Neues Schutzmachtmandat

Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran: Schweiz vermittelt

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Die Fronten zwischen Saudi-Arabien und dem Iran sind verhärtet. Nun schaltet sich die Schweiz ein und wird zwischen den beiden muslimischen Ländern als diplomatische Institution fungieren.

Bern - Die verfeindeten Länder Saudi-Arabien und Iran haben einen neuen Kanal für diplomatische Kontakte. Die Schweiz übernimmt die Schutzmachtmandate in den jeweils anderen Ländern, wie das Schweizer Außenministerium am Mittwoch mitteilte. Der Schweizer Botschafter in Riad vertritt die iranischen Interessen in Saudi-Arabien, der Botschafter in Teheran die saudischen Interessen im Iran. Die Verträge seien am Mittwoch unterzeichnet worden. Dabei geht es in erster Linie um konsularische Dienste, „oder diplomatischen Aufgaben, falls dies von den betroffenen Staaten gewünscht wird“, wie das Amt mitteilte.

Die muslimischen Länder buhlen beide um die Vormachtstellung als Regionalmacht. Sie trennt zudem die Religion: Saudi-Arabien sieht sich als Zentrum des sunnitischen Islams, Iran als schiitische Vormacht in der Region. Der Streit zwischen Schiiten und Sunniten entzündete sich an der Nachfolge des Propheten Mohamed und hält bis heute an. Zwischen den beiden Ländern eskalierte die Feindschaft Anfang 2016. Als ein schiitischer Geistlicher in Saudi-Arabien hingerichtet wurde, brachen die beiden Länder ihre Beziehungen ab, Ajatollah Ali Chamenei nannte die Führungsriege des Rivalen einen „wertlosen Haufen“.

Schweiz: Tradition als Schutzmacht - auch im Dienste Bayerns

Das „eidgenössische“ Land kann auf eine lange Tradition in der Wahrung fremder Interessen zurückblicken: Zum ersten Mal nahm sie als Schutzmacht bereits im deutsch-französischen Krieg 1870–1871 in Frankreich die Interessen des Königreichs Bayern und des Grossherzogtums Baden wahr. 

Bereits im Ersten Weltkrieg hatte die Schweiz diverse „Briefträgerfunktionen“ inne und auch im Zweiten Weltkrieg hatte die Schweiz dank ihrer Neutralität eine Vorbildfunktion in Sachen Schutzmacht: Sie vertrat die Interessen von nicht weniger als 35 Staaten! Aktuell hat die Schweiz noch vier Schutzmachtmandate inne - ein fünftes kommt nun hinzu.

dpa/tz/mm

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