Vor Landtagswahl

Wahlplakate beschmutzt und abgerissen: Parteien sind fast alle betroffen

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Beschmierte und beklebte Wahlplakate in Zierenberg und Bad Karlshafen: Betroffen sind so gut wie alle Parteien in jedem Wahlkampf.

Kreis Kassel. Beschmierte und abgerissene Wahlplakate sind in jedem Wahlkampf zu beobachten. Selten hinterlassen die Verantwortlichen aber einen Absender. Anders in Zierenberg.

Mit Aufklebern der „Identitären Bewegung“, einer vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsradikalen Bewegung, wurden in den letzten Tagen SPD-Wahlplakate in Zierenberg verunstaltet. „Der anonyme schwarze Filzstift und das Abreißen von Plakaten war gestern“, sagt Thomas Beneke, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Zierenberg. „Die Rechten fühlen sich inzwischen offenbar stark genug, um bei Plakatzerstörungen sogar ihren Absender zu hinterlassen.“

Das habe eine neue Qualität und sei ein Zeichen für zunehmende rechte Aktivitäten im Land, ist auch der SPD-Landtagskandidat Oliver Ulloth überzeugt, dessen Porträtplakate ebenfalls mit Aufklebern verunstaltet wurden. „Von Rechten werde ich mich niemals kleinkriegen lassen“, zeigt sich Ulloth kämpferisch. Anzeige wolle er nicht erstatten, vielmehr freue er sich, dass Passanten die Aufkleber abgerissen und ihn informiert hätten. In Hofgeismar seien Plakate von ihm und anderen mit falschherum gezeichneten Hakenkreuzen beschmiert worden, berichtet der 34-Jährige.

Auch die Alternative für Deutschland beklagt erhebliche Verluste ihrer Plakatierung. Laut Kreissprecher und Landtagskandidat Florian Kohlweg seien kreisweit etwa 400 und damit fast die Hälfte aller Plakate abgerissen oder beschmiert worden, sagt er auf HNA-Anfrage. Er selbst habe wegen der Sachbeschädigungen zum Beispiel in Habichtswald, Hofgeismar und Bad Karlshafen Anzeige erstattet. Weniger als der finanzielle Schaden ärgere der Aufwand, den die Neuplakatierung bedeute. Er glaube, dass seine Partei vom Plakatvandalismus am stärksten betroffen sei, sagt er. Aktuelle Zahlen darüber gibt es nicht. 

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