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Lauterbach warnt vor „populistischen“ Corona-Lockerungen

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Von: Moritz Serif

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Karl Lauterbach (SPD)
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht. © Roberto Pfeil/dpa/Archivbild

Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Virologe Drosten sprechen über eine mögliche neue Corona-Welle. Was uns erwarten könnte.

Kassel – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit einer Corona-Welle im Winter. Bei BR24 verwies er auf die aktuell kursierende Variante BQ.1.1. Zugleich beklagte der SPD-Politiker einen „Überbietungswettbewerb“ der Bundesländer bei der Lockerung von Schutzmaßnahmen.

Für eine Entwarnung in der Pandemie sei es noch zu früh, sagte der SPD-Politiker zum „Thema des Tages“ bei BR24 vom Donnerstag (24. November). Die Lockerungen seien „ein Stück weit populistisch“ und brächten jene in Gefahr, die sich selbst nicht gut schützen können, sagte Lauterbach, der auf aktuell 1000 Corona-Tote pro Woche und eine unerwartet hohe Übersterblichkeit im Oktober verwies. Der Gesundheitsminister warnte zugleich vor einer weiteren Corona-Welle.

Lauterbach warnt vor Corona-Welle, Drosten zeigt sich optimistisch

Kürzlich hatte auch der Virologe Christian Drosten der „Zeit“ ein Interview gegeben. Drosten sieht das Ende der Pandemie kommen. Offensichtlich im Unterschied zum Gesundheitsminister, der sich immer wieder skeptisch zeigt. Der Virologe begründet das wie folgt: Inzwischen reichen laut Drosten schon „kleine Einflussfaktoren wie eine Wetteränderung“, um eine Welle anzuschieben oder brechen zu lassen.

Eine Art Spätsommer Mitte Oktober habe die Zahlen sofort zum Sinken gebracht. „Die Lage für das Virus wird prekär. Das ist gut. Es ist nicht mehr so, dass das Virus mit ein paar Mutationen das Spiel komplett drehen könnte“, sagte Drosten der Zeitung.
Kurzfristig rechne er auch nicht mit einer wirklich bösen Überraschung in Form einer gefährlicheren Variante von Sars-CoV-2, schilderte der Berliner Forscher: „Das Virus kann an vielen Stellen in seiner Evolution nicht mehr ohne Weiteres zurück.“

Drosten hofft auf sanfte Winterwelle

Das Virus sei ein aktuell wenig festgefahren und optimiere gegenwärtig nur nach. Der Verlauf des Winters hängt für den Virologen auch davon ab, welche Corona-Variante sich als nächstes durchsetzt: „Gerade nehmen gleich zwei Omikron-Varianten Anlauf: BF.7 und BQ.1.1.“ Sollte der Omikron-Abkömmling BQ.1.1 dominant werden, „könnte der Winter noch einmal schwierig werden“, sagte Drosten. Er sehe aber auch die Möglichkeit einer sanften Winterwelle. (mse mit epd/dpa)

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