Auch Samsung verwickelt? 

Korruption: Südkoreas Ex-Präsident Lee Myung Bak verhaftet

+
Das vierte Mal in der Geschichte Südkoreas wird ein Ex-Präsident verhaftet. Diesmal: Lee Myung Bak. 

Das vierte Mal in der Geschichte Südkoreas wird ein Ex-Präsident verhaftet. Diesmal trifft es Lee Myung Bak. Lee wird Korruption in mehreren Fällen vorgeworfen. Lees Nachfolgerin Park Geun Hye steht derzeit vor Gericht.

Seoul - Der frühere südkoreanische Präsident Lee Myung Bak ist wegen Korruption und anderer Vorwürfe verhaftet worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hatte das Bezirksgericht in Seoul Haftbefehl gegen den 76-jährigen konservativen Politiker mit der Begründung erlassen, er könnte Beweismittel vernichten, wie südkoreanische Sender am Donnerstag berichteten. Lees Nachfolgerin Park Geun Hye steht derzeit ebenfalls wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. 

Lee wurde nach Berichten der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap noch in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in ein Untersuchungsgefängnis im Osten von Seoul gebracht. Die Staatsanwaltschaft hat 20 Tage Zeit, gegen Lee Anklage zu erheben.  

Welche Rolle spielt Samsung? 

Ermittelt wird in mehreren Fällen von Korruption, in denen auch Verwandte und frühere Berater des Politikers sowie Großkonzerne wie Samsung verwickelt sein sollen. Es geht dabei um Millionenbeträge. Auch wird Lee Machtmissbrauch, Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Sollte es zu einer Verhandlung und anschließender Verurteilung kommen, würde ihm den Berichten zufolge eine Haftstrafe von 45 Jahre Haft drohen.

Lee wird unter anderem beschuldigt, während seiner Amtszeit als Präsident von 2008 bis 2013 mindestens elf Milliarden Won (8,3 Millionen Euro) vom Geheimdienst sowie von Unternehmen und anderen Organisationen angenommen zu haben. 

Auch steht Lee im Verdacht, einen Autozulieferer, der unter dem Namen seines älteren Bruders betrieben wird, dazu genutzt zu haben, schwarze Kassen anzulegen. Lee Myung Bak soll der wahre Besitzer der Firma sein. Es gehe um mindestens 35 Milliarden Won. Lee hatte die Vorwürfe bestritten und die Ermittlungen als „politische Rache“ der jetzigen linksliberalen Regierung bezeichnet. 

Lesen Sie auch: Samsung-Erbe wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt*

Lee liefert Erklärung auf Facebook

Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Lee jetzt den Berichten zufolge eine Erklärung. Darin hieß es: „Eher als anderen die Schuld zu geben, fühle ich, dass alles mein Fehler ist, und ich fühle Schuld.“ 

Es ist das vierte Mal in der Geschichte Südkoreas, dass ein Ex-Präsident des Landes wegen Korruption und anderer Vorwürfe verhaftet worden ist. Vor etwa einem Jahr wurde seine Nachfolgerin Park Geun Hye des Amtes enthoben.* Ein Urteil im Prozess der inhaftierten konservativen Politikerin wird für April erwartet. 

Der frühere Präsident Chun Doo Hwan wurde 1996 im sogenannten Jahrhundertprozess zusammen mit seinem Nachfolger Roh Tae Woo wegen Rebellion und Hochverrats zum Tode verurteilt. Auch wurden gegen beide hohe Geldstrafen wegen Korruption im Amt verhängt. Ende 1997 wurde Chun zusammen mit Roh begnadigt. Beide leben noch. 

dpa

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.