Pro & Kontra: Pkw-Maut in Deutschland?

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Pro & Kontra: Pkw-Maut in Deutschland?

Da hilft auch die Ablehnung von Kanzlerin und Parteichefin Merkel nicht: Die Rufe nach einer Pkw-Maut wollen nicht verstummen. Neben der CSU sprechen sich nun auch immer mehr CDU-Politiker dafür aus.

Unser Pro & Kontra zum Thema: Heute von Chefredakteur Horst Seidenfaden und stellvertrendem Chefredakteur Jan Schlüter.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Welcher der beiden Autoren ist Punktsieger?

Pro: Pickerl mehr als angebracht

Horst Seidenfaden (hos@hna.de)

Ist das nicht ein verrücktes Theater mitten im Sommer: der eine fordert eine Maut für die Nutzung der deutschen Autobahnen, der nächste eine Erhöhung der Mineralölsteuer, der nächste eine allgemeine Steuersenkung. All das lässt sich so zusammenfassen: Die deutschen Politiker haben allerlei im Sinn - nur leider meist nichts Ernstzunehmendes.

Dabei wäre so etwas wie ein Pickerl, eine Plakette für überschaubares Geld, das in Österreich erfolgreich angewandt wird, im Transitland Deutschland mehr als angebracht.

Wer die Straßen nutzt, sollte dafür zahlen - und eine Gefahr, dass man umständlich bei langen Strecken über Landstraßen schleicht, ist angesichts der Verkehrsfülle nicht gegeben.

Was also hindert die Politik daran, das zu tun, was andernorts erfolgreich praktiziert wird? Die Kosten für den Fernstraßenbau vernünftig auf die Nutzer zu verteilen?

Der Hinderungsgrund ist der gleiche wie beim Scheitern eines Tempolimits: Es geht nicht um Politik für die Menschen im Lande, sondern für die Lobbyisten. Umkehrschluss: Politiker, die keine eigene Meinung mehr vertreten, sollte man auch nicht zu Wort kommen lassen.

Kontra: Ungerecht und unsozial

Jan Schlüter (jas@hna.de)

Eine Idee wird nicht dadurch besser, dass man sie immer wiederholt. Das gilt im Besonderen für die Pkw-Maut. Der finanzielle Aspekt: Wer die Einführung dieser Maut verlangt, denkt nicht an Pendler, sondern an die Staatskasse. Obwohl in Deutschland noch nie so viel Steuern wie heute gezahlt wurden, sollen die Autofahrer erneut gemolken werden. Kfz-Steuer, Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer: Schon heute zahlen Autofahrer mehrfach.

Der ökologische Aspekt: Wenn Autobahnen und große Bundesstraßen mautpflichtig werden, weichen Autofahrer verstärkt auf Nebenstrecken aus. Die Folge: Mehr Lärm, mehr Abgase und höhere Unfallgefahr in Dörfern und Städten.

Der soziale Aspekt: Ob Streckenmaut oder Vignette - zahlen müsste sie fast jeder. Das träfe die kleinen Leute härter als die reichen.

Der Neid-Aspekt: Autofahrer aus dem Ausland sollen nicht nur unsere Straßen be- und abnutzen, sondern auch dafür bezahlen. So verprellt man Touristen.

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