationalen Ansehen führen wollen. In der Euro-Hawk-Affäre, als sein Rücktritt überfällig gewesen wäre, klebte er an seinem Sessel. Auch das ist ein Zeichen für seine Verbundenheit mit dem Amt.

Seine Nachfolgerin Ursula von der Leyen wird es nicht leicht haben. Natürlich wird de Maizière, der nun Innenminister ist, nach außen hin Kabinettsdisziplin üben. Aber dass er intern einer der schärfsten Beobachter und vielleicht auch Kritiker von Leyens Amtsführung wird, liegt auf der Hand. Spannende Zeiten für die Truppe und ihre Führung.

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