Forderung nach Stellenabbau bei Lehrern: Kritik an Landesrechnungshof

Hannover. Die vom Landesrechnungshof (LRH) geforderte Streichung von Lehrerstellen stößt bei Gewerkschaften und Verbänden auf massive Kritik. „Diese Forderung ist inakzeptabel, unpädagogisch und realitätsfern“, sagte Manfred Busch, Landeschef des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte.

Es gebe nicht zu viele Lehrer in Niedersachsen, sondern zu wenige. „Der Vorschlag des Landesrechnungshofes, die Demografie-Rendite besser zur Haushaltssanierung zu nutzen als in die Bildung zu stecken, ist falsch und gefährlich.“ Was an der einen Stelle gewonnen werde, komme dem Land an anderer Stelle doppelt teuer zu stehen.

Auch der Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt, lehnt Streichungen kategorisch ab: „Die Regierung verursacht aus ideologischen Gründen überzogene Kosten, weil sie keine Gesamtschulen zulässt.“ Zudem müsse das Land zunächst die versprochenen Entlastungen der Lehrer, der Ausgleich der Zeitkonten und kleinere Klassen umgesetzt werden. Auch stünden mit dem Ausbau der Ganztagsangebote und der Inklusion von behinderten Kindern große Aufgaben an, die eher noch mehr Lehrer erforderlich machten.

LRH-Chef Richard Höptner hatte im Haushaltausschuss des Landtags erklärt, es sei haushaltspolitisch „verfehlt“, wenn trotz rückläufiger Schülerzahlen keine Lehrerstellen gestrichen würden. Angesichts der klammen Haushaltskasse appellierte Höptner an Möllring, die Ausgaben des Landes weiter zurückzuschrauben. Höchster Ausgabenposten im von Schwarz-Gelb geplanten Doppelhaushalt für 2012 und 2013 sind die Personalausgaben - in beiden Jahren deutlich mehr als 10 Milliarden Euro. Für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur stehen jeweils knapp 7,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Derzeit steht Niedersachsen mit rund 54 Milliarden Euro in der Kreide. (lni)

Rubriklistenbild: © dpa

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