Internetkriminalität steigt auf Rekordwert von 19.000 Fällen

Unerwünschter Gast: Im vergangenen Jahr zählte die Polizei 10 570 Wohnungseinbrüche in Hessen. Foto:  dpa

Wiesbaden. Erstmals seit 2008 sind in Hessen die Wohnungseinbrüche zurückgegangen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Bayern habe Hessen damit im vergangenen Jahr die Trendwende geschafft, verkündete Innenminister Boris Rhein (CDU) am Dienstag in Wiesbaden.

Auf der anderen Seite muss sich die Polizei aber verstärkt um die Kriminalität im Internet sorgen, die um mehr als fünf Prozent zunahm.

Insgesamt ging die Zahl der erfassten Straftaten in Hessen leicht um 0,3 Prozent auf 395 625 zurück. Die Aufklärungsquote erreichte mit 58,8 Prozent (2011: 58,5 Prozent) ein Allzeithoch.

Bei den Wohnungseinbrüchen verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr 10 570 Fälle, das ist ein Minus von 2,8 Prozent im Vergleich zu 2011. Jeder fünfte Einbruch wird aufgeklärt (20,7 Prozent). Deutlich rückläufig ist in Hessen auch der Diebstahl aus Autos (14 143 Fälle, minus 16 Prozent) sowie der Diebstahl von Autos (1483 Fälle, minus 7,7 Prozent). Weniger Erfolg haben die Behörden bei der Internetkriminalität, die um mehr als fünf Prozent auf knapp 19 000 Fälle wuchs. Das ist bisheriger Rekord. Rund 40 Prozent der Delikte entfallen dabei auf Betrug mit im Netz gekauften Waren. Fast 80 Prozent der Kinderpornografie-Fälle gehen auf das Internet zurück.

Den im Netz begangenen Schaden beziffert die Polizei auf rund 41 Millionen Euro. Rund neun Millionen Euro entfielen allein auf Abo-Fallen im Internet, mit denen bundesweit rund 200 000 Menschen geschädigt wurden.

Insgesamt sind die registrierten Schäden im vergangenen Jahr um knapp 10 Prozent auf 462 Millionen Euro gestiegen. (lhe)

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