Holocaust-Mahnmal nachgebaut

Kommentar zur Kunst-Aktion vor Höckes Haus: Das geht zu weit

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Mit Guerilla-Schminke: Jenni Moli und Morius Enden vom Künstlerkollektiv Zentrum für Politische Schönheit in dem verkleinerten Nachbau des Berliner Holocaust-Mahnmals in Sichtweite des Grundstücks von AfD-Politiker Höcke in Bornhagen im Eichsfeld.

Künstler des "Zentrums für politische Schönheit" haben das Berliner Holocaust-Mahnmal nachgebaut - direkt vor dem Haus des AfD-Politikers Björn Höcke. Ihre Aktion geht teilweise zu weit, kommentiert HNA-Volontär Christopher Ziermann.

Die Aktivisten des „Zentrums für politische Schönheit“ haben ihren Protest direkt vor die Haustür des AfD-Politikers Björn Höcke getragen. Höcke hatte das Berliner Holocaust-Mahnmal als Denkmal der Schande bezeichnet. Das ist es nicht. Das Gedenken an den Massenmord an sechs Millionen Juden ist völlig zurecht ein wichtiger Teil der deutschen Staatsräson. Eine Schande war dagegen Höckes Aussage.

Es ist zwar ein radikaler Schritt, ihn daran vor seinem Privathaus zu erinnern, aber es ist auch legitim. Höcke provoziert mit rassistischen und völkischen Aussagen in einem Ausmaß, dass man ihm durchaus ein Denkmal als Denkanstoß vor die Tür setzen darf.

Björn Höcke

Doch die Aktivisten sind noch einen Schritt weiter gegangen: Sie haben Höcke monatelang auf seinem Grundstück beobachtet und gefilmt – auch seine Frau und seine vier minderjährigen Kinder. Das geht deutlich zu weit, ist wahrscheinlich sogar strafbar. In jedem Fall ist es nicht zu rechtfertigen. Die Familie kann sich nun nicht mehr sicher fühlen. Die Drohung der Künstler, Details aus Höckes Privatleben zu veröffentlichen, ist Erpressung.

Die Aktivisten zerstören so die Wirkung ihres legitimen Protests. Nun wird nicht über Höckes Aussagen debattiert, sondern darüber, ob man ihn als Privatmensch terrorisieren darf. Die Antwort lautet: Nein. In einem demokratischen Rechtsstaat hat jeder das Recht auf Privatsphäre. Auch Björn Höcke.

Hier liegt Bornhagen:

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