Behindertes Ehepaar missbraucht: Lange Strafen für Folterer

Hannover. Zehn Tage lang hielten ein Alkoholiker und seine Verlobte in Hannover ein behindertes Ehepaar in ihrer Wohnung gefangen, misshandelten und quälten sie. Dafür hat das Landgericht das Paar am Mittwoch zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Wegen erpresserischen Menschenraubs in Tateinheit mit räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung erhielt der 48-Jährige neuneinhalb Jahre Haft, seine 20 Jahre ältere Komplizin muss sechseinhalb Jahre hinter Gitter. Der alkoholkranke Mann ist nach Urteil des Gerichts vermindert schuldfähig und kommt in ein psychiatrisches Krankenhaus.

Abgründe

„Hier haben wir Abgründe des menschlichen Verhaltens gesehen. Die Tat war an Brutalität und Grausamkeit kaum zu übertreffen“, sagte der Vorsitzende Richter. Das Opfer erlitt eine Hirnblutung, mehrere gebrochene Rippen sowie Schädelfrakturen und Brüche an der Wirbelsäule. Der alkoholkranke Mann habe auf den Gehbehinderten uriniert und so auf ihn eingedroschen, dass keine Körperregion davon verschont geblieben sei, sagte der Richter und bescheinigte dem Verurteilten „eine schwere seelische Abartigkeit“.

Die Verurteilten hatten das behinderte Paar zu Weihnachten zu sich nach Hause gebeten, der Geschädigte sollte dem 48-Jährigen bei einem Alkoholentzug helfen. Dazu kam es nicht: Über zehn Tage hinweg dauerte das Martyrium des gehbehinderten Mannes und seiner an Trisomie 21 leidenden Frau. Zudem erpressten die Verurteilten insgesamt 500 Euro. (lni)

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