Verschnaufpause im Streit mit Europa

Donald Trump und die  Strafzölle: Der Zwietrachtsäer

US-Präsident Donald Trump gibt den Europäern bei den Strafzöllen eine verschnaufpause. Stattdessen belegt er die Chinesen mit milliardenschwerden Zöllen. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Vorerst gut, aber nicht besser: Verschnaufpause im Handelsstreit für die Europäische Union – und damit die deutsche Wirtschaft. Stattdessen hat US-Präsident Donald Trump China in den Blick genommen und will auf Hunderte chinesische Produkte Strafzölle verhängen.

Doch China steht wirtschaftlich viel besser da als noch vor ein paar Jahren. Es wird sich nicht zurücklehnen und ignorieren, dass seine Rechte und Interessen verletzt werden. Einen Vorgeschmack darauf, was denkbar ist, gaben die Chinesen kurz nach Trumps Wahlsieg: Sie ersetzten einen Boeing-Auftrag durch Airbus, stoppten die Einfuhr von Soja und Mais. Amerikanische Autos und das iPhone gehören nicht zu den Lieblingen des Massenmarktes China. Das Reich der Mitte braucht die US-Wirtschaft weniger, als es Trump lieb sein dürfte.

Trotz Verschnaufpause bleibt der Handelskrieg brandgefährlich. Denn Trump zwingt die Europäer zum Spagat: Sie müssen sich mit ihm gut stellen, dürfen es sich mit den Chinesen aber nicht verderben. Das wird schwierig, denn Zwietrachtsäer Trump wird versuchen, zwischen den Wirtschaftspartnern Unruhe zu stiften.

Die Pause erlaubt Europa, allenfalls Luft zu holen, da die USA ihren Handelskurs nicht korrigiert haben. Kein Land kann sich nach den vergangenen Wochen sicher sein, dass ihm protektionistische Querschläge aus Washington erspart bleiben. Für Europa sind die Chinesen mindestens so unverzichtbar wie die Amerikaner. 

Rubriklistenbild: © dpa

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