Neues Verständnis von Arbeitszeiten

Schröder: "Das ist wichtiger als Frauenquote"

+
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder

Berlin - Familienministerin Kristina Schröder kämpft vehement gegen die gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote. Stattdessen will sie ein neues Verständnis von Arbeitszeiten etablieren.

Vor dem Erfahrungsaustausch von Kanzlerin Angela Merkel mit Frauen in Führungspositionen hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ihre Ablehnung von festen Frauenquoten bekräftigt. „Von der Frauenquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen sind nur wenige Frauen betroffen“, sagte die CDU-Politikerin der „Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag. „Die entscheidende Frage wird sein, ob wir uns trauen, die Arbeitsbedingungen - übrigens auch oft das Arbeitsrecht - so zu ändern, dass Menschen mit Familie auch Karriere machen können.“ Das werde am Ende für Millionen arbeitender Frauen viel wichtiger sein als die Debatte, welche Quote wann ganz oben erreicht sein müsse.

Beim Treffen im Kanzleramt am heutigen Dienstag ab 11 Uhr soll darüber diskutiert werden, wie es mehr Frauen in leitende Funktionen von Wirtschaft und Gesellschaft schaffen können. Dazu werden 75 weibliche Führungskräfte aus Firmen, Kultur, Verwaltung und Wissenschaft sowie 30 junge Frauen erwartet. Eine feste Frauenquote in Aufsichtsräten hat die schwarz-gelbe Koalition im Bundestag kürzlich abgelehnt. Die Union will eine 30-Prozent-Quote ab 2020 ins Wahlprogramm aufnehmen.

Schröder: "Neues Verständnis von Arbeitszeiten entwickeln"

Schröder lehnt eine gesetzliche Quote seit langem strikt ab. Sie setzt ihr Flexi-Quoten-Modell dagegen, das die Wirtschaft verpflichten will, sich selbst eine Frauenquote aufzuerlegen. Die Ministerin sagte der „Passauer Neuen Presse“, es müsse viel stärker um die mittleren Führungsebenen gehen. „Dafür müssen wir in dieser Gesellschaft ein neues Verständnis von Arbeitszeiten entwickeln. Immer noch wird allzu oft erwartet, dass vor allem Führungskräfte nur gut sein können, wenn sie 70 bis 80 Stunden pro Woche arbeiten.“

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX-30-Unternehmen lag dem Bericht zufolge Ende März bei 21,1 Prozent. In den Vorständen waren laut Bundesfamilienministerium Frauen zu 7,7 Prozent vertreten. Im Familienministerium seien inzwischen 43 Führungskräfte weiblich, was einem Frauenanteil von 51,2 Prozent entspreche.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.