K+S: Anklage in Thüringen?

Kassel. Dem K+S-Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner sowie K+S-Aufsichtsratschef Ralf Bethke droht angeblich eine Anklage wegen unerlaubter Abfallbeseitigung.

Das meldete am Mittwoch das Magazin Wirtschaftswoche. Dass strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Meiningen gegen Verantwortliche des K+S-Konzerns und Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes knapp acht Jahre nach einer Anzeige vor dem Abschluss stehen, bestätigte die Anklagebehörde unserer Zeitung auf Anfrage.

Ermittelt wurde wegen der Versenkung von Salzabwässern aus den Kaliwerken im Werrarevier zwischen 1997 und 2007 nahe Gerstungen in Thüringen. Aufgrund der Geologie hätten die Beteiligten damit rechnen müssen, dass die versenkten Salzlaugen nicht wie angenommen im Untergrund bleiben, „sondern sich unkontrolliert ausbreiten“: So lautet der Verdacht der Staatsanwälte, der im Herbst 2015 zu einer Durchsuchung in der Kasseler K+S-Zentrale sowie Steiners und Bethkes Privathäusern führte.

Ermittelt wurde wegen unerlaubtem Umgang mit Abfällen, § 326 Strafgesetzbuch. Hier drohen Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Vorausgesetzt, „Art, Beschaffenheit oder Menge der Abfälle sind geeignet, nachhaltig ein Gewässer, die Luft oder den Boden zu verunreinigen oder sonst nachteilig zu verändern“. Da geht es, kurz gesagt, um mögliche Gefahren für Grund- und Trinkwasser.

K+S-Sprecher Michael Wudonig betonte, das Unternehmen halte die Vorwürfe für unbegründet: „Es bleibt abzuwarten, gegen wen nach Abschluss der Ermittlungen Anklage erhoben und ob das Landgericht Meiningen diese dann überhaupt zulassen wird.“  (wrk/dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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