Drei Viertel aller Arbeitnehmer in Niedersachsen arbeiten in mittleren Betrieben

Ein Land der Mittelständler

Hannover. Er ist Jobmotor in Niedersachen und Garant für solide Ausbildungsplätze: Ohne den Mittelstand läuft in der heimischen Wirtschaft nicht viel. Fachkräftemangel, steigende Energiepreise und eine mancherorts schleppende Versorgung mit dem schnellen Internet bereiten den rund 300 000 kleinen und mittleren Unternehmen allerdings zunehmend Sorgen.

„Unser Land ist durch und durch mittelständisch geprägt“, sagte Ministerpräsident David McAllister (CDU) gestern in Hannover. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) präsentierte er den Mittelstandsbericht 2007-2011 und sprach von beeindruckenden Zahlen. Danach sind drei Viertel aller Arbeitnehmer in kleineren und mittleren Firmen beschäftigt; mit 72 Prozent liegt die Quote drei Punkte über dem Bundesdurchschnitt. Zu den seit 2006 neu geschaffenen 200 000 Jobs steuert der Mittelstand allein 150 000 bei.

Auch für den Nachwuchs ist der Mittelstand unverzichtbar: 77 Prozent der Auszubildenden startet hier ins Berufsleben, mit vier Punkten ebenfalls deutlich mehr als in den anderen Bundesländern. „Lobenswert“ nannte Bode die Lehrlingsquote in Handwerksbetrieben mit elf Prozent. Große Konzerne hinken mit 4,4 Prozent weit hinterher. Zum Mittelstand zählen alle Unternehmen, die weniger als 250 Personen beschäftigen oder die höchstens 50-Millionen-Euro-Jahresumsatz erzielen.

Der Regierungschef und sein Vize versprachen, auch weiter ein Augenmerk auf die Belange des Mittelstandes zu legen. Bei der Breitbandversorgung im ländlichen Raum müsse man weiter Druck machen, mit einem konsequenten Energiekonzept für bezahlbare Strompreise sorgen. Als größte Herausforderung bezeichnete McAllister den Fachkräftemangel. Nötig sei ein höherer Anteil von Frauen und Migranten in Berufen, längere Lebensarbeitszeiten, eine bessere Qualifikation und leichtere Zuwanderung.

Oft seien es aber auch Kleinigkeiten, mit denen man dem Mittelstand helfen könne, betonte Bode. So habe man mit einem neuen Erlass den Zugang für kleine und mittlere Betriebe zu öffentlichen Ausschreibungen erleichtert. Und das neue Gaststättengesetz mache jetzt Kneipengründungen viel einfacher.

Von Peter Mlodoch

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