Vorläufiges Endergebnis steht fest -  Erneut schwarz-grüne Koalition möglich

94 Stimmen Vorsprung reichen für Platz zwei: Grüne überholen SPD bei Landtagswahl in Hessen

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Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), Grüner-Spitzenkandidat und hessischer Wirtschaftsminister, steht unter dem Applaus der Grünenfraktion im Sitzungssaal. Bei der Landtagswahl in Hessen haben CDU und SPD starke Verluste hinnehmen müssen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis können aber Schwarz-Grün mit hauchdünner Mehrheit weiter regieren.

Das vorläufige Endergebnis brachte bei der Landtagswahl in Hessen die Überraschung: Die Grünen haben die SPD doch noch überholt und wurden mit hauchdünnem Vorsprung zweitstärkste Kraft.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Oktober um 19.05 Uhr - Hessen steuert nach dem Herzschlagfinale bei der Landtagswahl einer Neuauflage der schwarz-grünen Koalition entgegen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zieht ein Zweierbündnis einer Dreierkonstellation eindeutig vor. Die FDP will ihrem Spitzenkandidaten René Rock zufolge kein "Ersatzrad" in einer denkbaren Jamaika-Koalition sein. In einer rechnerisch ebenfalls möglichen Ampel-Koalition unter Führung der Grünen wollen die Liberalen nicht eintreten. Einzig der große Wahlsieger, Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir, zeigte sich am Montag noch zurückhaltend und hielt sich alle Optionen offen.

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Wir haben nun auch noch einmal bemerkenswerte und außergewöhnliche Fakten zur Landtagswahl gesammelt. Darunter: Warum in einer nordhessischen Gemeinde die SPD genau eine Stimme Vorsprung hat. Wo der durchschnittlichste Ort liegt. Und sieben weitere kuriose Fakten zur Landtagswahl. 

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Vorläufiges Endergebnis bei Landtagswahl in Hessen: Schwarz-Grün mit knapper Mehrheit

Nach der Wahl hatte sich erst spät in der Nacht beim vorläufige Endergebnis herausgestellt, dass Schwarz-Grün künftig im Landtag eine knappe Mehrheit von einem Sitz hat. Die Union verlor stark, fuhr ihr schlechtestes Ergebnis seit über 50 Jahren ein und kam nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 27,0 Prozent. Die SPD rutschte im einstigen "roten Hessen" auf den historischen Tiefstand von 19,8 Prozent.

Diesen Wert erreichten auch die Grünen nach kräftigem Plus und landeten mit nur 94 Stimmen Vorsprung sogar als zweite Kraft vor den Sozialdemokraten. Somit könnte die Ökopartei in einer sogenannten Ampel-Koalition den Ministerpräsidenten stellen.

Die AfD holte 13,1 Prozent, die FDP 7,5 Prozent und die Linke 6,3 Prozent. Möglich wären neben Schwarz-Grün und Ampel auch ein Bündnis von CDU und SPD sowie Jamaika aus CDU, Grünen und FDP.

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Erste Ergebnisse zur Verfassungsreform deuten auf Zustimmung hin

Bei der Volksabstimmung zur Verfassungsreform in Hessen ist der erste Wahlkreis ausgezählt. In Waldeck-Frankenberg I haben die Wähler jeden der 15 Änderungsvorschläge angenommen, wie am Montag aus Daten des Statistischen Landesamtes in Wiesbaden hervorgeht. Die Zustimmung liegt demnach bei fast allen Punkten bei mehr als 80 oder teils sogar bei 90 Prozent und darüber. Die Wähler konnten die Änderungen am Sonntag im Ganzen ablehnen oder annehmen, sich bei einzelnen Punkten aber auch anders entscheiden.

Zu den umstrittensten Vorschlägen gehörten die Abschaffung der Todesstrafe, das Bekenntnis zu Europa und die Herabsetzung des Wählbarkeitsalters auf 18 Jahre. In Waldeck-Frankenberg lehnten rund 17 Prozent die Abschaffung der Todesstrafe ab, die das Grundgesetz ohnehin schon längst vorgenommen hat. Dem Bekenntnis zu Europa als Bestandteil der Landesverfassung verweigerten ebenfalls rund 17 Prozent ihre Zustimmung. Die Herabsetzung des Wählbarkeitsalters war mit rund 26 Prozent noch unbeliebter.

Die Auszählung der Stimmen dauerte am Montag noch an. Mit einem Endergebnisse rechne der Landeswahlleiter im Laufe des Dienstags.

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Zahlendreher bei Hessenwahl: Fehler führte zu langer Wahlnacht in Edermünde

So haben sich die Wahlhelfer im Jugendhaus den Abend in Edermünde-Besse sicherlich nicht vorgestellt. Erst gegen Mitternacht waren sie mit dem Durchzählen der Stimmen fertig. Was passiert war, lesen Sie hier.

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Die CDU will bei der Regierungsbildung in Hessen aufs Tempo drücken. Generalsekretär Manfred Pentz sagte am Montag in Wiesbaden, bereits in den nächsten Tagen wolle die Partei die Richtung für die Verhandlungen festlegen. Ziel sei, die Regierungsbildung dann bis zum Jahresende abzuschließen.

Kühne-Hörmann lässt Zukunft nach Hessenwahl offen 

Nach dem Verlust ihres Landtagsmandats lässt Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ihre Zukunft als Ministerin offen. Es werde bei den Verhandlungen mit möglichen Koalitionspartnern um Themen gehen, über Personal "wird überhaupt nicht geredet", sagte die stellvertretende CDU-Landesvorsitzende am Montag. Die 56-Jährige hatte bei der Landtagswahl am Sonntag im Wahlkreis Kassel-Stadt I gegen Vanessa Gronemann (Grüne) verloren. Auch ein Einzug über die Liste scheiterte trotz des aussichtsreichen Listenplatzes zwei. Seit 1995 tritt Kühne-Hörmann in dem umkämpften Wahlbezirk in Kassels Westen an. Damals gewann sie überraschend gegen Ministerpräsident Hans Eichel (SPD). Seitdem ging es auf und ab für die Christdemokratin: Dreimal zog sie nur über die Landesliste ein. "Dieser Wahlkreis war nie leicht zu gewinnen", erklärte Kühne-Hörmann. Siege gegen die SPD seien für die CDU immer nur unter besonderen politischen Umständen möglich gewesen.

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Wie sich die Wahlbeteiligung in Hessen entwickelt hat

Die Wahlbeteiligung ist bei der hessischen Landtagswahl am Sonntag leicht gesunken. Allerdings war bei der vorherigen Wahl 2013 zugleich auch der Bundestag gewählt worden, was üblicherweise mehr Menschen in die Wahllokale treibt. Hier die Entwicklung der Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen in Hessen in den letzten Jahrzehnten:

2018: 67,3 Prozent

2013: 73,2

2009: 61,0

2008: 64,3

2003: 64,6

1999: 66,4

1995: 66,3

1991: 70,8

1987: 80,3

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Grüne gewinnen bei Landtagswahl in Großstädten - AfD stark in Osthessen

Die Grünen habe als großer Gewinner der hessischen Landtagswahl ihre besten Resultate in den Großstädten erzielt. Zu ihren Hochburgen zählen Frankfurt, Darmstadt, Kassel, Wiesbaden und Offenbach. Dies geht aus einer am Montag vorgelegten Wahlanalyse des Statistischen Landesamts in Wiesbaden hervor.

Die CDU bleibt weiter am stärksten in Osthessen. Doch gleichzeitig verliert die Union dort auch überproportional stark. Mit profitiert hat davon die AfD, die im Wahlkreis Fulda II mit 18,2 Prozent deutlich über dem Landesschnitt liegt. Stark sind die Rechtspopulisten auch in der Wetterau und im Osten des Main-Kinzig-Kreises.

Trotz großer Verluste kann sich die SPD in den ländlichen Gebieten von Nordhessen als stärkste Kraft behaupten. In Kassel-Land II kommt sie als einzigem Wahlkreis über die 30-Prozent-Marke.

Die Linke ist wie die Grünen ebenfalls am stärksten in den Großstädten. Ihren höchsten Stimmenanteil erreichen sie im Wahlkreis Frankfurt V. Die FDP schneidet am besten im Speckgürtel des Rhein-Main-Gebiets ab.

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AfD fühlt sich nach Wahlerfolg in Hessen nicht genügend beachtet

Die AfD ist enttäuscht über die geringe Beachtung, die ihr Wahlerfolg in Hessen findet. "Ich hab gedacht, ich bin im falschen Film", kommentierte der AfD-Parteivorsitzende Alexander Gauland am Montag in Berlin die TV-Berichterstattung zur Landtagswahl am Sonntag. "Da brechen die Volksparteien weg und zusammen, und da fragt keiner nach, warum", fügte er hinzu.

