Im Herbst ist es soweit

Landtagswahl in Hessen 2018: Termin, Kandidaten und Parteien im Überblick

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Hier sitzt die Legislative in Hessen: Das Stadtschloss in der Landeshauptstadt Wiesbaden beherbergt schon seit dem Jahr 1946 den Hessischen Landtag. Wer dort einen Sitz bekommt, entscheidet sich im Herbst 2018 durch die Landtagswahl.

Die Landtagswahl Hessen steht am 28. Oktober 2018 an. Wer sind die Kandidaten? Und wer darf wählen? Ein Überblick zur Wahl im Herbst.

Aktualisiert am 25. Februar 2018 - Die Landtagswahl in Hessen ist eine Wahl, die sich alle fünf Jahre wiederholt. Dabei wird das Hessische Parlament - nicht das der Bundesrepublik Deutschland - gewählt. Dieses Parlament ist in Bezug auf die Gewaltenteilung die Legislative. 

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind fast 4,4 Millionen Hessen für die Landtagswahl 2018 wahlberechtigt. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl im Jahr 2013 waren 16.800 Personen weniger berechtigt, ihren Stimmzettel abzugeben. Das entspricht einem Minus von 0,4 Prozent.

Die aktuelle Landesregierung in Hessen ist eine schwarz-grüne Koalition. Die CDU regiert also mit den Grünen. Die CDU stellt den Ministerpräsidenten: Volker Bouffier.

Welchen Einfluss hat eine Landtagswahl auf die Bundespolitik?

Wenn die einzelnen Parlamente der Länder gewählt sind, wird entsprechend auch der Bundesrat neu zusammengesetzt. Denn der Bundesrat ist so etwas wie das Parlament aller Länderparlamente. Dadurch haben die Landtagswahlen in den einzelnen Bundesländern auch direkten Einfluss auf die Politik im Bundestag.

Landtagswahl Hessen 2018: Termin am 28. Oktober?

Mitte Januar 2018 gab es einen Terminvorschlag von Ministerpräsident Bouffier von der CDU und seinem Stellvertreter Tarek Al-Wazir von den Grünen. Sie schlugen den 28. Oktober 2018 als Wahltag vor. Inzwischen ist dieser Termin offiziell und wird vom Hessischen Landtag auch kommuniziert.

Der genaue Wahltermin wird immer durch die Hessische Landesregierung festgelegt. Eine Regel, die weit im Voraus eine Berechnung des Wahldatums zulassen würde, sucht man vergeblich in der Hessischen Verfassung. Aber, in Artikel 79 steht: "Die Neuwahl muss vor Ablauf der Wahlperiode stattfinden." Eine Wahlperiode beträgt fünf Jahre. Die jüngste Wahl in Hessen war am 22. September 2013.

Der Screenshot zeigt, wie die Wahlbekanntmachung in Hessen gesetzlich geregelt ist.

Die Landtagswahl in Hessen fand bis zum Jahr 1999 alle vier Jahre statt. Doch dann änderte sich der Zyklus: Erst seit der Wahl im Jahr 2003 dauert eine hessische Legislaturperiode nun fünf Jahre. Dazu gab es damals einen Volksentscheid.

Wo hat der Hessische Landtag seinen Sitz?

Der Hessische Landtag hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Um genau zu sein im Stadtschloss Wiesbaden. Das imposante Gebäude steht an der Stelle, wo offenbar der historische Ursprung Wiesbadens im Mittelalter war.

Seit 1946 hat der Landtag seinen Sitz in besagtem Stadtschloss. In den historischen Räumen des Schlosses werden häufig Gäste zu offiziellen Anlässen empfangen. Konzerte und andere Veranstaltungen gibt es auch immer wieder im Musiksaal des Schlosses. Der 1. Dezember 1946 war ein ganz besonderer Tag in der Geschichte Hessens: An diesem Datum tagte der neue Landtag erstmals.

Einmal Lächeln für die Post: Der damalige Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine (Mitte), der damalige Ministerpräsident Hans Eichel (links) und der damalige Landtagspräsident Klaus Peter Möller stellten Anfang 1999 im Landtag in Wiesbaden die Sonderbriefmarke "Hessischer Landtag" vor. Sie erschien in der Serie "Landesparlamente in Deutschland".

