Kripo: Besucher sollen Amüsierviertel wegen Hells Angels boykottieren

Hannover. In Hannover tobt eine Debatte um das Amüsierviertel Steintor: Der künftige Vizepolizeipräsident hatte Besucher aufgefordert, den Kiez zu boykottieren. Denn von den Geschäften dort profitierten die Hells Angels. Kritiker werten dies als Zeichen der Hilflosigkeit gegenüber den Rockern.

Mit einem Interview hat Hannovers Kripo-Chef Thomas Rochell eine hitzige Debatte ausgelöst: Der künftige zweite Polizeipräsident appellierte an Feiernde, ihr Geld nicht im Amüsier- und Rotlichtviertel Steintor auszugeben, in dem die Rocker der Hells Angels Geschäfte machen.

„Das Viertel lockt zwielichtige Gestalten an“, hatte Rochell gesagt. Er halte überhaupt nichts von einem Aufenthalt dort: „Ich finde auch, die Hannoveraner sollten ihr Geld nicht dort ausgeben, wo die Hells Angels davon profitieren. Jeder, der das tut, muss wissen, dass er damit die Position der Rocker und ihres Chefs stärkt.“

Razzia im vergangenen Jahr: Polizei- und Zollbeamte kontrollieren eine Bar im Steintorviertel. Doch trotz solcher Aktionen sind die Hell Angels dort weiter im Geschäft. Archivfoto: dpa

Das Steintor hatte sich in den vergangenen Jahren immer mehr vom Kiez zum Szeneviertel gewandelt. Auch ganz normale Besucher feiern dort. Doch das Geld, das dort eingenommen wird, wandert laut der Polizei Hannover auch in die Taschen der Rocker: „Einige der Clubs und Bars werden von Angehörigen und Verantwortlichen der Hells Angels betrieben oder sind dieser Organisation zuzuordnen“, erklärt Thorsten Schiewe, Sprecher der Polizeidirektion Hannover. Und die Türsteher in diesem Viertel gehörten einem den Hells Angels nahestehenden Sicherheitsdienst an. Zudem würden in den Clubs und Bars auch Getränke der Hells Angels-Marke „81“ vertrieben. (gör)

Mehr in der gedruckten Ausgabe.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.