K+S: An Umweltzielen ändert sich nichts - Grüne fordern Ende der Versenkung von Salzabwässern

Kritik an Verzicht auf Eindampfanlage

Blick auf das Kaliwerk Werra in Unterbreizbach: Eine Eindampfanlage soll an diesem Standort nicht mehr gebaut werden. Foto: nh

Kassel. Der Verein Werra-Weser-Anrainerkonferenz erhebt schwere Vorwürfe gegen den Kasseler Düngerkonzern K+S. Das Unternehmen halte Zusagen aus einem bereits im Jahr 2008 vorgelegten Maßnahmenpaket nicht ein, in dem es auf den Bau einer so genannten Eindampfanlage im thüringischen Unterbreizbach verzichte. Das erklärte der Vorsitzende des Vereins, Walter Hölzel, der auch Erster Stadtrat in Witzenhausen ist. Mit der Anlage solle der Ausstoß von Produktionsabwässern in die Werra vermindet werden.

K+S Pressesprecher Ulrich Göbel wies die Kritik zurück. Die Anrainerkonferenz gehe von falschen Fakten aus und komme daher zu falschen Schlussfolgerungen. Für den Bau der Eindampfanlage bestehe nach neuen Erkenntnissen zwar kein Bedarf mehr, an den Umweltzielen, insbesondere bei der Reduzierung der Salzabwassermenge auf sieben Millionen Kubikmeter pro Jahr, ändere das jedoch nichts. Sie würden weiterhin eingehalten. Die Anlage in Unterbreizbach sei innerhalb des Maßnahmenpaketes zum Schutz der Werra nur eines von fünf Projekten. Sie sei, so Göbel, nicht mehr notwendig, weil die zu erschließende Lagerstätte weniger wasserbelastendes Magnesiumchlorid enthalte.

Die Grünen aus den Anrainerländern von Werra und Weser haben bei einem Treffen in Witzenhausen ein Ende der Versenkung von Salzabwässern im Untergrund gefordert. Damit müsse spätestens im Jahr 2015 Schluss sein, meinten Delegierte aus Hessen, Niedersachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Ab dem Jahr 2020 solle außerdem keine Salzlauge mehr in die Werra geleitet werden. Spätestens bis dahin müsse eine Rohrleitung an die Nordsee zur Verfügung stehen, so die nordhessische Abgeordnete Sigrid Erfurth. Die Salzlauge fließe ohnehin in die Nordsee. Dann müssten nicht noch zusätzlich 430 Kilometer Fluss belastet werden.

Von Peter Klebe

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