Sie haben die Wähler verschaukelt

Kommentar zu zersplitterten Rechten im EU-Parlament: Im Abseits

Geert Wilders und Marine Le Pen sind gescheitert. Noch bevor das neu gewählte Europäische Parlament am Dienstag kommender Woche seine Arbeit aufnimmt, ist ihr Traum von einer rechten Fraktion geplatzt. Ein Kommentar dazu vom Brüssel-Korrespondenten Detlef Drewes.

Sie haben ihre Wähler verschaukelt. Marine Le Pen und Geert Wilders, die beide zu Frontfiguren einer neu erstarkten Rechten in Europa aufsteigen wollten, stehen auf verlorenem Posten. Eine rechte Fraktion wird es nicht geben, weil beide ihre eigentlichen Motive nicht verhehlen konnten.

Das Gros der EU-Skeptiker und -Gegner wollte und will mit der Französin und dem provokanten Niederländer nichts zu tun haben. Gründe dafür gibt es viele: Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamhass – die beiden liefern nicht nur eine völlig undurchschaubare und wenig kompromissfähige inhaltliche Mischung, ihre Bilanz in der europäischen Volksvertretung fällt auch höchst miserabel aus.

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Was häufig vergessen wird: Sowohl Marine Le Pen als auch Geert Wilders wurden bereits 2004 in das Europäische Parlament gewählt. Der eine trat sein Mandat erst gar nicht an, die andere machte vor allem durch Abwesenheit von sich reden. Mit solchen Politikern wollten nicht einmal die britischen EU-Widersacher oder die deutsche AfD etwas zu tun haben. Das Ergebnis bestätigt frühere Analysen: Wer die nationalistische Karte in dieser Volksvertretung zu spielen versucht, findet sich schnell im politischen Abseits wieder. Genau das ist nun geschehen.

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