Trotz großer Verluste wurde die CDU mit 27 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Die SPD stürzte auf 19,8 Prozent ab und liegt damit gleichauf mit den Grünen. Die AfD zog mit 13,1 Prozent erstmals in den hessischen Landtag ein und ist damit jetzt in allen 16 Landesparlamenten vertreten. Die FDP kam auf 7,5 Prozent, die Linke auf 6,3 Prozent. Alle anderen Parteien hatten vor der Wahl eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen. Der zweite Bundesvorsitzende Jörg Meuthen sagte: "Unser Anspruch ist nicht, dauerhaft als Protestpartei wahrgenommen zu werden."

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Aus dem detaillierten amtlichen Endergebnis des Landeswahlleiters haben wir die Wahlergebnisse aller 23 Kasseler Stadtteile zusammengerechnet. Hierbei zeigen sich spannende Unterschiede - die Grünen sind in einigen Stadtteilen stärkste Kraft geworden, sogar die Linken haben in einem Stadtteil die meisten Zweitstimmen bekommen. Die Ergebnisse der Stadtteile im Detail sehen Sie hier. Alles Aktuelle zur Landtagswahl finden Sie stets auf unserer Übersichtsseite

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Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) favorisiert nach der Landtagswahl ein Zweierbündnis. "Wir brauchen wirklich bald klare Verhältnisse", sagte er am Montagmorgen. Er werde den Gremien der CDU vorschlagen, SPD, Grünen und FDP Gespräche anzubieten. "Da ist klar, dass ein Zweierbündnis natürlich eher in Betracht kommt als Dreierbündnisse", sagte Bouffier. Eine schwarz-grüne Koalition mit der Mehrheit von nur einem Sitz im künftigen Wiesbadener Landtag halte er für herausfordernd, aber auch disziplinierend. 

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Neuer hessischer Landtag wird größer

Der hessische Landtag wird künftig wegen zahlreicher Überhang- und Ausgleichsmandate 137 statt 110 Abgeordnete haben. Es ergibt sich folgende Sitzverteilung: CDU 40, SPD 29, Grüne 29, AfD 19, FDP 11 und die Linke 9. 

Wahlbeteiligung niedriger als 2013 

Die Wahlbeteiligung lag bei 67,3 Prozent - 2013 waren es 73,2 Prozent gewesen, damals fielen allerdings Bundestags- und Landtagswahl auf einen Tag. Wahlberechtigt waren 4,38 Millionen Bürger.

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Am Tag nach der Landtagswahl in Hessen wird aus den Reihen der SPD-Linken der Fortbestand der großen Koalition zunehmend lauter in Frage gestellt. In der CDU wurde der Ruf nach personellen Konsequenzen laut - wenn auch erst vereinzelt. An diesem Montag wollen die Parteigremien in Wiesbaden und Berlin über Konsequenzen aus dem Ergebnis beraten. 

Die Parteivorsitzenden von CDU und SPD, Angela Merkel und Andrea Nahles, geraten durch das Ergebnis intern noch stärker unter Druck. Am kommenden Wochenende wollen die Spitzen beider Parteien über Konsequenzen aus den Wahlen in Bayern und Hessen diskutieren. Auf Vorschlag von Nahles wollen die Sozialdemokraten bereits an diesem Montag in Präsidium und Vorstand beraten, wie die GroKo künftig besser arbeiten kann, und wann für die SPD eine rote Linie erreicht ist. 

CDU-Generalsekretärin geht aus, dass Merkel erneut als Kanzlerin kandidiert 

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte am Wahlabend, sie gehe aktuell davon aus, dass Merkel beim Parteitag in Hamburg erneut kandidieren werde. (mit dpa

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Wahnsinn: Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis von 1.45 Uhr haben die Grünen hessenweit 94 Zweitstimmen mehr geholt als die SPD. 570.260 Stimmen konnten die Grünen (19,81%) holen, 570.166 die SPD (19,80%). Die Grünen sind damit erstmals zweitstärkste Kraft in Hessen.

Mit dem vorläufigen Ergebnis steht auch die voraussichtliche Sitzverteilung im neuen Parlament fest. Die CDU kommt auf 40 Sitze, Grüne und SPD beide auf 29, die AfD auf 19, die FDP auf 11 und die Linken auf 9. Eine erforderliche Mehrheit von 69 Sitzen im Parlament hätte damit etwa eine schwarz-grüne (69 Sitze), schwarz-rote (69), Ampel- (69) oder Jamaika-Koalition (80). Die Koalitionsverhandlungen der nächsten Tage dürften damit spannend werden.

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Die Spitzenkandidaten der Parteien (von links) Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), Tarek Al-Wazir (Bündnis90/Die Grünen) und Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, stehen während der HR-Fernsehrunde nebeneinander und schauen auf die Zahlen einer Hochrechnung.

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Alle Gemeinden sind ausgezählt! Mit Frankfurt lieferte gegen 1.30 Uhr auch die letzte Gemeinde Hessens ihre Ergebnisse an den Wahlleiter. Die Grünen konnte in Frankfurt am Main in zwei Wahlkreisen Direktmandate holen, die Partei hat damit fünf Direktmandate geholt.

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Die CDU bleibt trotz massiver Einbußen bei der Landtagswahl in Hessen stärkste Kraft, die SPD liegt nach herben Verlusten nur noch knapp vor den Grünen auf Platz zwei. Das schwarz-grüne Regierungsbündnis muss um eine Fortsetzung bangen. Große Gewinner bei der Hessen-Wahl sind die Grünen und die AfD.

Ob es trotz massiver Zugewinne der Grünen für eine Fortsetzung des seit 2013 in Hessen regierenden schwarz-grünen Bündnisses reicht, war am Abend zunächst noch offen. Die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier blieb zwar stärkste Kraft, fuhr nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF aber ihr schlechtestes Ergebnis in dem Bundesland seit mehr als 50 Jahren ein und rutschte unter die Marke von 30 Prozent. Die SPD von Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel erzielte mit um die 20 Prozent ihr schlechtestes Landesergebnis jemals. Große Wahlgewinner sind die Grünen mit ihrem besten Abschneiden bei einer Hessen-Wahl sowie die AfD. Die Rechtspopulisten zogen erstmals in den Landtag ein und sind nunmehr in allen 16 Landesparlamenten vertreten. Auch FDP und Linke bleiben im Landtag in Wiesbaden - damit bekommt Hessen erstmals ein Sechs-Parteien-Parlament.

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Alle nordhessischen Wahlkreise und Gemeinden ausgezählt

Mitternacht. Es ist geschafft: Alle nordhessischen Wahlkreise und Gemeinden sind ausgezählt. Insgesamt fehlen nur noch:

  • Bad Homburg
  • Frankfurt
  • Obertshausen
  • Pfungstadt

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Kasseler Grünen-Politikerin Gronemann holt Direktmandat

Die Grünen feiern in der Caricatura: Vanessa Gronemann (links) und Karin Müller.

Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten mit den zentralen Wahlservern in Wiesbaden steht das vorläufige Kasseler Wahlergebnis der Hessenwahl 2018 fest. Die Grünen-Politikerin Vanessa Gronemann hat im Wahlkreis Kassel Stadt I das Direktmandat geholt - neben Al Wazir und Hildegard Förster-Heldmann (Darmstadt) das dritte bei dieser Wahl. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Direktmandate an die Grünen gehen.

Gronemann hat damit die amtierende Justizministerin Eva Kühne-Hörmann geschlagen. Sie sagt gerade: "Es ist einfach überwältigend."

Den Wahlkreis 4 („Kassel Stadt II“) holte sich Wolfgang Decker (SPD).

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Hessens CDU-Vorsitzender Volker Bouffier hat zum fünften Mal den Wahlkreis Gießen II gegen SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel gewonnen. Beide Politiker büßten im Vergleich zur Landtagswahl 2013 aber deutlich an Stimmen ein: Bouffier fast 10 000, Schäfer-Gümbel nahezu 9500 Stimmen. Der hessische Ministerpräsident holte am Sonntag 33,8 Prozent der gültigen Erststimmen, der SPD-Spitzenkandidat 26,7 Prozent. Damit betrug der Unterschied 7,1 Prozentpunkte, vor fünf Jahren lag die Differenz bei 7,6 Punkten. Am höchsten war sie beim ersten Duell 2003 (22,1 Punkte), am niedrigsten 2008 (2,2 Punkte).

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Die SPD bleibt in Hessen voraussichtlich zweitstärkste Kraft. In den Hochrechnungen von ARD und ZDF vom späten Sonntagabend lagen die Sozialdemokraten mit 19,6 bis 20,1 Prozent knapp vor den Grünen, die auf 19,4 bis 19,6 Prozent kamen. Zuvor hatten sich beide Parteien für längere Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Für die SPD ist das Ergebnis der Landtagswahl vom Sonntag trotzdem bitter: Sie verlor in Hessen mehr als zehn Prozentpunkte und fuhr damit ihr bisher schlechtestes Ergebnis ein.

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Die Auszählung der Wahlzettel schreitet voran: Aus Nordhessen fehlen nur noch Kassel (Wahlkreis 3+4), Edermünde (Wahlkreis Schwalm-Eder 1) und Wehretal (Wahlkreis Rotenburg) - die anderen 113 sind schon da.

