"Die Front bröckelt"

Kommentar zur Zinspolitik und Kosten für den Dispo: "Näher am Kunden"

Wolfgang Riek

Waschmaschinenreparatur, Wunsch-Fernseher oder als Krücke, um bis zum Monatsende über die Runden zu kommen - der Dispo muss es richten. Allerdings sind die Zinsen dafür teuer. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Riek.

Bankleistungen sind ein Paket, bei dem regionale Institute mit Filialnetz in der Fläche anders kalkulieren als Internet-Anbieter, die sich ländliche Geschäftsstellen sparen. Personal für Kundenservice kostet eben Geld - das kann jeder verstehen.

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Was immer weniger verstehen: Während Sparzinsen gegen null gehen und Ratenkredite sich um fünf Prozent Zinsen bewegen, gehen einzelne Institute bei Kontoüberziehung weiter mit bis zu 17 Prozent Zinsen richtig in die Vollen. Diese Front bröckelt aber. Ein Grund: Selbst kleinere Institute müssen sich im Zeitalter von Internet-Vergleichsportalen immer häufiger kritische Kundenblicke auf ihre Konditionen gefallen lassen.

Was Transparenz angeht, bietet das Internet auch ganz neue Möglichkeiten auf Kunden zuzugehen: Zinskonditionen lassen sich auf Homepages schnell auffindbar machen, aber auch hinter vielen Klicks verstecken. Warnhinweise, dass Konten ins Minus gehen, sind dank App und SMS längst nicht mehr an Kontoauszugsdrucker gekettet.

Frühe Beratung, Hinweise auf günstigere Kreditalternativen, zur Not auf die Schuldnerberatung sind näher am Kunden. Näher als hohe Strafzinsen für Dauerüberzieher. Die schrecken ab, helfen aber niemandem.

Mail an den Autor: wrk@hna.de

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