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Schwarz-Grün vor dem Aus? HNA-Umfrage zur Landtagswahl in Hessen sieht keine Mehrheit

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Muss er gehen? Unsere Umfrage sieht die schwarz-grüne Regierung die Mehrheit verpassen - Volker Bouffier könnte dennoch Ministerpräsident bleiben.

Kassel. Nach einer aktuellen HNA-Umfrage wird es für die schwarz-grüne Regierung in Hessen bei der Landtagswahl am 28. Oktober keine Mehrheit mehr geben. Welche Koalitionen realistisch sind, lesen Sie hier.

Laut ersten Ergebnissen unseres Umfrage-Projekts zur Landtagswahl in Zusammenarbeit mit Spiegel Online und Civey steht die schwarz-grüne Landesregierung vor dem Aus. Nur 44,5 Prozent der Befragten würden der CDU oder den Grünen ihre Stimme geben, wenn am Sonntag schon Landtagswahl in Hessen wäre.

Eine Mehrheit der Sitze im Landtag könnte je nach Anzahl der Parteien im Parlament knapp werden. Für eine Regierungsbildung müsste in diesem Fall ein dritter - oder anderer - Koalitionspartner her. Das Zünglein an der Waage könnte die FDP werden – die den Sozialdemokraten allerdings näher steht als CDU und Grünen. Was kann der Wähler also nach der Wahl erwarten? Wir machen den Koalitions-Check:

Jamaika-Koalition

Rechnerisch wäre es für Schwarz-Grün am einfachsten, die FDP mit in die Regierung zu holen. Ob die Freidemokraten dabei mitspielen würden, ist aber eher unwahrscheinlich. Zu groß sind die Unterschiede etwa in der Wirtschaftspolitik. Die FDP-Fraktion lässt ständig durchblicken, dass sie den Grünen Tarek Al-Wazir als Wirtschaftsminister für unfähig hält.

Al-Wazir ignoriere die Schwerpunkte der hessischen Wirtschaft, begründete Jürgen Lenders, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, im Gespräch mit unserer Zeitung.

In der Bildungspolitik stehen sich FDP und SPD nahe, beide wollen eine bessere Bezahlung von Grundschullehrern und eine bessere Lehrerversorgung insgesamt in Hessens Schulen erreichen. Um die FDP von einer Regierungsbeteiligung in solch einem Bündnis zu überzeugen, müssten CDU und Grüne noch große Schritte auf die Freidemokraten zugehen.

Fazit: rechnerisch möglich, aber unwahrscheinlich.

Ampel-Koalition

Auch ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP liegt derzeit gleichauf mit Schwarz-Grün und würde die Mehrheit im Landtag wohl verpassen – und ist dazu mindestens so unwahrscheinlich wie ein Jamaika-Bündnis. Die Politik von Grünen und FDP liegt zu weit auseinander. Und auch die SPD ist von den Grünen enttäuscht. Deren Parlamentarischer Geschäftsführer Günter Rudolph bezeichnete die Grünen gegenüber der HNA als „machtverliebt“ und „Großstadtpartei, die den ländlichen Raum vernachlässigt“.

Auch die Grünen würden wohl eher kein Bündnis mit der FDP eingehen wollen – egal, ob Sicherheits-, Bildungs- oder Wirtschaftspolitik: die beiden Parteien sind sich grundsätzlich uneinig.

Fazit: rechnerisch möglich, aber unwahrscheinlich. Ein solches Bündnis würde den drei Fraktionen viel strategische Flexibilität abverlangen.

Große Koalition

Was bleibt also, wenn alle anderen Bündnisse versagen? Eine große Koalition aus CDU und SPD. Immerhin kennen sich viele Abgeordnete beider Seiten seit vielen Jahren und arbeiten zum Teil auch in Ausschüssen erfolgreich zusammen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die FDP als dritter Partner dazu kommt. FDP und SPD könnten sich zusammentun und ihre Ideen etwa in Sachen Bildungspolitik gegen die CDU durchsetzen.

Fazit: Von allen Varianten die wahrscheinlichste.

Ausblick

Durch die sechste Kraft im Parlament – die AfD wird wohl mit einem zweistelligen Ergebnis einziehen – wird eine Regierungsbildung schwierig. Die Koalitionsverhandlungen könnten sich lange hinziehen, wie bei der vergangenen Bundestagswahl. Was dabei herauskommt, liegt an den Fraktionen. Die Schwerpunkte ihrer Politik sind aber so unterschiedlich, dass ein Dreierbündnis unwahrscheinlich ist.

Hintergrund: Repräsentative Umfragen auf HNA.de

In Zusammenarbeit mit den Online-Meinungsforschern von Civey.com und Spiegel Online läuft auf HNA.de aktuell ein Umfrage-Projekt zur Landtagswahl in Hessen am 28. Oktober. Die Umfragen zur Landtagswahl in Hessen und anderen politischen Themen finden sich außer auf HNA.de auch auf weiteren renommierten Nachrichtenportalen. Dadurch werden sehr viele Menschen erreicht. Civey zieht dann eine repräsentative Stichprobe aus allen Teilnehmern. Mehr Infos zum Umfrage-Projekt und wie Sie mitmachen können, finden Sie hier.

Die Ergebnisse im Detail: AfD bei Arbeitern und Beamten stark

Die Meinungsforscher von Civey schlüsseln die Ergebnisse der Online-Befragung auch nach soziodemografischen Angaben der Nutzer auf. So lassen sich mögliche Unterschiede im Wahlverhalten zwischen den Geschlechtern, Altersgruppen und Berufsstand erkennen.

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