Krebsmittel-Prozess: Galavit-Betrüger will zum dritten Mal vor den BGH

Kassel. Theo von K. (62), einer der beiden Angeklagten aus dem Bandenbetrug mit dem angeblichen Krebswundermittel Galavit, die Anfang August zum dritten Mal vor dem Landgericht Kassel standen, hat erneut Rechtsmittel eingelegt.

Das bestätigte ein Gerichtssprecher am Mittwoch auf Anfrage der HNA.

Damit geht das seit 2007 laufende Mammut-Strafverfahren zum dritten Mal in die Revision vor den Bundesgerichtshof (BGH) nach Karlsruhe. Dem Journalisten von K., Reklame-Mann der Galavitbande, die in den Jahren 2000/2001 in Bad Karlshafen (Landkreis Kassel) weit über 100 schwer Krebskranke mit dem angeblichen Wundermittel aus Moskau um jeweils 8500 Euro abgezockt hatten, war die ursprüngliche Haftstrafe von drei Jahren zuletzt auf zwei Jahre und fünf Monate gekürzt worden.

Der 62-Jährige setzt mit dem neuerlichen Gang nach Karlsruhe alle Hebel in Bewegung, um Bewährung zu bekommen. Die gibt es aber höchstens für Haftstrafen bis zu zwei Jahren.

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Erfolgreich könnte die Revision beim BGH sein, wenn dessen Richter wieder inhaltliche oder formale Fehler im jüngsten Kasseler Urteil finden. Beim vorangegangenen Mal war das die fehlende Unterschrift eines der drei Berufsrichter der Kasseler Kammer gewesen. Im Fall des Mitangeklagten Thomas P. (40), der Anfang August zusammen mit von K. vor der inzwischen dritten Strafkammer des Landgerichts gestanden hatte, ist die Bewährungsstrafe von 14 Monaten Haft jetzt rechtskräftig. Dasselbe gilt schon länger für zwei weitere Mitglieder der Bande.

Das fünfte, ein Arzt, gilt inzwischen krankheitsbedingt als verhandlungsunfähig. Ob das ein Dauerzustand ist, kann das Landgericht aber in regelmäßigen Abständen überprüfen lassen.

Von Wolfgang Riek

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