Neues Gutachten zur Sanierung des Landtagsgebäudes

Kosten: Mindestens 20 Millionen Euro

Zankapfel: Seit Jahren streiten die Abgeordneten des Landtags in Hannover darüber, ob das Parlamentsgebäude saniert oder komplett neu gebaut werden. Für einen Neubau wurde der Entwurf des Architektenbüros Eun Young Yi aus Köln ausgewählt. Foto:  dpa

Hannover. In der seit Jahren heftig geführten Debatte um einen Neubau oder die Sanierung des niedersächsischen Landtags gibt es neue Argumente. Ein Gutachten kommt zu dem Schluss, dass allein die aus rechtlichen Gründen zwingend notwendigen Schritte zum Erhalt des Gebäudes 20,8 Millionen Euro kosten würden. In diese Kostenschätzung seien noch keine funktionalen Verbesserungen für Abgeordnete, Verwaltung oder Medienvertreter eingeflossen, teilte der Landtag am Mittwoch mit.

Die 20,8 Millionen Euro seien daher nur Arbeitsgrundlage für weitere Überlegungen, hieß es nach der Sitzung der Baukommission, der Landtagspräsident Hermann Dinkla und Mitglieder aller Fraktionen angehören. Falls politisch gewünscht, müsse die Baukommission in den nächsten Wochen über den Umfang eines möglichen Umbaus entscheiden. Nur dann könne man die Kosten alternativ zum Neubau kalkulieren.

Alternativen zum Neubau

Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten betreffen den Brandschutz, die Beseitigung von Schadstoffbelastungen sowie die Bereiche Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektroinstallation.

Im März 2010 hatten 91 der 152 Abgeordneten im Landesparlament für einen Abriss des denkmalgeschützten, aber maroden Gebäudes gestimmt. Das Vorhaben war bei Bürgern und Denkmalschützern auf Widerstand gestoßen. Eine Klage gegen den Abriss des denkmalgeschützten Plenarsaals von Dieter Oesterlen aus dem Jahr 1962 scheiterte im Februar vor dem Verwaltungsgericht Hannover.

Für das kommende Frühjahr wird ein Gutachten zum ausgewählten Neubau-Entwurf des Kölner Architekten Eun Young Yi erwartet. Geklärt werden soll, ob der vom Parlament gesteckte Kostenrahmen von 45 Millionen Euro eingehalten werden kann. Eine Risikoanalyse des Finanzministeriums befürchtet Kosten von 65 Millionen Euro. (lni)

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