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Mittlerweile sind fast alle Wahlkreise und Gemeinden ausgezählt. In Nordhessen fehlen nur noch der Wahlkreis 7 (Schwalm-Eder I) und die Gemeinde Edermünde.

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Tarek Al-Wazir erringt erstes grünes Direktmandat

Tarek Al-Wazir

Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir hat in seiner Heimatstadt Offenbach das landesweit erste Direktmandat für seine Partei gewonnen. Der amtierende Wirtschafts- und Verkehrsminister errang bei der Landtagswahl im Wahlkreis Offenbach-Stadt 27,5 Prozent der Stimmen, wie das vorläufige Ergebnis des Landeswahlleiters zeigt. Hinter ihm liegt der CDU-Bewerber und amtierende Sozialminister Stefan Grüttner mit 22,5 Prozent. Grüttner hatte das Direktmandat zuvor seit 1995 inne. Im Vergleich zur Wahl 2013 verlor Grüttner 13,1 Prozentpunkte, Al-Wazir legte im Gegenzug 11,8 Prozentpunkte zu.

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Wie viele Sitze hat der hessische Landtag?

Auch im Netz beschäftigen sich die Menschen aktuell mit Themen rund um die Hessen-Wahl. Eine der am häufigsten gestellten Fragen bei der Suchmaschine lautet: Wie viele Sitze hat der hessische Landtag? Der Landtag, der sich in Wiesbaden befindet, hat 110 Sitze. Auch diese Fragen wurden am Wahlsonntag besonders häufig von Internetnutzern bei Google eingegeben:

2. Wann kommen die Ergebnisse der Wahlen? Antwort: Die meisten Ergebnisse gibt es schon. Sie finden Sie hier auf HNA.de.

3. Wie alt ist Ursula Bouffier? Antwort: Laut RTL war sie im März 60 Jahre alt - ein Geburtstag wird allerdings nicht genannt.

4. Wie viele Menschen leben in Hessen? Antwort: In Hessen leben etwa 6,1 Millionen Menschen (Stand 2011).

5. Wo sind die nächsten Landtagswahlen? Antwort: Als nächstes wird in Sachsen gewählt (Quelle: Google):

Sachsen

1. September 2019

5 Jahre

Thüringen

27. Oktober 2019

5 Jahre

Hamburg

voraussichtlich Frühjahr 2020

5 Jahre

Baden-Württemberg

voraussichtlich Frühjahr 2021

5 Jahre

6. Was ist eine Hochrechnung? Antwort: Wenn noch nicht alle amtlichen Ergebnisse der Wahl da sind, dann schätzen Spezialisten aus den vorhandenen Zahlen, wie das Endergebnis vermutlich ausfällt. Das nennt man Hochrechnung.

7. Wann sind die nächsten Bundestagswahlen? Antwort: Der nächste Bundestagswahlen wird 2021 gewählt. ein genaues Datum steht noch nicht fest.

8. Wie kommt man in den Landtag? Antwort: Man kommt nur mit einem Sitz in den Landtag, wenn man auch gewählt wurde. man kann sich also nicht einkaufen oder gar dafür bewerben und am Ende von anderen Abgeordneten gewählt werden.

9. Was sind Überhangmandate? Antwort: Zu Überhangmandaten kommt es, wenn eine Partei mehr Direktmandate erringt als ihr Sitze im Bundestag durch das Ergebnis der Zweitstimme zustehen würden. Durch die Überhangmandate würde jedoch die Sitzverteilung im Landtag nicht mehr dem Ergebnis der Zweitstimmenverteilung entsprechen. Deshalb gibt es Ausgleichsmandate (für die anderen Parteien), die das Verhältnis wieder ausgleichen.

10. Wer wählt AfD? Antwort: Auf diese Frage spuckt Google mehrere Studien aus.

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Erster Wahlkreis in Nordhessen ausgezählt

Als erster Wahlkreis in Nordhessen ist der Wahlkreis Waldeck-Frankenberg I ausgezählt. CDU-Kandidat Armin Schwarz hat 34,5 Prozent der Stimmen geholt und damit das Direktmandat verteidigt. Hier finden Sie die Wahlkreis-Karte:

Probleme bei Hessenwahl-Ergebnissen aus Kassel

Am Abend ließen Zahlen aus Kassel lange auf sich warten. Grund dafür waren offenbar massive technische Probleme beim Statistischen Landesamt. Deswegen können auf HNA.de derzeit keine aktualisierten Wahl-Ergebnisse dargestellt werden. „Die Stadt Kassel hat keinen Einfluss darauf, technische Fehler oder Verzögerungen bei der Erfassung, Übermittlung und Darstellung der Ergebnisse zu beeinflussen oder zu beheben“, teilt Stadtsprecher Claas Michaelis mit. 

Bei der Landtagswahl sei hessenweit ein neues technisches Verfahren bei der Ergebniserfassung im Einsatz, erläutert Michaelis. Dabei sollen Mitarbeiter der örtlichen Wahlbehörden wie der Stadt Kassel die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken auf einem zentralen Server des Hessischen Statistischen Landesamtes eingeben. Die Darstellung der Ergebnisse auf HNA.de wiederum speist sich aus den Daten vom zentralen Server des Landes. Der war aber offenbar überlastet.

Seit 19.30 Uhr hatte man die Ergebnisse aus den Kasseler Wahlbezirken deshalb per Hand erfasst. Die Endergebnisse sollten dann nach Wiesbaden gefaxt werden, teilte die Stadt Kassel mit.  Zwischenzeitlich hieß es, dass es daher keine Ergebnisse es Kassel gebe. Mittlerweile sollen die Systeme aber wieder laufen.

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SPD verliert in Spangenberg am meisten

Landesweit hat die SPD wohl über zehn Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2013 verloren. Auch in Nordhessen gibt es einzelne Gemeinden, in denen die Sozialdemokraten stark eingebüßt haben: In Spangenberg etwa kommt die SPD zwar noch auf für den Landesschnitt gute 28,4 Prozent, was aber dennoch 15,4 Prozentpunkte weniger sind als noch vor fünf Jahren. Alle Gemeinde-Ergebnisse aus ganz Hessen finden Sie hier.

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Aktuelle Hochrechnungen: Schwarz-Grün muss um Mehrheit bangen

Nach Berechnungen der ARD von 20.51 Uhr reicht es knapp nicht mehr für CDU und Grüne. Wie im ZDF (Stand 21.00 Uhr) fehlt Schwarz-Grün eine Stimme zur absoluten Mehrheit im Landtag.

In der ARD kommen die beiden Parteien auf 60 von 121 Sitzen, laut ZDF auf 62 von 124 Sitzen. In die Zahlen sind jeweils Überhangs- und Ausgleichsmandate eingerechnet.

Eine klare Mehrheit sehen beide Sender derzeit nur für eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP. Laut ARD wären auch eine Koalition aus CDU und SPD sowie eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP möglich. Im ZDF reicht es für diese Bündnisse derzeit nicht.

Die CDU kommt den Hochrechnungen zufolge auf 27,2 Prozent. Grüne und SPD liegen sehr nah beieinander. Das ZDF sieht sie jeweils bei 19,6 Prozent, die ARD bei 19,8 Prozent (SPD) und 19,6 Prozent (Grüne). Die Linke kommt auf 6,1 bis 6,4 Prozent, die FDP erhält 7,7 bis 7,8 Prozent der Stimmen. Die AfD schafft mit 13,0 bis 13,2 Prozent erstmals den Einzug in den Landtag.

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Welche Koalitionen sind in Hessen nun möglich?

Hier finden Sie unseren Koalitionsrechner:

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SPD-Landeschef Schäfer-Gümbel lässt Zukunft offen

Hessens SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hat nach den schweren Verlusten bei der Landtagswahl seinen Verbleib im Amt als Landes- und Fraktionschef vorerst offen gelassen. "Wir werden uns morgen zusammensetzen in den Landesgremien, wir werden darüber reden müssen, wie wir weiter machen", sagte Schäfer-Gümbel am Sonntag in der ARD auf eine entsprechende Frage. Es sei ein schwerer und bitterer Abend. Er lasse sich aber die zehnjährige Aufbauarbeit in der Landespartei nach einer schweren Krise nicht kaputt machen.

Es sei unfassbar, dass die SPD, obwohl die Wähler ihr ausweislich von Umfragen in Hessen die Kompetenz zugesprochen hätten, die Probleme besser zu lösen, am Ende "die goldene Zitrone" bekomme. "Das ist ein schwerer Rückschlag, der muss Konsequenzen in Berlin haben für die inhaltliche Aufstellung der Bundespartei und darüber werden wir morgen sicher zu reden haben", sagte Schäfer-Gümbel.

Thorsten Schäfer-Gümbel am Wahlabend.

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Zahlreiche weitere Gemeinden sind ausgezählt. Hier finden sie alle Ergebnisse.

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Kurzer Zwischenruf: Oberweser und Wahlsburg stimmen deutlich für die Fusion ihrer Gemeinden. In Oberweser kreuzten 70,26 Prozent ja an, in Wahlsburg 74 Prozent.

