Korruption: Deutschland im europäischen Mittelfeld

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Auch in Deutschland gibt es noch immer Probleme mit Bestechung.

Berlin - Im weltweiten Vergleich hat Deutschland kaum Korruptionsprobleme - wohl aber auf europäischer Ebene. Das kritisiert die Organisation Transparency International und fordert Verbesserungen.

In Deutschland gibt es nach wie vor Probleme mit Bestechung - das Land liegt bei der Korruption im europäischen Mittelfeld. Weltweit betrachtet belegt Deutschland den 14. Platz, wie der am Donnerstag in Berlin vorgestellte Korruptionsindex der Nichtregierungsorganisation (NGO) Transparency International zeigt.

Die Bundesregierung muss sich nach Ansicht der Transparency-Vorsitzenden in Deutschland, Edda Müller, um Verbesserungen bei der Bekämpfung von Korruption bemühen - auch über die Landesgrenzen hinaus. Den Abstand zu den europäischen Spitzenreitern Dänemark, Finnland und Schweden konnte Deutschland nicht verringern. Die geringsten Probleme mit Bestechung in Politik und Verwaltung hat Neuseeland.

Müller forderte die Bundesregierung auf, ihren Bestrebungen im Kampf gegen Korruption außerhalb Deutschlands stärkeren Nachdruck zu verleihen: “Wir erleben eine zunehmende Bedeutung der Bundesregierung in internationalen und europäischen Fragen.“ Gerade beim Abschluss von Verträgen mit Partnerländern - wie mit Kasachstan und der Mongolei zur Rohstoffversorgung - müsse sie bindende Elemente zur Offenlegung der Zahlungsströme erreichen. “Damit das Geld nicht in falsche Kanäle fließt“, sagte Müller.

Deutschland müsse aber auch weiterhin vor der eigenen Haustüre kehren: Transparency Deutschland kritisierte erneut die Finanzierung von Parteien als undurchsichtig - und forderte eine strenge Regelung und mehr Transparenz für das Parteiensponsoring. Unternehmen, die zu mehr als einem Viertel im Eigentum der öffentlichen Hand sind, sollen nach den Worten Müllers kein Sponsoring von Parteien etwa auf Parteitagen übernehmen dürfen.

Bei dem jährlichen Ranking wird die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor auf einer Skala von 10 für “sehr sauber“ bis 0 für “sehr korrupt“ bewertet. Unter den besten zehn von insgesamt 183 Ländern sind wie im vergangenen Jahr Singapur, Norwegen, die Niederlande, Australien, die Schweiz und Kanada. Deutschland verbesserte sich leicht mit 8,0 Punkten gegenüber 2010 (7,9).

Zwei Drittel der Länder erreichten laut Transparency weniger als 5 Punkte - darunter auch europäische: Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Italien und Griechenland. Am Ende der Skala liegen Somalia, Nordkorea, Birma und Afghanistan - sie gelten als besonders korrupt. Der Korruptionsindex stützt sich auf die Einschätzung von Geschäftsleuten und Länder-Analysten. Er wird seit 1995 erstellt.

dpa

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