Junges Theater mit Überschuss, höheren Einnahmen, geringeren Kosten

JT läuft in der Spur

Es geht aufwärts: Die finanzielle Schieflage des Jungen Theaters wurde laut Aufsichtsrat gerade gerückt. Foto: Sanders/nh

Göttingen. Mit einem Gewinn hat das Junge Theater Göttingen das erste Rumpfgeschäftsjahr abgeschlossen: 4800 Euro in schwarzen Zahlen schrieb die neue Geschäftsführung in der Zeit bis zum 31. August, teilte der wiedergewählte Vorsitzende des Aufsichtsrates Harald Noack mit, nicht ohne sich einen Seitenhieb auf die insolvente Vorgängerin, die Junges Theater AG, zu verkneifen: „Das Geld ist auch auf dem Konto.“

Man habe aus den beiden Insolvenzen der Vorgängergesellschaften 2004 und 2010 gelernt, resümiert Noack. So sei der Geschäftsplan 2011 klar aufgestellt und vom Aufsichtsrat eng überwacht worden. So hätten die Aufsichtsräte auch die Möglichkeit Internet-Banking-Vorgänge einzusehen.

Abschreibungen und die Erfolge der gespielten Stücke hätten hätten dafür gesorgt, dass die Liquidität des Jungen Theaters im hohen fünfstelligen Bereich lägen. Zum Erfolg beigetragen hätten auch gestiegene Kartenverkäufe und das Straffen des Geschäftsbetriebes. 2012 wird ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt.

Kapital wird aufgestockt

Zur Gesundung beitragen soll auch eine bereits im Vorhinein beim Neustart des Theaters Anfang 2011 angekündigte und 2012 geplante Erhöhung des Stammkapitals der Unternehmergesellschaft von 5000 Euro auf 25 000 Euro für eine GmbH. Ermöglicht werden soll dieser Schritt durch Geld aus dem Förderverein und die Verwendung der Gewinnrücklage. Der Dank gebühre vor allem auch dem Landkreis und der Stadt, die das Junge Theater finanziell stützen. Die Stadt habe zudem das eigenen Gebäude in der Hospitalstraße 2011 renoviert, was Mitarbeitern wie Gästen zu Gute kommen würde.

Harald Noack betonte, dass die Entwicklung nicht ohne den Intendanten Andreas Döring und Geschäftsführerin Miriam Winterstein und alle Mitarbeiter möglich gewesen wäre.

Das Junge Theater war 2010 in eine zweite Insolvenz geschlittert. Grund dafür waren Betrügereien, die aufflogen, weil die Sparkasse ein Konto gesperrt hatte, Gehälter nicht mehr gezahlt werden konnten. Eine Buchhalterin sollte bis zu 300 000 Euro abgezweigt haben. Die Theater-Gesellschafter erstatteten Anzeige wegen Verdachts der Untreue. Die Stadt stoppte ihre Zuschüsse, etwa 50 000 Euro im Monat.

Der Verdacht, dem Aufsichtsrat seien für 2007 bis 2009 gefälschte Jahresabschlüsse vorgelegt worden, wurde vom Gericht bestätigt: Die Buchhalterin wurde zur Zahlung von 62 100 Euro Schadensersatz verurteilt, Ex-Geschäftsführer Döring kam glimpflich davon. 2003 hatte das Junge Theater Insolvenz angemeldet. Danach war eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet worden.

Von Thomas Kopietz

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