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Hier finden Sie die Gewinne und Verluste der Parteien bei der Landtagswahl:

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Hochrechnungen: Schwarz-Grün muss um Mehrheit bangen

Bei der Landtagswahl in Hessen muss die schwarz-grüne Regierungskoalition derzeitigen Hochrechnungen zufolge um ihre Mehrheit zittern. Laut Berechnungen des ZDF von 20 Uhr fehlt CDU und Grünen eine Stimme zur absoluten Mehrheit im Landtag. Die Parteien kämen zusammen auf 62 von 124 Sitzen, nötig wären aber 63.

Die ARD geht hingegen in einer Hochrechnung von 19.57 Uhr von einer Stimme Mehrheit für Schwarz-Grün aus. Beide Parteien kämen demnach zusammen auf 61 von 121 Sitzen. In den Zahlen sind jeweils Überhangs- und Ausgleichsmandate eingerechnet.

Eine klare Mehrheit sehen ARD und ZDF derzeit nur für eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP. Die CDU kommt auf 27,2 (ZDF) und 27,4 Prozent (ARD). Grüne und SPD liegen sehr nah beieinander. Das ZDF sieht sie jeweils bei 19,6 Prozent, die ARD bei 19,6 Prozent (SPD) und 19,5 Prozent (Grüne). Die Linke kommt auf 6,0 bis 6,4 Prozent, die FDP erhält 7,8 Prozent der Stimmen. Die AfD schafft mit 12,8 bis 13,0 Prozent erstmals den Einzug in den Landtag.

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Wahlämter melden Probleme: Server überlastet

Die Wahlämter mehrerer Städte und Gemeinden berichten von Problemen bei der zentralen Erfassung der Wahlergebnisse. Der Server in Wiesbaden soll überlastet sein, weil 432 Kommunen gleichzeitig darauf zugreifen.

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Aktuelle Hochrechnungen für Hessen-Wahl: SPD und Grüne liefern sich ein enges Rennen

Nach einer neuen Hochrechnung im hr-Fernsehen liefern sich SPD und Grüne in Hessen hinter der CDU ein enges Rennen. Nach der Hochrechnung um 19.21 Uhr kamen SPD und Grüne auf jeweils 19,5 Prozent. Nach den Berechnungen von Infratest dimap liegt die CDU mit 27,8 Prozent klar vorne. Als viertstärkste Kraft wird die AfD (12,5 Prozent) erstmals in den Landtag in Wiesbaden einziehen. Auch die FDP mit 7,9 Prozent und Linke mit 6,0 kommen damit sicher über die Fünf-Prozent-Hürde.

Die CDU erreicht nach der Hochrechnung 33 Sitze im Landtag mit eigentlich 110 Abgeordneten. SPD und Grüne kommen auf je 23 Sitze, die AfD auf 15, die FDP auf 9, die Linke auf 7. Die genaue Sitzverteilung und die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Landtag sind aber noch unklar, da es zu Überhang- und Ausgleichsmandaten kommen könnte.

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Erste Gemeinde-Ergebnisse bei der Hessenwahl sind da

Es gibt die ersten Gemeinde-Ergebnisse aus Nordhessen: Diemelstadt (Waldeck-Frankenberg) und Neu-Eichenberg (Werra-Meißner-Kreis) sind ausgezählt. Hier finden sie alle Ergebnisse.

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Aktuelle Hochrechnungen für Hessen-Wahl: Schwarz-Grün und Schwarz-Rot möglich

Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF sind zurzeit eine schwarz-grüne Koalition und ein Bündnis aus CDU und SPD möglich. Nach den Hochrechnungen von 18.45 Uhr hätten beide Koalitionen eine hauchdünne Mehrheit. Laut ARD käme die amtierende Regierung aus CDU und Grünen auf 56 von 110 Sitzen, auch CDU und SPD hätten 56 Mandate. Nach ZDF-Berechnungen liegen Schwarz-Grün und Schwarz-Rot bei jeweils 63 von 125 Sitzen.

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Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat sich nach der Hessen-Wahl zufrieden gezeigt. "Wir haben unsere Wahlziele allesamt erreicht", sagte er mit Blick auf den Einzug seiner Partei in den nunmehr 16. Landtag. Der Frage nach einer Koalition mit der CDU in Hessen erteilte er eine Absage. "Wir sehen im Moment auch keine Grundlage für eine solche Zusammenarbeit", sagte Meuthen. "Wir machen das, was wir in den anderen Landtagen und im Bundestag auch schon machen: nämlich gute, konstruktive Oppositionsarbeit."

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Wahlbeteiligung bei Hessen-Wahl lag bei etwa 67,5 Prozent 

Die Wahlbeteiligung lag bei rund 67,5 Prozent (ARD) - 2013 waren es 73,2 Prozent gewesen, damals fielen Bundes- und Landtagswahl allerdings auf einen Tag. Wahlberechtigt waren 4,38 Millionen Männer und Frauen, darunter 62.000 Erstwähler. 

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Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD, M), Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der SPD Hessen, äußert sich auf der Wahlparty zu den Hochrechnungen zur Landtagswahl.

Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel sieht keinen Anlass für personelle Konsequenzen an der Spitze seiner Partei im Bund. "Wir haben ein bisschen häufig unsere Vorsitzenden ausgetauscht, und es hat ehrlich gesagt im Ergebnis auch nichts gebracht", sagte Schäfer-Gümbel am Sonntag in der ARD. Es gebe keine Veranlassung, über Personalien zu reden. Der eigentliche Punkt sei, dass wieder erkennbar werde, für was die SPD stehe, sagte der SPD-Bundesvize. Das müsse auf Bundesebene geschehen. Auch die hessische SPD werde nicht zur Tagesordnung übergehen und an diesem Montag beraten, wie es weitergehen könne. "Chaostage" würden aber nicht ausbrechen.

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Bouffier sieht sich nach Landtagswahl in Hessen weiter im Amt

Volker Bouffier, Ministerpräsident von Hessen, spricht im Landtag von Hessen vor den Anhängern der CDU auf der Bühne.

CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier geht davon aus, dass er im Amt bleibt. "Wir werden erneut den Anspruch erheben, die Landesregierung in Hessen anzuführen. Wir sind klar stärkste Fraktion", sagte Bouffier am Sonntag in Wiesbaden. Er kündigte Gespräche mit den anderen Parteien für die nächsten Tage an, nur für die Linken und die AfD werde es keine Einladung geben.

Zugleich räumte Bouffier Verluste für die CDU ein: "Wir haben schmerzliche Verluste erlitten, das macht uns demütig, das nehmen wir ernst". Der Wahlkampf sei stark überlagert worden vom Erscheinungsbild der großen Koalition in Berlin. Die Menschen wünschten sich von ihr weniger Streit und mehr Sachorientierung.

Es seien aber auch zwei zentrale Wahlziele erreicht. Die CDU habe stärkste Fraktion werden und zugleich sicherstellen wollen, dass gegen sie keine Regierungsbildung möglich sei. Nach dem Stand gegen 18.30 Uhr sei beides gelungen, sagte Bouffier.

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Mehrere Konstellationen für eine neue Landesregierung sind nach ersten Hochrechnungen denkbar: Erstmals in der hessischen Geschichte könnte es zu einem Dreier-Bündnis kommen, aber auch eine knappe Mehrheit für eine Fortsetzung der schwarz-grünen Landesregierung schien kurz nach Schließung der Wahllokale möglich.

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Ungenau in der Hektik? In Gieselwerder sind zwei Stimmzettel in der Urne mehr als Wähler abgehakt waren. Ein Fehler ist um 18.36 gefunden worden, er passierte beim Abzählen der Stimmzettelstapel. Der zweite Fehler soll später durch Abgleich des Wählerverzeichnisses geklärt werden.

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Parteimitglieder empfangen den Fraktionsvorsitzenden der hessischen FDP, Rock, bei der Wahlparty der FDP im Landtagsgebäude.

Der hessische FDP-Spitzenkandidat René Rock ist offen für ein Jamaika-Regierungsbündnis mit der CDU und den Grünen. "Ja, wir würden sondieren und wollen gucken, ob wir es hinbekommen", sagte Rock am Sonntagabend im ZDF. Eine solche Koalition sei in Hessen einfacher zu bilden als im Bund. "Wir würden uns natürlich freuen, unsere Politik umsetzen zu können", sagte Rock.

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Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping hat sich nach der Hessen-Wahl enttäuscht gezeigt. "Man wünscht sich immer mehr. Auch den Umfragen zufolge hatten wir uns noch ein paar Prozente mehr erhofft", sagte sie am Sonntagabend. Für die Bundespolitik sehe sie jedoch ein klares Signal: "Diese Wahl heute war eine Denkzettelwahl für die große Koalition." Sie freue sich, dass die Linke wieder in den Landtag einziehe. "Die Linke war immer die Lobby für alle, die sich keine Lobbyisten leisten konnte."

