Konjunktur fürs Schließfach: Schlüssel zur Sicherheit

Bankschließfächer werden vor allem in Ballungsgebieten immer beliebter, auch weil es kaum noch Zinsen gibt.

Frankfurt. Wertgegenstände und Bargeld sollen sicher sein - das wünschen sich viele Menschen und lagern deshalb die wichtigsten Dokumente und wertvollsten Gegenstände in Bankschließfächern ein. Die Minisafes werden vielerorts beliebter. „Die Nachfrage ist gestiegen“, bestätigt Peter Hoffmann, Direktor der Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank Hessen. Als Grund für die Entwicklung sieht er das erhöhte Sicherheitsbedürfnis der Kunden.

Ein Anlass für die Beliebtheit der privaten Tresore: Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist im achten Jahr infolge angestiegen. Laut polizeilicher Kriminalstatistik 2014 stieg die Einbruchszahl um 1,8 Prozent - über 152.000 Fälle wurden registriert. Geld oder wichtige Unterlagen zuhause zu lagern ist für viele Menschen deshalb keine Alternative mehr.

Zudem spielt die aktuelle Zinsentwicklung eine Rolle: Geld auf dem Konto bringt nicht selten gar keinen Zins mehr. Die Angst, dass die Banken bald damit beginnen, die Minuszinsen, die die Europäische Zentralbank den Banken berechnet, auf den Kunden zu übertragen, treibt viele dazu, Geld in einem Schließfach abzulegen. „Die Signale der EZB verunsichern die Anleger und sind vermutlich der Grund für die zunehmende Beliebtheit der Schließfächer“, erklärt Alexander von Schmettow vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). „Besonders in Ballungsgebieten sind die privaten Tresore rar“, sagt von Schmettow. Teilweise gibt es sogar Wartelisten, bestätigt die Sparda-Bank Hessen.

Doch nicht überall boomt das Interesse an den Schließfächern. „Die Nachfrage in unserem Geschäftsgebiet ist überwiegend konstant“, erklärt Nicola Mütterthies von der Kasseler Sparkasse. Auch die Volksbank Mittelhessen und die Sparkasse Waldeck-Frankenberg etwa spüren keine veränderte Nachfrage.

Es gebe bisher auch nicht den Trend, dass Kunden große Mengen an Bargeld abheben würden, um dieses dann in Schließfächern zu bunkern, sagt von Schmettow. Eine bestimmte Klientel von Menschen, die einen Tresor mieten würde, sei ebenfalls nicht erkennbar.

Schließfächer werden in verschiedenen Größen für eine jährliche Gebühr angeboten, die mit Fachgröße zunimmt. Die Kassler Sparkasse bietet beispielsweise Fächer an, die zwischen 20 und 125 Euro im Jahr kosten.

Hintergrund

Bargeld ist nicht zwingend versichert 

Der Inhalt von Bankschließfächern ist nicht automatisch versichert. Wenn Diebe die Schließfächer ausräumen, kann es sein, dass Kunden auf dem Schaden sitzen bleiben. Um das zu vermeiden, sollte eine spezielle Bankschließfach-Versicherung abgeschlossen werden. Meistens bieten Kreditinstitute eine Standard-Versicherungssumme an - die ist je nach Institut aber sehr unterschiedlich und versichert nur Inhalte bis zu einem bestimmten Geldbetrag. Im Schadenfall sollte der Schließfachmieter beweisen können, was in dem privaten Tresor gelagert war, deshalb ist ein aktuelles Bestandsverzeichnis durch Fotos oder Quittungen sinnvoll.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.