Gutachter zur Zukunft der Kali-Abwässer

K+S-Pläne „machbar, aber riskant“

Maschine zum Salzabbau in einem K+S-Bergwerk an der Werra. Foto: Herzog

Kassel. Auf der Zielgeraden zur Abschlusserklärung des runden Tisches „Werraversalzung“ haben Gutachter jetzt die Mehrheit am Tisch und auch das hessische Umweltministerium bestätigt.

Bedenken gegen eine Fernleitung, die Abwässer der Kaliwerke direkt zur Nordsee bringen könnte, und gegen die Einleitung ins Meer seien „weitgehend ausgeräumt“, hieß es vom runden Tisch. Den Gegenvorschlag des Kasseler Düngerkonzerns K+S hätten die Experten hingegen als „grundsätzlich machbar, aber riskant“ bezeichnet, sagte Christoph Ewen, Sprecher des runden Tisches.

K+S möchte bekanntlich seine Abwasserflut bis 2015 zwar für viel Geld halbieren, den Rest aber grundsätzlich weiter entsorgen wie bisher: zum einen in die Werra, zum anderen mit der so genannten Versenkung in poröse Gesteinsschichten im Untergrund. Durch technische Änderungen der jahrzehntealten Praxis will K+S seine Fluten im Fluss dann stärker verdünnen und von besonders schädlichen Stoffen entlasten.

„Nur als Übergang“

So werde die Werra nicht saniert, sondern bleibe dauerhaft belastet, wird der Göttinger Geologe und Uni-Professor Martin Sauter zitiert. Die K+S-Strategie sei allenfalls als „Übergang bis zum Bau der Pipeline zu rechtfertigen“.

Hinter die weitere Laugen-versenkung und das von K+S angestrebte Zurückpumpen von Abwässern setzt Sauter große Fragezeichen. Wie auch das letztlich für Genehmigungen zuständige hessische Umweltministerium, das die K+S-Pläne wegen drohender Grundwassergefährdung stark angezweifelt, aber noch nicht abschließend beurteilt hat.

Seine im November verschobene Empfehlung zur Zukunft der Werra will der runde Tisch am 9. Februar beschließen. Teilnehmer gehen von einem klaren Pipeline-Votum aus - trotz der Ablehnung aus Niedersachsen. (wrk)

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