Bastian Ludwig über den BR-Intendanten in spe

Kopf des Tages: Ulrich Wilhelm soll BR-Intendant werden

Er zeigt sein Gesicht beinahe täglich an der Front im politischen Berlin. Insofern ist es ein kleines Wunder, dass Regierungssprecher Ulrich Wilhelm (48) seiner Arbeit seit viereinhalb Jahren ohne merkliche Kritik nachgeht.

Mit dem - bislang noch inoffiziellen - Ruf an die Spitze des Bayerischen Rundfunks (BR) könnte das Bild des unbefleckten Merkel-Beraters beschädigt werden. Der direkte Wechsel vom Büro im Kanzleramt auf den Intendanten-Sessel der viertgrößten ARD-Anstalt, kollidiert mit dem öffentlich-rechtlichen Gebot der Staatsferne.

Noch ist der Umzug von Berlin nach München nicht spruchreif. Aber Einiges spricht dafür, dass der Journalist und Jurist Wilhelm den BR-Intendanten Thomas Gruber im Februar 2011 beerben wird. Der Vater einer Tochter und eines Sohnes hat nie verschwiegen, dass es ihn in seine alte Heimat zu Kindern und Frau Andrea zurückzieht. Leidenschaftslos berichtete er in Interviews von seinem Berliner Privatleben bei Nudel-Gerichten in einer Zwei-Zimmer-Dienstwohnung.

Seine intimen Einblicke in den Medien- und Politikbetrieb machten ihn zum idealen Bindeglied. Das erkannte auch der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber, der ihn 1998 zu seinem Pressesprecher ernannte. In dieser Funktion machte er sich unverzichtbar, indem er mehr als einmal die ungeordneten Worte Stoibers sortierte, und sie mit seiner sympathischen Erscheinung versah, die ihm den Ruf des "deutschen Robert Redford" einbrachte und 2005 den Job als Regierungssprecher.

Am 15. April stellt der Rundfunkrat des BR seine Kandidaten für den Intendanten-Posten vor. Es ist gut möglich, dass Wilhelm dann zum ersten Mal in eigener Sache sein Talent einsetzen muss, um kritische Fragen zu parieren.

Von Bastian Ludwig

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