2009 sank die Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Göttingen – Kurzarbeit erhielt Jobs

Krise verschonte Arbeitsmarkt

Auf der Suche: In Niedersachsen stieg die Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr von 7,7 auf 7,8 Prozent. Foto:  dpa

Göttingen. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise zeigte sich der Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr in Südniedersachsen stabil. Im Agenturbezirk Göttingen sank die durchschnittliche Arbeitslosenquote sogar unter das Vorjahresniveau auf 9 Prozent (9,3 Prozent in 2008), während die Quote im Land Niedersachsen von 7,7 auf 7,8 Prozent stieg.

„Die bösen Vorahnungen haben sich nicht bestätigt. Der prognostizierte Einbruch ist ausgeblieben“, sagte Klaus-D. Gläser, Chef der Arbeitsagentur Göttingen.

Dabei verlief die Entwicklung im Agenturbezirk durchaus unterschiedlich. In Duderstadt ging die Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr auf 7,1 Prozent (8,2 Prozent in 2008) zurück. Dies gilt auch für Hann. Münden (7,5/7,8), Uslar (8,7/9) und Göttingen (9,2/10,5). In Northeim stieg die Arbeitslosigkeit dagegen auf 7,9 Prozent (7,6), in Einbeck auf 10,1 Prozent (9,1) und in Osterode mit mehreren Firmen-Insolvenzen auf 11,2 Prozent (9,8).

Für die Stabilität auf dem südniedersächsischen Arbeitsmarkt sieht Gläser drei Gründe: Kurzarbeit, Konjunkturpakete und den verstärkten Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente. Allein 30 Millionen Euro flossen im Agenturbezirk Göttingen in Maßnahmen wie die berufliche Weiterbildung, Unterstützung bei der Aufnahme selbstständiger Tätigkeit, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und die Unterstützung von Rehabilitanden und Schwerbehinderten.

Hohe Kurzarbeiterquote

Wichtig war auch das Kurzarbeitergeld. Gläser: „Wir haben hier in Göttingen mit 4,7 Prozent im niedersächsischen Vergleich eine der höchsten Kurzarbeiterquoten.“ Bis Ende September zahlte die Arbeitsagentur 23,9 Millionen Euro Kurzarbeitergeld an Betriebe in Südniedersachsen. Die Nachfrage der Unternehmen war im Frühjahr 2009 am größten. Im März ließen 515 Betriebe 9890 Beschäftigte kurzarbeiten. Bis September sank die Zahl auf 391 Betriebe mit 6500 Mitarbeitern.

Durchschnittlich waren im vergangenen Jahr im Agenturbezirk Göttingen 20 416 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Mehrheit fand schnell eine neue Stelle. Für 55 Prozent endete die Arbeitslosigkeit innerhalb von drei Monaten. Ein Viertel der Betroffenen suchte drei bis sechs Monate nach Arbeit. Nur 4,8 Prozent waren bei Beendigung der Arbeitslosigkeit länger als zwölf Monate ohne Job. 

Von Kornelia Schmidt-Hagemeyer

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