Das Parlamentsgebäude hat sogar eine eigne Briefmarke. Im Januar 1999 stellte unter anderem der damalige Ministerpräsident Hans Eichel das sogenannte "Sonderpostwertzeichen Hessischer Landtag" der Öffentlichkeit vor.

Ein neuer Plenarsaal für die 110 Abgeordneten wurde zwischen den Jahren 2004 und 2008 errichtet.

Landtagswahl in Hessen: Wer darf wählen?

Aktives Wahlrecht: Jeder, der das 18. Lebensjahr vollendet hat - also offiziell erwachsen ist - und seinen Wohnsitz seit Minimum drei Monaten im Bundesland Hessen hat. Zudem müssen Wähler die deutsche Staatsangehörigkeit haben.

Passives Wahlrecht: Dieses Wahlrecht besagt, dass ein Mensch in ein bestimmtes Amt gewählt werden kann. Eine Besonderheit gibt es beim passiven Wahlrecht in Hessen. In Hessen muss man nämlich im Gegensatz zu den anderen Bundesländern 21 Jahre (statt 18 Jahre) alt sein. Zudem muss die Person, die sich in den Landtag wählen lassen will, mindestens schon ein Jahr in Hessen wohnen. Das bedeutet, dass die Person mindestens ein Jahr offiziell mit ihrem Wohnsitz in Hessen gemeldet sein muss.

Alles rund um das Wahlrecht und wie die Landtagswahl in Hessen funktioniert, haben wir in einem separaten Artikel für Sie zusammengefasst. Unter den 4,4 Millionen Wahlberechtigten in Hessen sieht ein Querschnitt in die statistische Verteilung so aus:

  • 52% der Wahlberechtigten sind weiblich
  • 35% der Wahlberechtigten sind älter als 60 Jahre oder älter - damit bilden sie die größte Altersgruppe von potenziellen Wählern
  • 9% der Wahlberechtigten gehören zu den 18- bis 24-Jährigen und bilden damit die kleinste Altersgruppe von potenziellen Wählern
  • insgesamt gibt es in Hessen 61.700 Erstwähler

Welche Parteien treten zur Landtagswahl 2018 an?

Wer wird gewählt? Es gibt fünf Parteien, die problemlos Wahlvorschläge einreichen können. Insgesamt treten folgende fünf Parteien definitiv zur Landtagswahl 2018 an.

  • CDU
  • SPD
  • Grüne
  • Linke
  • FDP
Hessischer Landtag nach der Wahl 2013: So sah die Sitzeverteilung damals aus. Wie sich diese Werte verändern, wird sich im Herbst 2018 bei der Landtagswahl in Hessen zeigen.

Natürlich können auch andere Parteien bzw. kleinere Parteien an der Wahl teilnehmen. Allerdings müssen sie dafür erst ausreichend Unterschriften sammeln. Dabei geht es aber um alles andere als Autogramme der aufgestellten Kandidaten.

Was sind Unterstützungsunterschriften?

Die Tierschutzpartei hatte beispielsweise anlässlich der Landtagswahl 2018 bereits Ende 2017 auf der Homepage der Partei darauf hingewiesen, dass die Tierschutzpartei nur auf dem Wahlzettel erscheinen wird, wenn genug Unterstützungsunterschriften zusammenkommen. Leser der Homepage wurden entsprechend aufgefordert, sich ein Formular herunterzuladen, auszudrucken und mit ihrer Unterschrift versehen an die Geschäftsstelle der Partei zu schicken.

Insgesamt sind in Hessen je 1000 solcher  Unterstützungsunterschriften notwendig. Neben der Unterschrift müssen auch Geburtsdatum und Adresse des Wahlberechtigten auf dem Zettel sein. Wer jetzt Bedenken wegen des Datenschutzes hat: Alle Formulare werden nach der Wahl vernichtet. Und natürlich ist man niemals verpflichtet, die Partei zu wählen, für die man zuvor eine Unterstützungsunterschrift geleistet hat.

Die Kandidaten für die Landtagswahl in Hessen 2018

  • CDU: Ministerpräsident Volker Bouffier will wieder für die CDU antreten und damit sein Amt verteidigen. Seit 2010 ist er der Chef von Hessen. Er wurde 1951 geboren, ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
  • SPD: Die hessische SPD geht wieder mit Thorsten Schäfer-Gümbel ins Rennen. Schäfer-Gümbel ist nicht nur Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der hessischen SPD, sondern auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Sozialdemokraten. Er wurde 1969 geboren.

