Nach Corona-Gipfel

Karl Lauterbach befürwortet Freiheiten für Corona-Geimpfte: „Was sollen wir denn machen?“

Karl Lauterbach gehen die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz nicht weit genug. Der SPD-Politiker kritisiert die neuen Corona-Regeln.

Berlin - Nach den neuen Beschlüssen von Bund und Ländern am Dienstag (10.08.2021) ist klar: Für Ungeimpfte wird es bald komplizierter. Doch für den Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hätten die Corona-Beschlüsse noch härter sein können.

„Ich hätte es besser gefunden, Großereignisse mit Hunderten Menschen in Clubs oder Hallen auf Genesene und Geimpfte zu begrenzen“, sagte Lauterbach den Zeitungen der „Funke“-Mediengruppe am Mittwoch (11.08.2021). „Denn es sind potenzielle Superspreader-Events.“

Mit der Corona-Testpflicht in Innenräumen ab einer Inzidenz von 35 könne man gut arbeiten. Die Zahlen hätte Lauterbach allerdings anders gesetzt: „Ich hätte die Grenze noch unter einer Inzidenz von 35 gesetzt.“

Lauterbach: Unterschiede zwischen Corona-Geimpften und Ungeimpften sind unvermeidlich

Laut Lauterbach sei es nicht möglich, dass Ungeimpfte so behandelt werden wie Geimpfte, auch weil die Delta-Variante Ungeimpfte sehr viel schneller infiziert als Geimpfte. Und dem müsse Rechnung getragen werden. „Wir müssen auch die Ungeimpften schützen. Auch die Ungeimpften, die ins Risiko gehen und die Impfung jetzt nicht möchten, müssen vom Staat geschützt werden“, sagte der Gesundheitspolitiker in einem Interview mit dem Nachrichtenportal ntv.

NameKarl Wilhelm Lauterbach
Geburtsdatum, -ort21.02.1963, Düren (Deutschland)
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Politisches AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Dass durch die neuen Regeln der Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften verstärkt wird, müsse man in Kauf nehmen. „Es ist ohne Alternative. Was sollen wir denn machen? Wir können ja nicht die Ungeimpften einfach das Gleiche machen lassen wie die Geimpften“, sagte Lauterbach im ntv-Interview. Dann hätten wir dem Politiker zufolge schnell sehr hohe Fallzahlen. Im Herbst werde das nochmal eine ganz andere Lage sein, wie er erklärt.

Die Ungeimpften hatten ein Impfangebot: Corona-Tests müssen nach Lauterbach jetzt kosten

„Die Delta-Variante ist so ansteckend, dass wir dann nach kurzer Zeit sehr hohe Infektionszahlen bei den Ungeimpften hätten. Und das können wir nicht wirklich wollen, das können wir nicht zulassen“, so Lauterbach. Das ginge auch zulasten aller Kinder.

Dem SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach gehen die Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz nicht weit genug. (Archivbild)

Dass die Tests für die Ungeimpfte ab Oktober nicht mehr kostenlos sind, kann Lauterbach verstehen. „Die Ungeimpften hatten ein Impfangebot, haben dies nicht angenommen, und die Tests müssen ja bezahlt werden. Und wenn die Ungeimpften ihre eigenen Tests nicht bezahlen würden, dann würden zum Schluss die Tests bezahlt werden müssen von denjenigen, die schon geimpft sind.“ Und das sei nicht nachzuvollziehen, wie er ntv gegenüber sagte. (Carolin Eberth)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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