Mit Billigung der Gewerkschaft

„Korrektur-krank“:  Lehrer suchen nach Wegen, Zeit für Klausuren zu haben

Eberhard Brandt

Hannover. Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, nach dem die Lehrerarbeitszeit an Gymnasien wieder auf 23,5 Wochenstunden abgesenkt werden muss, treibt seltsame Blüten.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lässt juristisch prüfen, ob auch Lehrkräfte anderer Schulformen von dem Lüneburger Richterspruch mit einer Absenkung ihrer Unterrichtsverpflichtung profitieren könnten.

Die Fakten dazu soll eine von der GEW in Auftrag gegebene Arbeitszeitstudie an 260 niedersächsischen Schulen geben. Dabei sind die beteiligten Wissenschaftler der Uni Göttingen auf das Phänomen „korrektur-krank“ gestoßen: Viele Lehrkräfte lassen sich mit Billigung ihrer Schulleitungen krank schreiben, um zu Hause genug Zeit für die Klausuren ihrer Schüler zu haben.

In der Expertise soll laut Eberhard Brandt, Chef der GEW Niedersachsen, dafür nun eine Extra-Rubrik eingeführt werden. Rechtliche oder moralische Bedenken hat der GEW-Chef nicht. Ohne Krankmeldung würden die Kollegen ihre Arbeit nicht schaffen. „Das ist doch dann eine lebenspraktische Lösung.“

Angesichts von bis zu 40 000 schulpflichtigen Flüchtlingen in Niedersachsen fordert die GEW, 2000 neue Lehrerstellen zu schaffen. Auch zusätzliche Erzieher und Sozialpädagogen seien notwendig.

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