Hessische Ministerpräsidenten: Von Karl Geiler bis Volker Bouffier 

Hessische Ministerpräsidenten, Volker Bouffier 
Seit 2010 ist Volker Bouffier (*1951) hessischer Ministerpräsident. Bouffier studierte Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein Großvater war Mitbegründer der CDU in Gießen, sein Vater war CDU-Kommunalpolitiker. Bouffier ist verheiratet und hat zwei Söhne. Wer alles zu seinen Vorgängern zählte, zeigen wir in dieser Fotostrecke.  © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Karl Geiler
Karl Geiler war von 1945-1946 hessischer Ministerpräsident, die amerikanische Besetzung setzte den parteilosen 67-jährigen Juristen nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Nach der Landtagswahl in Hessen 1946 drängte die SPD an die Macht und wollte Geiler, der sich inhaltlich mehr auf CDU und FDP stützte, loswerden. Geiler trat zurück. Ab 1947 lehrte er an der Universität Heidelberg. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Geiler Anwalt in Mannheim und war an der Gründung der Handelshochschule (heute Universität) Mannheim beteiligt.  © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Christian Stock
Christian Stock (1884-1967) war der erste gewählte Ministerpräsident von Hessen. 1902 trat Stock in der SPD ein und setzte sich seitdem für Demokratie und Arbeiter ein. Mit 58 von 87 Stimmen wurde Stock am 20. Dezember 1946 zum Hessischen Ministerpräsidenten gewählt. Er bildete eine Koalitionsregierung aus SPD und CDU, der er bis 1950 vorstand. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Georg-August Zinn
Georg-August Zinn (1901-1976) war von 1950 bis 1969 hessischer Ministerpräsident. Noch vor seinem Abitur trat er 1919 der SPD bei. Sein Abitur legte er 1920 in Kassel ab. Zinn war zweimal verheiratet. Er hat drei noch lebende Söhne. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Albert Osswald
Albert Osswald (rechts, 1919-1996) war von 1967 bis 1976 Hessens Ministerpräsident. Er schloss sich nach dem Kriegsende 1945 der SPD an. Osswald geriet in die Kritik der Öffentlichkeit, nachdem mehrere Details über finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Hessischen Landesbank bekannt wurden. 1976 erklärte Osswald seinen Rücktritt und übernahm die Verantwortung für den sogenannten Helaba-Skandal. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Holger Börner
Holger Börner (1931-2006) war Hessens Ministerpräsident von 1976 bis 1987. Er kommt aus Wolfsanger und war ab 1948 ebenfalls Mitglied der SPD, wurde 1950 Vorstandsmitglied der SPD Kassel und war seit 1956 deren stellvertretender Kreisvorsitzender. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Kasseler Stadtverordnetenversammlung und führte dort neun Jahre lang die SPD-Fraktion. Börner war verheiratet und hatte drei Kinder.  © dpa
Der Jurist Walter Wallmann (1932-2013) war von 1987 bis 1991 der sechste und erste christdemokratische Ministerpräsident in Hessen. Bereits 1961 trat er in die CDU ein. Er wurde Bezirksvorsitzender der Jungen Union in Mittelhessen und daneben als Richter am Landgericht Kassel, Amtsgericht Rotenburg an der Fulda und Landkreis Gießen tätig. Wallmann war verheiratet und hatte einen Sohn. © Katja Lenz / dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Hans Eichel
Der ehemalige Oberbürgermeister von Kassel (1975-1991) Hans Eichel (*1941) war von 1991 bis 1999 Ministerpräsident in Hessen. Eichel ist seit 1964 Mitglied der SPD. Nach seiner Zeit als Hessens Ministerpräsident war er bis 2005 Bundesminister der Finanzen. Seit 2005 ist Eichel in zweiter Ehe mit Gabriela Wolff-Eichel verheiratet. Aus der ersten Ehe hat er zwei Kinder. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Roland Koch
Der Rechtsanwalt Roland Koch (*1958) war von 1999 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Hessen. Koch trat bereits mit 14 Jahren der Jungen Union bei. Sein Vater war bereits CDU-Politiker und Landtagsabgeordneter im Hessischen Landtag. 2010 gab er seinen Rücktritt bekannt mit der Begründung, er wolle in der Wirtschaft tätig werden. Seit 2015 ist er Aufsichtsrat bei Vodafone. Koch ist verheiratet und hat zwei Söhne. © dpa

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