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Der Sprecher der hessischen AfD, Robert Lambrou, hat seine Partei nach der Hochrechnung als einen der Wahlgewinner des Abends bezeichnet. "Jetzt können wir endlich mitgestalten und Oppositionsarbeit machen", sagte Lambrou nach der Prognose im hr-Fernsehen. Dass die AfD nicht noch besser abgeschnitten habe, hänge an der Kampagne von Ministerpräsident und CDU-Chef Volker Bouffier gegen sie. "Wir sind keine Gefahr für Deutschland, wir sind eine Gefahr für das Wahlergebnis der CDU."

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Grünen-Chefin begeistert über gute Abschneiden bei Hessen-Wahl

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat sich begeistert über das gute Abschneiden ihrer Partei bei der hessischen Landtagswahl gezeigt. "So grün war Hessen noch nie", sagte sie am Sonntagabend. "Die Klimakrise ist mitten in Deutschland angekommen." Die Grünen hätten gerade auch in Hessen gezeigt, dass sie Antworten lieferten und nicht Probleme herbeiredeten. Als Beispiel nannte sie die gute Anbindung von Bus und Bahn im ländlichen Raum. Nach ersten Prognosen haben die Grünen etwa 20 Prozent der Stimmen erhalten.

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Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph, hat die große Koalition in Berlin für das schlechte Abschneiden der SPD in Hessen verantwortlich gemacht. "Die große Koalition hat sich mit sich selbst beschäftigt, statt Probleme zu lösen", sagte Rudolph nach der Hochrechnung der Hessen-Wahl im hr-Fernsehen. "Da war ein Orkan aus Berlin, der auf uns nieder gegangen ist."

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CDU-Generalsekretärin räumt schmerzhafte Verluste bei Hessen-Wahl ein

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat bei der Landtagswahl in Hessen schmerzhafte Verluste ihrer Partei eingeräumt. Allerdings sei das große Wahlziel, Rot-Rot-Grün zu verhindern, erreicht worden. Es sei außerdem gelungen, "die erfolgreiche Arbeit der schwarz-grünen Regierung unter Führung von Ministerpräsident Volker Bouffier fortsetzen zu können", sagte Kramp-Karrenbauer am Sonntagabend in einer ersten Reaktion auf den Wahlausgang in Hessen. Es handele sich hier um ein typisches hessisches Ergebnis.

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Anhänger der SPD reagieren auf der Wahlparty auf die Hochrechnungen zur Landtagswahl.

Die SPD von Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel stürzt auf einen historischen Tiefststand ab. Damit werden die Parteien der großen Koalition in Berlin deutlich abgestraft - wie schon vor zwei Wochen in Bayern.

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Anhänger von Bündnis 90/Die Grünen jubeln auf der Wahlparty nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl.

Die Grünen von Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD um Platz zwei. Die AfD zieht erstmals in den Landtag ein und ist damit nun in allen 16 Landesparlamenten vertreten.

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atalia Meuthen (l-r), Frau von Jörg Meuthen, Jörg Meuthen, AfD-Bundessprecher, und Klaus Herrmann, AfD-Landessprecher in Hessen, reagieren nach den ersten Prognosen bei der Wahlparty zur hessischen Landtagswahl der Partei Alternative für Deutschland (AfD).

Auch FDP und Linke sind wieder im Landtag vertreten. Die Liberalen kommen den ersten Prognosen von 18 Uhr zufolge auf 7 bis 7,5 Prozent (2013: 5,0), die Linke erzielt 6,5 Prozent. Das ist ihr bisher bestes Ergebnis in Hessen (2013: 5,2). Die Mandate verteilen sich wie folgt: CDU 33 bis 36 Sitze, SPD 23 bis 27, Grüne 23 bis 27, AfD 14 bis 18, FDP 9, Linke 8 bis 9.

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Es gibt die ersten Hochrechnungen bei der Landtagswahl

Anhänger der CDU, darunter Peter Beuth (2.v.r), Minister des Inneren und für Sport des Landes Hessen, reagieren im Landtag in Hessen auf die erste Prognose zum Ergebnis der Landtagswahl in Hessen. Nach ersten Prognosen hat die CDU bei der Landtagswahl in Hessen starke Verluste erlitten.

Es gibt die ersten Hochrechnungen: Nach den Zahlen von 18 Uhr kommt die seit 1999 regierende CDU auf 27 bis 28 Prozent (2013: 38,3 Prozent). Schlechter abgeschnitten hatte die Partei in Hessen zuletzt 1966 mit 26,4 Prozent. Die SPD rutscht ab auf 20 Prozent (2013: 30,7). Die Grünen erreichen 19,5 bis 20 Prozent (2013: 11,1), die AfD 12 bis 13 Prozent (2013: 4,1).

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Obwohl die Bürger von Oberweser heute quasi die Zukunft ihres Ortes in der Hand haben, läuft im Hauptort Gieselwerder die Beteiligung eher schleppend. Eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale waren 470 der über 800 Wahlberechtigten dort.

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Kurzer Blick in die Nordspitze Hessens: Der Landkreis Kassel könnte schon bald eine Gemeinde weniger haben. Die Bürger in Oberweser und Wahlsburg müssen sich heute parallel zur Landtagswahl entscheiden, ob ihre Gemeinden 2020 zu einer neuen Gemeinde an der Weser fusionieren sollen. Die in dem Bürgerentscheid gestellte Frage ist entschieden, wenn sie in beiden Gemeinden von der Mehrheit der gültigen Stimmen beantwortet wurde und sofern diese Mehrheit mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten ausmacht, heißt es in der Hessischen Gemeindeordnung.

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Niedrigere Wahlbeteiligung bei Hessen-Wahl

Bis zum Nachmittag zeichnete sich generell eine etwas niedrigere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab. Die Landeswahlleitung in Wiesbaden sprach von 38,8 Prozent bis 14 Uhr. Das hätten Abfragen in den fünf kreisfreien Städten Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, Offenbach und Kassel ergeben, meldet die Deutsche Presse-Agentur. 2013 hatte der Wert zu der Uhrzeit demnach bei 40,0 Prozent gelegen.

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Die Stadt Kassel hat die Anzahl der Wähler in zehn ausgewählten Wahllokalen mitgeteilt: Demnach haben bis 14 Uhr 54,93 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben – 10,7 Prozent davon per Briefwahl. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung insgesamt bei 68,4 Prozent.

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In der Hofgeismarer Stadthalle, wo gleich sechs Bezirke wählen, lag am Nachmittag die Wahlbeteiligung auf dem gleichen Level wie bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr. Um 16 Uhr Stadthalle hatten dort 44,7 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Laut Gemeindewahlleiterin sei die Beteiligung erfahrungsgemäß in den Ortsteilen etwas höher. Die Briefwähler sind dabei bislang nicht mit eingerechnet.

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Zufrieden zeigten sich Helfer aus Wahllokalen im Wolfhager Land um die Mittagszeit mit der Wahlbeteiligung.

 „Trotz des trüben Wetters sind viele schon am Vormittag gekommen“, sagte Iris Kolmann, Wahlhelferin aus dem größten Wahllokal in der Wolfhager Stadthalle. Im Zierenberger Stadtteil Oelshausen waren schon um die Mittagszeit fast die Hälfte der Wahlberechtigten erschienen. 

In Wolfhagen erhielten die Wähler gleich am Eingang die Wahlzettel ausgehändigt. Einige wussten mit dem grünen Stimmzettel zur Änderung von Gesetzen der hessischen Landesverfassung nichts anzufangen. „Manche lehnten ihn sogar ab“, sagte ein Sprecher. Vor allem Senioren hätten sich etwas überfordert gezeigt. Viele brauchten auch etwas mehr Zeit in den Wahlkabinen.

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Beim Ablauf der Wahl gebe es bislang keine Probleme, sagte Landeswahlleiter Wilhelm Kanther. "Die Sache ist voll im Gange."

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Im Wahlkreis 10 (Rotenburg) zeichnet sich mittlerweile eine etwas schwächere Wahlbeteiligung ab als noch 2013. Damals war allerdings auch gleichzeitig Bundestagswahl. Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 10 (Rotenburg) lag heute um 15 Uhr bei 55,29 Prozent. Vor fünf Jahren hatten um diese Zeit schon 58 Prozent aller Wahlberechtigten abgestimmt, 2009 lediglich 44 Prozent.

Auch im Wahlkreis 11 (Hersfeld) liegt die Wahlbeteiligung inzwischen leicht unter den Werten von 2013. Um 15 Uhr hatten 55,57 Prozent gewählt. Bei der Landtagswahl 2013 waren es zu dem Zeitpunkt bereits 57 Prozent, 2009 waren es 42 Prozent.

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Tarek Al-Wazir, Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister sowie Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, verlässt nach der Stimmabgabe die Ernst-Reuter-Schule.

Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir sagte bei seinem Wahlgang in Offenbach: "Ich glaube, wir haben eine Chance, als Grüne ganz gut abzuschneiden". Er wünsche sich ein Ergebnis, dass die Grünen so stark mache, "dass an uns keiner vorbeikommt".

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Thorsten Schäfer-Gümbel, Spitzenkandidat der SPD, und seine Ehefrau Annette Gümbel geben im Wahllokal im Bauhof von Lich ihre Stimmen ab.

SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel gab sich bei am Sonntag optimistisch. "Ich habe in den letzten Tagen gemerkt, dass wirklich viel in Bewegung ist", sagte er. Er glaube, dass die meisten Hessen wissen, "dass es heute nicht um die große Koalition in Berlin geht, sondern dass es darum geht zu entscheiden, ob wir mehr bezahlbaren Wohnraum, modernere Schulen und Stadt und Land besser miteinander verbunden bekommen."

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Volker Bouffier (CDU) gibt gemeinsam mit seiner Frau Ursula seine Stimme für die Landtagswahl ab.

Hessens amtierender Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte in Gießen, wo er mit seiner Familie wählen ging: "Wir haben eine hohe Anerkennung für unsere Arbeit erzielt und deshalb bin ich auch zuversichtlich, dass wir ein erneutes Mandat bekommen".

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Heute wird mit einem engen Ausgang bei der Wahl gerechnet. Ob die seit 2013 regierende schwarz-grüne Koalition ihre Arbeit fortsetzen kann, ist ungewiss. In den Umfragen vor der Wahl zeichneten sich starke Verluste für die CDU und die SPD ab. Die Grünen legten dagegen deutlich zu.

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Am heutigen Wahltag werden wir nicht nur an dieser Stelle über die Landtagswahl in Hessen aktuell berichten. Wir haben auch für alle Wahlkreise und Kandidaten in unserem Verbreitungsgebiet entsprechende Übersichtsartikel für Sie erstellt. Insgesamt sind es sieben Artikel, mit denen wir Sie ab dem 28. Oktober 2018 ab 18 Uhr auf dem Laufenden halten werden. Dort erfahren Sie dann auch anhand von Diagrammen, welche Gemeinde und Stadt wie abgestimmt hat - und natürlich, welcher Direktkandidat den betreffenden Wahlkreis gewonnen hat. Hier finden Sie die einzelnen Artikel: 

Für die Stadt Kassel gibt es zwei Wahlkreise. Darüber hinaus wird sich noch am Wahlabend herausstellen, wie in den 23 Kasseler Stadtteilen gewählt wurde. Hier sammeln wir alle Ergebnisse der Kasseler Stadtteile. Ähnlich sieht es im Kreis Kassel aus: In den Wahlkreisen Kassel-Land I und Kassel-Land II sind insgesamt 29 Städte und Gemeinden untergebracht - 13 Kandidaten treten zusammengerechnet an. In den Wahlkreisen Waldeck-Frankenberg I und Waldeck-Frankenberg II gab es für die Landtagswahl 2018 eine kleine Änderung. Die kleine Stadt Lichtenfels gehört nicht mehr zu Waldeck-Frankenberg I (Wahlkreis 5), sondern zu Waldeck-Frankenberg II (also Wahlkreis 6). Der komplette Schwalm-Eder-Kreis ist in zwei Wahlkreise aufgeteilt. Dabei handelt es sich um Schwalm-Eder Nord und Schwalm-Eder Süd. Sechs Männer und eine Frau treten im Wahlkreis 9 an - dieser Wahlkreis trägt den offiziellen Namen Eschwege-Witzenhausen. Seit der Hessenwahl 2018 wurde die Gemeinde Nieste, die eigentlich zum Kreis Kassel gehört, neu in diesen Wahlkreis aufgenommen. Auch der Zuschnitt des Wahlkreises 10 (Rotenburg) hat sich im Jahr 2018 verändert. Ludwigsau gehört nun offiziell zu Wahlkreis 10 - und nicht mehr zu Wahlkreis 11 (Hersfeld). Dafür verliert Wahlkreis 10 Eiterfeld an Wahlkreis 11.

(mit dpa)

Alle Ergebnisse aus den hessischen Gemeinden

Wir präsentieren hier die vollständigen Ergebnisse aller 423 hessischen Gemeinden, sobald sie feststehen. Sie finden bei uns jeweils Erst- und Zweitstimme  Alle Ergebnisse aller hessischen Gemeinden

Auch die Kollegen des Merkur in München tickern heute zur Landtagswahl.

Wahlkampf zur Landtagswahl in Hessen: Merkel in Kassel

Am 28. Oktober wird der 20. Hessische Landtag gewählt. Insgesamt gibt es in Hessen 55 Wahlkreise, die bereits seit dem Jahr 1970 bestehen. Am 22. Oktober gab es anlässlich des Wahlkampfs in Hessen ein besonderes Ereignis: Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach in Kassel. Sie kam, um Volker Bouffier (CDU), den amtierenden Landesvater Hessens, zu unterstützen. 

Merkel trat mit Bouffier im Hotel La Strada auf. Zum Abschied bekam sie ein typisch nordhessisches Geschenk: eine ahle Wurscht.

Vorbereitungen auf die Landtagswahl 2018

Seit Beginn des Jahres 2014 wird Hessen von einer Koalition aus CDU und Grünen regiert. Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Der späteste Termin für die Veröffentlichung der zugelassenen Wahlvorschläge lief am 10. September 2018 ab. Am 16. September 2018 stellten die Gemeinden dann die Wählerverzeichnisse auf.

Schon Ende August 2018 liefen die Vorbereitungen für die Landtagswahl in Hessen auf Hochtouren. In Kassel wurde beispielsweise neun Wochen vor der Landtagswahl in Hessen plakatiert. Und das, obwohl das eigentlich erst sechs Wochen vorher erlaubt ist. Doch die SPD nutzt eine Sonderregelung.

Landtagswahl Hessen: Umfrage und Prognose

Die HNA und der Spiegel kooperieren mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey.com. Schon seit ein paar Wochen wird immer wieder die Umfrage zur Hessenwahl aktualisiert und ausgewertet. Die Frage an die Teilnehmer dazu lautet: Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Landtagswahl in Hessen wäre? Vorgegeben sind sechs große Parteien sowie die Option "eine andere Partei". Bisher kam die Umfrage immer wieder zu dem Ergebnis, dass die schwarz-grüne Landesregierung nicht bestehen wird. Die gesamten Detail-Ergebnisse der Online-Befragung zur Landtagswahl in Hessen haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst

Auch zu den Spitzenkandidaten haben wir eine Umfrage und deren Auswertung für Sie: So sehen die Hessen ihre Spitzenkandidaten

Klage wegen Wahlkreisen in Hessen

Der Termin für die Landtagswahl in Hessen drohte zwischenzeitlich auf der Kippe zu stehen. Der hessische Staatsgerichtshof befasste sich am 9. Mai 2018 mit einer Klage zum Thema Wahlkreise. Die Klage hatte die SPD-Fraktion im Landtag eingereicht. Das Thema war der neue Zuschnitt der Wahlkreise in Hessen. Zur Erinnerung: Insgesamt 16 der 55 Wahlkreise wurden 2017 durch ein Gesetz der Koalition aus CDU und Grünen geändert. Die SPD fürchtete seither eine ungleiche Stimmengewichtung.

Das Ergebnis der Verhandlung des Staatsgerichtshofs: Der Wahlkreis 34 (Frankfurt am Main I) wurde neu zugeschnitten. Und zwar noch vor der Landtagswahl. Der Grund ist, dass es eine deutliche Abweichung bei der durchschnittlichen Anzahl der Wahlberechtigten gab.

Die Anzahl der Wahlberechtigten in den Wahlkreisen unterscheidet sich stellenweise ziemlich stark. Beispiel: Wahlkreis 41 - dort sollen 100.000 Menschen über ein Landtagsmandat entscheiden. Der Wahlkreis 34 hat hingegen nur knapp 60.000 Wahlberechtigte und darf ebenfalls über ein Mandat entscheiden. Laut Gesetz sollen die Wahlkreise aber etwa gleich viele Wahlberechtigte aufweisen. Diese Unterschiede gingen der SPD zu weit, deswegen wurde geklagt. Laut SPD waren veraltete Einwohnerzahlen der Grund für die fehlerhafte Wahlkreisaufteilung.

Stand Wahltermin wegen Klage auf der Kippe?

Doch warum gab es die Befürchtung, dass der Wahltermin verschoben werden muss? Wenn das Gericht entschieden hätte, dass mehrere oder alle Wahlkreise noch vor dem Wahltermin wieder neu eingeteilt werden müssen, dann wäre es vermutlich sehr knapp geworden, den Termin am 28. Oktober 2018 wahrzunehmen. Denn eine komplett neue Einteilung wäre wohl kaum bis zum Stichtag zu bewältigen gewesen. Roman Poseck, der Präsident des Staatsgerichtshofs, sagte, die Zeit für die Änderungen reiche aus.

So läuft die Landtagswahl in Hessen ab

Die Landtagswahl in Hessen ist eine Wahl, die sich alle fünf Jahre wiederholt. Dabei wird das Hessische Parlament - nicht das der Bundesrepublik Deutschland - gewählt. Dieses Parlament ist in Bezug auf die Gewaltenteilung die Legislative. 

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind fast 4,4 Millionen Hessen für die Landtagswahl 2018 wahlberechtigt. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl im Jahr 2013 waren 16.800 Personen weniger berechtigt, ihren Stimmzettel abzugeben. Das entspricht einem Minus von 0,4 Prozent.

