Gute Wasserqualität 2027 - aber erst ab Höxter

Länder einigen sich auf Salz-Reduzierung in Werra und Weser

Kassel. Die Weser soll zumindest für Chlorid ab 2027 Werte erreichen, die dem guten ökologischen Zustand entsprechen, wie ihn die EU fordert - allerdings erst ab Höxter.

Das ist das Ergebnis der Einigung im Weserrat zur künftigen Belastung von Werra und Weser mit Salzabwasser aus dem hessischen Kalirevier.

Im Vorfeld lagen Positionen zum Tempo der Wasserqualitätsverbesserung oder zum umstrittenen Bau einer Abwasserpipeline aus dem Kalirevier zur Oberweser teils weit auseinander. Jetzt beschlossen die Umweltminister aus Hessen, Niedersachsen, NRW, Bremen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen den gemeinsamen Entwurf eines Fluss-Bewirtschaftungsplans bis 2021.

Aktualisiert um 18.45 Uhr.

Flussaufwärts bleiben die Salzabwasserlasten aus Fabriken und von Abraumhalden des Kasseler K+S-Konzerns problematischer: Je näher man ans Kalirevier im östlichen Kreis Hersfeld-Rotenburg kommt, desto weiter liegt die Wasserqualität von EU-Vorgaben entfernt - Ausnahmeregeln müssen in Anspruch genommen werden.

Während also für Höxter ab 2027 ein Chloridwert von 300 mg/l angestrebt wird, läge der Wert 2075 am Pegel Gerstungen immer noch bei 800 mg/l. Das jedenfalls sieht die Langzeit-Einigung des Landes Hessen mit K+S vom Herbst 2014 vor. An diesem Plan wird offenbar nicht gerüttelt.

Man werde mit K+S einen Zeit- und Maßnahmenplan zur Erreichung der Ziele vorlegen, die die Anrainerländer vereinbart haben, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Ihr niedersächsischer Kollege Stefan Wenzel sprach von einem „sehr wichtigen Schritt“. Wie K+S sein Abwasser reduziert, lassen die Länder offen: andere Technik, mehr Abfall zurück in den Berg, die Abraumhalden schnell abdecken, damit nicht jeder Regen Abwasser auswäscht - all das steht auf einer Empfehlungsliste. K+S reagierte zunächst skeptisch.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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