Konflikt mit Griechenland beigelegt

Kompromiss im Namensstreit: So heißt Mazedonien jetzt

+
Ein Mann jubelt zwischen mazedonischen Flaggen.

Seit 1991 ist Mazedonien unabhängig, doch der Weg in EU und Nato war der einstigen jugoslawischen Teilrepublik versperrt. Grund ist ein jahrelanger Namensstreit mit Griechenland. Doch der ist nun beendet.

Athen/Brüssel - Griechenland und Mazedonien haben ihren jahrelangen Streit um den Namen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik beigelegt. Damit wird auch der Weg frei für den Beitritt Mazedoniens zur Nato und für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen. EU und Nato reagierten hocherfreut auf die Einigung der Regierungschefs Mazedoniens und Griechenlands, Zoran Zaev und Alexis Tsipras.

„Unsere Nachbarn werden den Namen Republik Nord Mazedonien (slawisch: Severna Makedonija) haben“, sagte Tsipras am Dienstag in einer Ansprache, die das griechische Staatsfernsehen übertrug. Das Wichtigste dieser Vereinbarung ist laut Tsipras, dass der nördliche Nachbar Griechenlands nicht mehr mit dem antiken griechischen Mazedonien verwechselt werden kann. Vorangegangen waren mehrmonatige Verhandlungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UN).

Als Gegenleistung für die Namensänderung will sich Athen nicht mehr gegen den Beitritt dieser Republik zur Nato sperren und auch die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen nicht mehr blockieren, wie Tsipras mitteilte. Das griechische Parlament werde dies jedoch erst tun, wenn die Regierung des Nachbarstaates die Verfassungsänderung in die Tat umgesetzt habe, betonte Tsipras.

Der Namensstreit schwelt, seit Mazedonien 1991 als ehemalige Teilrepublik des zerfallenen Jugoslawiens die Unabhängigkeit errang. Griechenland lehnt den Landesnamen Mazedonien ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heißt. Athen befürchtete spätere Gebietsansprüche des nördlichen Nachbarn. Als UN-Mitglied firmiert das Land bislang unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM).

Die Bundesregierung begrüßte die Einigung als „großartige Nachricht“. „Skopje und Athen haben heute Geschichte geschrieben“, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD) in Berlin. Ein entscheidendes Hindernis für die Annäherung Skopjes an die EU und Nato sei damit aus dem Weg geräumt.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprachen in Brüssel von einer „historischen Vereinbarung“. Stoltenberg rief beide Länder auf, das Abkommen umzusetzen. Es werde Mazedonien den Weg in die Militärallianz ebnen sowie Frieden und Stabilität auf dem Balkan stärken. Mogherini und EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn setzen nun darauf, dass der EU-Gipfel Ende Juni den Weg zur Eröffnung von Beitrittsverhandlungen freimacht. Bereits am 17. April hatte die EU-Kommission die Aufnahme solcher Verhandlungen mit Mazedonien und Albanien empfohlen und dies mit den Reformfortschritten in den beiden Balkanländern begründet.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.