Landtag will endlich freies Wlan

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Wiesbaden. Es ist ein Ärgernis, das viele Landtagsabgeordnete seit längerer Zeit bemängeln – insbesondere die Jüngeren. Schließlich gehört freies Wlan bereits in vielen öffentlichen Gebäuden, Hotels und Cafés zum Standard – nicht so im hessischen Landtag.

Zuerst hatte der Hessiche Rundfunk über das Thema am Dienstag berichtet.

„Freies Wlan ist keine Spielerei, sondern Stand der Technik“, sagt Timon Gremmels, Fraktionsvize der Hessen-SPD. Er ist Mitglied einer kürzlich gegründeten IT-Arbeitsgruppe, die sich am Freitag trifft. „Ich hoffe, wir kommen dort einen Schritt weiter.“ Denn nicht nur den Abgeordneten soll der Internetzugang erleichtert werden. Es sei wichtig für ein Regierungsgebäude, dass auch die Gäste, die den Landtag besuchten, das Wlan nutzen könnten. Beispielsweise um mit ihnen über Twitter in Dialog zu treten und die Diskussion dort zu kommentieren. Das sei auch Bestandteil von Demokratie, sagt Gremmels.

Bisher gibt es an den Plätzen der Abgeordneten im Plenum einen Lan-Zugang. Das heißt, die Abgeordneten stöpseln sich über ein Kabel ins Internet. Das habe Sicherheitsgründe, sagt Pascal Schnitzler, Pressesprecher des Landtags. Ein Netzwerk sei immer noch geschützter als ein offenes W-Lan. Das habe das Beispiel des Angriffs auf den Bundestag gerade erst gezeigt. Zudem können die Abgeordneten über ihre Arbeitslaptops, wie bei einem Smartphone, mobil über einen Sicherheitsschlüssel das Internet nutzen. Doch das ist meist langsamer und wegen der dicken Stahlbetonmauer des Landtagsgebäudes nicht ständig erreichbar.

Internet ohne Kabel soll es derzeit aber unter anderem auf der Regierungsbank geben. Auf den Landtagsfluren heißt es aber, dass es nicht besonders leistungsstark sei. Dennoch: Für SPD-Fraktionsvize Gremmels sind das ungleiche Arbeitsbedingungen. Hier die Regierungsbank mit freiem Internetzugang, dort die Abgeordneten, die sich einstöpseln müssen.

Am Freitag soll das Innenministerium und die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung über Möglichkeiten und die Frage der Sicherheit aufklären. Wann tatsächlich ein offenes Wlan für alle, also auch die Gäste, kommt, könne man aber noch nicht absehen, sagt IT-Gruppenvorsitzender Joachim Veyhelmann (CDU). Ziel sei es, den sicheren Zugang irgendwann allen zu ermöglichen. Die Kosten dafür sind noch nicht beziffert.

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