Hier sitzt die Legislative in Hessen: Das Stadtschloss in der Landeshauptstadt Wiesbaden beherbergt schon seit dem Jahr 1946 den Hessischen Landtag. Wer dort einen Sitz bekommt, entscheidet sich im Herbst 2018 durch die Landtagswahl.

Die aktuelle Landesregierung in Hessen ist eine schwarz-grüne Koalition. Die CDU regiert also mit den Grünen. Die CDU stellt den Ministerpräsidenten: Volker Bouffier.

Welchen Einfluss hat eine Landtagswahl auf die Bundespolitik?

Wenn die einzelnen Parlamente der Länder gewählt sind, wird entsprechend auch der Bundesrat neu zusammengesetzt. Denn der Bundesrat ist so etwas wie das Parlament aller Länderparlamente. Dadurch haben die Landtagswahlen in den einzelnen Bundesländern letztlich auch direkten Einfluss auf die Politik im Bundestag.

Landtagswahl Hessen 2018: Termin am 28. Oktober

Mitte Januar 2018 gab es einen Terminvorschlag von Ministerpräsident Bouffier von der CDU und seinem Stellvertreter Tarek Al-Wazir von den Grünen. Sie schlugen den 28. Oktober 2018 als Wahltag vor. Inzwischen ist dieser Termin offiziell.

Der genaue Wahltermin wird immer durch die Hessische Landesregierung festgelegt. Eine Regel, die weit im Voraus eine Berechnung des Wahldatums zulassen würde, sucht man vergeblich in der Hessischen Verfassung. Aber, in Artikel 79 steht: "Die Neuwahl muss vor Ablauf der Wahlperiode stattfinden." Eine Wahlperiode beträgt fünf Jahre. Die jüngste Wahl in Hessen war am 22. September 2013.

Der Screenshot zeigt, wie die Wahlbekanntmachung in Hessen gesetzlich geregelt ist.

Die Landtagswahl in Hessen fand bis zum Jahr 1999 alle vier Jahre statt. Doch dann änderte sich der Zyklus: Erst seit der Wahl im Jahr 2003 dauert eine hessische Legislaturperiode nun fünf Jahre. Dazu gab es damals einen Volksentscheid.

Wann hat die Briefwahl für die Landtagswahl in Hessen begonnen?

Briefwahlunterlagen und Wahlscheine wurden offiziell ab dem 17. September 2018 ausgegeben. Zuständig sind dafür die jeweiligen Gemeinden. Der 26. Oktober 2018 ist grundsätzlich der letzte Termin für das beantragen von Briefwahlunterlagen. 

Wo hat der Hessische Landtag seinen Sitz?

Der Hessische Landtag hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Um genau zu sein im Stadtschloss Wiesbaden. Das imposante Gebäude steht an der Stelle, wo offenbar der historische Ursprung Wiesbadens im Mittelalter war.

Seit 1946 hat der Landtag seinen Sitz in besagtem Stadtschloss. In den historischen Räumen des Schlosses werden häufig Gäste zu offiziellen Anlässen empfangen. Konzerte und andere Veranstaltungen gibt es auch immer wieder im Musiksaal des Schlosses. Der 1. Dezember 1946 war ein ganz besonderer Tag in der Geschichte Hessens: An diesem Datum tagte der neue Landtag erstmals.

Einmal Lächeln für die Post: Der damalige Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine (Mitte), der damalige Ministerpräsident Hans Eichel (links) und der damalige Landtagspräsident Klaus Peter Möller stellten Anfang 1999 im Landtag in Wiesbaden die Sonderbriefmarke "Hessischer Landtag" vor. Sie erschien in der Serie "Landesparlamente in Deutschland".

Das Parlamentsgebäude hat sogar eine eigne Briefmarke. Im Januar 1999 stellte unter anderem der damalige Ministerpräsident Hans Eichel das sogenannte "Sonderpostwertzeichen Hessischer Landtag" der Öffentlichkeit vor.

Ein neuer Plenarsaal für die 110 Abgeordneten wurde zwischen den Jahren 2004 und 2008 errichtet.

Landtagswahl in Hessen: Wer darf wählen?

Aktives Wahlrecht: Jeder, der das 18. Lebensjahr vollendet hat - also offiziell erwachsen ist - und seinen Wohnsitz seit Minimum drei Monaten im Bundesland Hessen hat. Zudem müssen Wähler die deutsche Staatsangehörigkeit haben.

Passives Wahlrecht: Dieses Wahlrecht besagt, dass ein Mensch in ein bestimmtes Amt gewählt werden kann. Eine Besonderheit gibt es beim passiven Wahlrecht in Hessen. In Hessen muss man nämlich im Gegensatz zu den anderen Bundesländern 21 Jahre (statt 18 Jahre) alt sein. Zudem muss die Person, die sich in den Landtag wählen lassen will, mindestens schon ein Jahr in Hessen wohnen. Das bedeutet, dass die Person mindestens ein Jahr offiziell mit ihrem Wohnsitz in Hessen gemeldet sein muss.

Alles rund um das Wahlrecht und wie die Landtagswahl in Hessen funktioniert, haben wir in einem separaten Artikel für Sie zusammengefasst. Unter den 4,4 Millionen Wahlberechtigten in Hessen sieht ein Querschnitt in die statistische Verteilung so aus:

  • 52% der Wahlberechtigten sind weiblich
  • 35% der Wahlberechtigten sind älter als 60 Jahre oder älter - damit bilden sie die größte Altersgruppe von potenziellen Wählern
  • 9% der Wahlberechtigten gehören zu den 18- bis 24-Jährigen und bilden damit die kleinste Altersgruppe von potenziellen Wählern
  • insgesamt gibt es in Hessen 61.700 Erstwähler

Welche Parteien treten zur Landtagswahl 2018 an?

Insgesamt gibt es 23 Parteien, die an der Wahl teilnehmen. Es gibt fünf Parteien, die problemlos Wahlvorschläge einreichen können. Unter anderem treten folgende Parteien zur Landtagswahl 2018 an:

  • CDU
  • SPD
  • Grüne
  • Linke
  • FDP
  • AfD
  • Freie Wähler
Hessischer Landtag nach der Wahl 2013: So sah die Sitzeverteilung damals aus. Wie sich diese Werte verändern, wird sich im Herbst 2018 bei der Landtagswahl in Hessen zeigen.

Natürlich können auch andere Parteien bzw. kleinere Parteien an der Wahl teilnehmen. Allerdings mussten sie dafür erst ausreichend Unterschriften sammeln. Dabei ging es aber um alles andere als Autogramme der aufgestellten Kandidaten. Eine komplette Liste mit allen zur Wahl zugelassenen Parteien (vom Landeswahlleiter) finden Sie auf der Seite wahlen.hessen.de

Was sind Unterstützungsunterschriften?

Die Tierschutzpartei hatte beispielsweise anlässlich der Landtagswahl 2018 bereits Ende 2017 auf der Homepage der Partei darauf hingewiesen, dass die Tierschutzpartei nur auf dem Wahlzettel erscheinen wird, wenn genug Unterstützungsunterschriften zusammenkommen. Leser der Homepage wurden entsprechend aufgefordert, sich ein Formular herunterzuladen, auszudrucken und mit ihrer Unterschrift versehen an die Geschäftsstelle der Partei zu schicken.

Insgesamt sind in Hessen je 1000 solcher  Unterstützungsunterschriften notwendig. Neben der Unterschrift müssen auch Geburtsdatum und Adresse des Wahlberechtigten auf dem Zettel sein. Keine Bedenken sollte man wegen des Datenschutzes haben: Alle Formulare werden nach der Wahl vernichtet. Und natürlich ist man niemals verpflichtet, die Partei zu wählen, für die man zuvor eine entsprechende Unterstützungsunterschrift geleistet hat.

