Land kürzt Winterdienst: Straßen werden nach 20 Uhr nicht mehr geräumt

Kassel. Der Winterdienst auf hessischen Landes- und Kreisstraßen wird von diesem Jahr an eingeschränkt. Gestreut und geräumt wird werktags nur noch von 6 bis 20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur noch von 9 bis 18 Uhr. Bislang war dafür der Zeitraum von täglich 6 bis 22 Uhr festgelegt.

Auch der Räumdienst wird knapper ausfallen. Grund: Die Umlaufzeiten werden auf sechs Stunden ausgedehnt. Bislang wurden drei Stunden angestrebt. Das bedeutet: Wurden bisher Straßen alle drei Stunden geräumt, kann man künftig damit nur noch alle sechs Stunden rechnen. Für den Streudienst aber bleibt es bei der dreistündigen Umlaufzeit.

Parkplätze, bislang schon höchstens nachrangig betreut, werden nicht mehr geräumt und gestreut. Allerdings werden bestehende, davon abweichende Vertragsvereinbarungen mit Kommunen und anderen Partnern hiervon nicht betroffen.

Offizielle Begründung für diese Maßnahmen: „Diese Regelung ist Ergebnis einer Abwägung zwischen dem Ziel eines ungehinderten Straßenverkehrs und den zur Haushaltskonsolidierung erforderlichen Einsparungen.“ Zudem seien Preise erheblich gestiegen.

Streusalz habe sich in den vergangenen Jahren um bis zu 35 Prozent verteuert. Der Diesel für Räum- und Streufahrzeuge sei allein seit dem vergangenen Jahr um bis zu 16 Prozent teurer geworden, erklärte die Pressesprecherin der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung (HSVV), Christa Tserdakidou, gestern gegenüber unserer Zeitung.

Auf den Autobahnen und Bundesstraßen zwischen Bad Karlshafen und Bensheim ändert sich beim Winterdienst in Hessen nichts.

Von Jürgen Umbach

Hintergrund: 1000 Autobahnkilometer

Im Auftrag des Bundes betreut die HSVV rund 1000 Autobahnkilometer und etwa 3000 Kilometer Bundesstraßen. Hinzu kommen für das Land Hessen 7200 Kilometer Landesstraßen und im Auftrag der Landkreise etwa 5000 Kilometer Kreisstraßen. In Hessen gibt es zwölf Ämter für Straßen- und Verkehrswesen sowie 60 Autobahn- und Straßenmeistereien.

Ämter für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) gibt es in Nord-, Ost- und Mittelhessen in Kassel, Bad Arolsen, Eschwege, Fulda und Marburg. Straßenmeistereien (SM) sind in Bad Wildungen, Korbach, Bad Arolsen sowie Frankenberg, Bad Hersfeld, Meißner, Ringgau, Rotenburg, Witzenhausen, Gudensberg, Borken, Espenau, Melsungen, Oberweser, Schwalmstadt, Wolfhagen, Kirchhain, Marburg, Steffenberg, Hünfeld, Gersfeld und Neuhof angesiedelt. Darüberhinaus gibt es in Baunatal, Alsfeld, Gudensberg, Fulda und Kirchheim noch sogenannte Autobahnmeistereien (AM). Die Behörde beschäftigt rund 3600 Mitarbeiter und 230 Auszubildende.

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