"Pegida ist die hässliche Fratze Deutschlands"

Parteitag der hessischen SPD in Kassel: Schäfer-Gümbel bleibt Chef

Kassel. Thorsten Schäfer-Gümbel ist erneut zum Landesvorsitzenden der hessischen SPD gewählt worden.

Auf dem Landesparteitag in Kassel forderte der Landesvorsitzende einen zentralen Plan für Hessen, damit die Integration der Flüchtlinge gelingen kann.

91,36 Prozent der Stimmen fielen auf den 46-Jährigen, der ohne Gegenkandidat angetreten war. Schäfer-Gümbel führt den Landesverband jetzt seit 2009 und ist das dritte Mal im Amt bestätigt worden. Insgesamt waren 302 Delegierte zur Wahl im Kasseler Hotel La Strada aufgerufen.

Schäfer-Gümbel zeigte sich nach der Wahl mit dem Ergebnis „sehr zufrieden.“ Die knapp zwei Prozent Stimmenverlust im Vergleich zu den letzten Wahlen m Jahr 2013, als er 94,9 Prozent erhielt, wertete er als minimale Abweichung.

Aktualisiert um 20 Uhr

Der Abstimmung vorausgegangen war eine einstündige Rede des neuen und alten SPD-Vorsitzenden, in der er sich vor allem auf die Lösung der Flüchtlingsfrage konzentrierte. Er forderte einen umfassenden Plan für Hessen zur Integration der Tausenden Menschen, die nach Deutschland und Hessen kommen – gewissermaßen einen „Hessenplan 2.0.“ Damit spielte er auf das Programm des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn an, das dieser ab 1951 verfolgte: Dieser Plan sah für das Nachkriegshessen unter anderem ein Aufbauprogramm im Bereich Wohnen, Wirtschaft und Verkehr vor.

Derzeit bräuchte man unter anderem 6000 neue, bezahlbare Wohnungen für alle Menschen. Auch bei der Polizei sei Handlungsbedarf: Diese habe schon vor Ankunft der vielen Flüchtlinge 3,5 Mio. Überstunden aufgebaut. „Jeden Euro, den wir jetzt nicht investieren, wird uns irgendwann teuer zu stehen kommen“, sagt Schäfer-Gümbel.

Zudem warnte der Schäfer-Gümbel vor den rechten Strömungen in Deutschland. „Wer heute noch Pegida hinterherläuft, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank“, sagte Schäfer-Gümbel. „Pediga ist die hässliche, die kalte Fratze Deutschland.“

Rubriklistenbild: © dpa

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