Kandidaten für die Landtagswahl in Hessen 2018

  • CDU: Ministerpräsident Volker Bouffier will wieder für die CDU antreten und damit sein Amt verteidigen. Seit 2010 ist er der politische Chef von Hessen. Er wurde 1951 geboren, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. In einem Interview hat Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Schroeder aus Kassel gegenüber unserer Zeitung erklärt, wie sich die schwarz-grüne Regierung bisher geschlagen hat.
  • SPD: Die hessische SPD geht wieder mit Thorsten Schäfer-Gümbel ins Rennen. Schäfer-Gümbel ist nicht nur Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der hessischen SPD, sondern auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Sozialdemokraten. Er wurde 1969 geboren. 95,7 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf Schäfer-Gümbel als Spitzenkandidaten.
  • Grüne: Die Grünen haben gleich zwei Spitzenkandidaten auserkoren. Tarek Al-Wazir und Priska Hinz sind das politische Duo. Priska Hinz ist aktuell Umweltministerin in Hessen, Al-Wazir leitet das Ressort Wirtschaft. Priska Hinz steht auf Platz 1.
  • Linke: Auch bei der Linken in Hessen gibt es gleich zwei Kandidaten, die die Spitze besetzen: Das sind Janine Wissler und Jan Schalauske. Wissler ist Fraktionsvorsitzende, Schalauske ist der Chef der Partei. Die Wahl fand beim Parteitag in Kassel statt. Janine Wissler steht auf dem ersten Platz der Landesliste.
  • FDP: Die erste hessische Partei, die sich für die Landtagswahl 2018 aufgestellt hatte, war die FDP. Der Spitzenkandidat der FDP Hessen heißt René Rock. Er wurde 1967 geboren und ist auch Vorsitzender der FDP im Hessischen Landtag. Rock ist verheiratet und Vater einer Tochter. FDP-Mitglied ist Rock seit dem Jahr 1993.
  • AfD: Die AfD hat im Frühjahr 2018 darüber abgestimmt, wer der Spitzenkandidat sein soll. Zuvor war die AfD noch nie im Hessischen Landtag vertreten. Rainer Rahn heißt der Favorit der AfD. Der 66-Jährige ist Mediziner und hat insgesamt zwei Doktortitel. Er gehörte in Frankfurt bereits vier Fraktionen an, bevor er jetzt zum Spitzenkandidaten wurde. Er war bei der FDP, in der Römer-Fraktion und bei den Flughafenausbaugegnern. Im Mai 2018 soll das Programm für die Landtagswahl dann bei einem Parteitag in Gießen erstellt werden. Die AfD tritt zur Landtagswahl mit Manfred Mattis im Wahlkreis Kassel-West und Thomas Materner im Wahlkreis Kassel-Ost an.
  • Freie Wähler: Die Freien Wähler sind im Jahr 2018 mit 61 Landeslistenkandidaten in mehr als 40 Wahlkreisen vertreten. Insgesamt gibt es 41 Direktkandidaten. Die Freien Wähler treten mit einer Doppelspitze zur Landtagswahl in Hessen an: Dabei handelt es sich um Engin Eroglu aus Schwalmstadt und Laura Schulz aus Offenbach. Eroglu wurde 1982 geboren. Der Bank- und Sparkassenkaufmann ist seit 1997 politisch aktiv. Schulz ist Studentin und Stadtverordnete in Obertshausen (Südhessen, Kreis Offenbach). Sie wurde im Jahr 1994 geboren.

Eine offizielle Liste aller Kandidaten, die zur Landtagswahl 2018 antreten und auf der Landesliste stehen, hat der Landeswahlleiter auch online veröffentlicht

Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel

Kanzlerin Angela Merkel Kassel
 © Ulrike Pflüger-Scherb
Kanzlerin Angela Merkel Kassel
 © Ulrike Pflüger-Scherb
Kanzlerin Angela Merkel Kassel
 © Sina Beutner
Kanzlerin Angela Merkel Kassel
 © Sina Beutner
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 © Ulrike Pflüger-Scherb
Kanzlerin Angela Merkel Kassel
 © Ulrike Pflüger-Scherb
Kanzlerin Angela Merkel Kassel
 © Michael Jochimsen
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andrea s Fischer
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
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Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fischer
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel
Wahlkampf in Hessen: Kanzlerin Angela Merkel Kassel © Andreas Fi scher

Alle weiteren Hintergründe und Informationen zur Wahlkreisreform in Hessen haben wir in einem gesonderten Artikel zusammengefasst.

Die Ministerpräsidenten in Hessen

Hessen hat - wie jedes Bundesland - einen eigenen Regierungschef. Im Fall von Hessen ist es jeweils ein Ministerpräsident. Im Falle von Berlin, einem Stadtstaat, ist der Regierungsschef der Regierende Bürgermeister von Berlin. Insgesamt gab es bislang neun verschiedene Ministerpräsidenten seit 1945 in Hessen. Der Regierungssitz ist die Hessische Staatskanzlei. Sie befindet sich in der Georg-August-Zinn-Str. 1 in Wiesbaden. Die Tabelle zeigt alle Ministerpräsidenten des Bundeslandes Hessen. 

Name

Geburtsjahr

Partei

Amtszeit

Karl Geiler

1878

parteilos

1945 - 1946

Christiann Stock

1884

SPD

1946 - 1950

Georg-August Zinn

1901

SPD

1950 - 1961

Albert Osswald

1919

SPD

1969 - 1976

Holger Börner

1931

SPD

1976 - 1987

Walter Wallmann

1932

CDU

1987 - 1991

Hans Eichel

1941

SPD

1991 - 1999

Roland Koch

1958

CDU

1999 - 2010

Volker Bouffier

1951

CDU

seit 2010

Der Regierungssitz ist die Hessische Staatskanzlei. Sie befindet sich in der Georg-August-Zinn-Str. 1 in Wiesbaden. Die Tabelle zeigt alle Ministerpräsidenten des Bundeslandes Hessen.

Hessische Ministerpräsidenten: Von Karl Geiler bis Volker Bouffier 

Hessische Ministerpräsidenten, Volker Bouffier 
Seit 2010 ist Volker Bouffier (*1951) hessischer Ministerpräsident. Bouffier studierte Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein Großvater war Mitbegründer der CDU in Gießen, sein Vater war CDU-Kommunalpolitiker. Bouffier ist verheiratet und hat zwei Söhne. Wer alles zu seinen Vorgängern zählte, zeigen wir in dieser Fotostrecke.  © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Karl Geiler
Karl Geiler war von 1945-1946 hessischer Ministerpräsident, die amerikanische Besetzung setzte den parteilosen 67-jährigen Juristen nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Nach der Landtagswahl in Hessen 1946 drängte die SPD an die Macht und wollte Geiler, der sich inhaltlich mehr auf CDU und FDP stützte, loswerden. Geiler trat zurück. Ab 1947 lehrte er an der Universität Heidelberg. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Geiler Anwalt in Mannheim und war an der Gründung der Handelshochschule (heute Universität) Mannheim beteiligt.  © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Christian Stock
Christian Stock (1884-1967) war der erste gewählte Ministerpräsident von Hessen. 1902 trat Stock in der SPD ein und setzte sich seitdem für Demokratie und Arbeiter ein. Mit 58 von 87 Stimmen wurde Stock am 20. Dezember 1946 zum Hessischen Ministerpräsidenten gewählt. Er bildete eine Koalitionsregierung aus SPD und CDU, der er bis 1950 vorstand. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Georg-August Zinn
Georg-August Zinn (1901-1976) war von 1950 bis 1969 hessischer Ministerpräsident. Noch vor seinem Abitur trat er 1919 der SPD bei. Sein Abitur legte er 1920 in Kassel ab. Zinn war zweimal verheiratet. Er hat drei noch lebende Söhne. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Albert Osswald
Albert Osswald (rechts, 1919-1996) war von 1967 bis 1976 Hessens Ministerpräsident. Er schloss sich nach dem Kriegsende 1945 der SPD an. Osswald geriet in die Kritik der Öffentlichkeit, nachdem mehrere Details über finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Hessischen Landesbank bekannt wurden. 1976 erklärte Osswald seinen Rücktritt und übernahm die Verantwortung für den sogenannten Helaba-Skandal. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Holger Börner
Holger Börner (1931-2006) war Hessens Ministerpräsident von 1976 bis 1987. Er kommt aus Wolfsanger und war ab 1948 ebenfalls Mitglied der SPD, wurde 1950 Vorstandsmitglied der SPD Kassel und war seit 1956 deren stellvertretender Kreisvorsitzender. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Kasseler Stadtverordnetenversammlung und führte dort neun Jahre lang die SPD-Fraktion. Börner war verheiratet und hatte drei Kinder.  © dpa
Der Jurist Walter Wallmann (1932-2013) war von 1987 bis 1991 der sechste und erste christdemokratische Ministerpräsident in Hessen. Bereits 1961 trat er in die CDU ein. Er wurde Bezirksvorsitzender der Jungen Union in Mittelhessen und daneben als Richter am Landgericht Kassel, Amtsgericht Rotenburg an der Fulda und Landkreis Gießen tätig. Wallmann war verheiratet und hatte einen Sohn. © Katja Lenz / dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Hans Eichel
Der ehemalige Oberbürgermeister von Kassel (1975-1991) Hans Eichel (*1941) war von 1991 bis 1999 Ministerpräsident in Hessen. Eichel ist seit 1964 Mitglied der SPD. Nach seiner Zeit als Hessens Ministerpräsident war er bis 2005 Bundesminister der Finanzen. Seit 2005 ist Eichel in zweiter Ehe mit Gabriela Wolff-Eichel verheiratet. Aus der ersten Ehe hat er zwei Kinder. © dpa
Hessische Ministerpräsidenten, Roland Koch
Der Rechtsanwalt Roland Koch (*1958) war von 1999 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Hessen. Koch trat bereits mit 14 Jahren der Jungen Union bei. Sein Vater war bereits CDU-Politiker und Landtagsabgeordneter im Hessischen Landtag. 2010 gab er seinen Rücktritt bekannt mit der Begründung, er wolle in der Wirtschaft tätig werden. Seit 2015 ist er Aufsichtsrat bei Vodafone. Koch ist verheiratet und hat zwei Söhne. © dpa

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