Landtagswahl Brandenburg: Für ein wenig Aufmerksamkeit beschimpft sich die FDP selbst

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Ein Akt der Verzweiflung: Die FDP macht im Landtagswahlkampf in Brandenburg, wie hier in Potsdam, mit Anti-Werbung auf sich aufmerksam. Foto: dpa

Potsdam. In den östlichen Bundesländern tobt der Wahlkampf. Gleich drei Landtagswahlen stehen an: Am 31. August wird in Sachsen gewählt, am 14. September in Thüringen und Brandenburg.

Wahlkampfexperte Frank Stauss im Interview

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Auch die FDP, die bei den vorherigen Landtagswahlen 2009 in Brandenburg gerade einmal 3,9 Prozent der Stimmen erreichte, versucht, ihre Inhalte an den Wähler zu transportieren - und zwar mit einer sonderbaren Anti-Kampagne. Auf ihren Wahlplakaten in Brandenburg steht groß „Keine Sau braucht die FDP!“. Versucht man per Telefon die Landeszentrale zu erreichen, geht niemand an den Hörer, ein Tonband gibt den gleichen Spruch wieder. Und auch auf der Internetseite findet man statt Informationen zum Wahlprogramm nur diesen Spruch.

Was auf den ersten Blick absurd erscheint, hat einen ernsten Hintergrund, wie Parteichef Christian Linder gestern im ARD-Morgenmagazin erläuterte. Keine Einladungen zu Talk-Runden, keine Presseberichte, ja selbst beim ARD-Morgenmagazin seien die Einladungen an FDP-Vertreter deutlich weniger geworden, beschwerte sich Linder bei Moderator Wulf Schmiese. „Zwar habe ich erst einmal den Atem angehalten“, so Lindner, „doch dann habe ich verstanden, dass die Kollegen nach einem Weg suchen, in die Öffentlichkeit zu kommen, um für ihre Argumente zu werben.“

Bei einer Pressekonferenz am Vormittag lüftete dann der brandenburgische Spitzenkandidat Andreas Büttner das Geheimnis: „Jeder Autofahrer braucht die FDP, damit die Landesstraßen saniert werden und jeder Schüler braucht die FDP, damit es mehr Lehrer und weniger Unterrichtsausfall gibt“, sagte Büttner.

Die neue Botschaft soll auf 110 Großplakate geklebt werden und die Anti-Werbung ersetzen. Experten sind skeptisch. „Die Kampagne ist für die FDP kontraproduktiv“, ist sich Wahlkampfexperte Frank Stauss sicher (siehe Interview).

Von Daniel Göbel

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