Grüne ganz sicher

Künast: "Frauenquote wird definitiv kommen"

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„Bei der Quote ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Brüssel.

Brüssel - Die Grünen rechnen trotz massiver Proteste aus Deutschland und anderen Staaten mit der Einführung einer Frauenquote in Europa.

„Bei der Quote ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Brüssel. Das Thema habe eine breite Diskussion in der Mitte der Gesellschaft ausgelöst. „Da ist Druck im Kessel. Die Quote wird kommen - und zwar für Aufsichtsräte und Vorstände.“

Es gebe Hunderte von Frauen im mittleren Management, die nicht länger akzeptieren wollten, dass Männer die Führungsgremien in Unternehmen beherrschten. „Die werden auch von den Gewerkschaften unterstützt und vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen. Da ist insgesamt schon viel Power dahinter.“

Die EU-Kommission will im Oktober einen Vorschlag für eine EU-weit verbindliche Frauenquote in Unternehmen vorlegen. Demnach sollen europaweit 40 Prozent aller Aufsichtsräte bis 2020 mit Frauen besetzt sein. Dieses Ziel soll für börsennotierte Konzerne gelten - und zwar für Aufsichtsräte, nicht aber Vorstände. Halten sich die Firmen nicht daran, sollen Strafen drohen wie Bußgelder, Entzug staatlicher Subventionen oder Ausschluss von öffentlichen Wettbewerben.

Zehn Mitgliedsstaaten - darunter Deutschland - haben bereits Bedenken angemeldet. Sie könnten die Pläne auf Ebene des EU-Ministerrats blockieren.

Künast kritisierte die Haltung der schwarz-gelben Bundesregierung. Sie vertrete nur die „kurzfristigen Interessen der männlichen Vorstände großer Internehmen“, die keine Regeln haben wollten. Allerdings könne sie sich vorstellen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Position noch ändern werde: „In Deutschland gibt es seit dem Atomaustieg die Erkenntnis, dass wir Frau Merkel zwingen können ihre Position zu ändern.“ Selbst ein Großteil der CDU-Frauen - darunter Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen - wolle die Quote. Nach einem Zeitungsbericht zeichnet sich im Bundesrat sogar eine Mehrheit für eine SPD-Initiative für eine Frauenquote in Führungspositionen ab - dank Unterstützung CDU-regierter Länder.

Künast fordert, noch über den EU-Vorschlag hinausgehen. Sie sei „eine glühende Anhängerin davon“, auch Anteile für Vorstände vorzuschreiben. Die Quote sei im Interesse der Wirtschaft, weil sie Europas Unternehmen vielfältiger und wettbewerbsfähiger machen könne. Es gebe zudem ausreichend qualifizierte Frauen, um Führungspositionen zu besetzen.

dpa

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