Tochter Marine setzt sich durch

Le Pen senior knickt im Machtstreit der Front National ein

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Der Ehrenvorsitzende der rechtsextremen Front National, Jean-Marie Le Pen, verzichtet auf eine Kandidatur bei den Regionalwahlen.

Paris - In der offenen Familienfehde macht Jean-Marie Le Pen, der Gründer der Front National in Frankreich, einen Rückzieher. Seine Tochter Marine hatte die Reißleine gezogen - und setzt sich nun durch.

Der Ehrenvorsitzende der rechtsextremen französischen Front National, Jean-Marie Le Pen, ist im offenen Streit mit seiner Partei eingeknickt. Er verzichtet auf eine Kandidatur bei den Regionalwahlen - und beugt sich damit dem Willen seiner Tochter, Parteichefin Marine Le Pen.

Er habe entschieden, nicht anzutreten, teilte der 86 Jahre alte Parteigründer mit. "Auch wenn ich denke, dass ich der beste Kandidat für die Front National wäre", sagte er dem "Figaro Magazine".

Jean-Marie Le Pen war mit neuen verharmlosenden Äußerungen über die Gaskammern der Nazis auch innerparteilich in die Kritik geraten - er hält diese für ein "Detail der Geschichte" des Zweiten Weltkriegs. Für diese Aussage war er bereits mehrfach verurteilt worden. Zudem hatte er den Staatschef des französischen Vichy-Regimes, das mit Hitler-Deutschland zusammenarbeitete, verteidigt.

Tochter kündigt Parteiverfahren gegen ihren Vater Le Pen an

Seine Tochter, die der FN seit Jahren ein bürgerliches Image verschaffen will, zog daraufhin vergangene Woche die Reißleine. Die wiederholten Ausfälle des Altvorderen waren zu einer zu großen Belastung geworden. Marine Le Pen kündigte ein Parteiverfahren gegen ihren Vater an.

"Das rechtfertigt nicht den Tumult, der in unseren Reihen ausgelöst wurde - auf die Gefahr hin, die Bewegung gefährlich zu schwächen", kritisierte Jean-Marie Le Pen nun. "Ich werde nicht Komplize dieses Manövers sein. Er sprach sich dafür aus, dass an seiner Stelle seine Enkelin Marion Maréchal-Le Pen die FN-Liste in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur anführt.

Der stellvertretende FN-Vorsitzende Florian Philippot begrüßte den Rückzug: "Diese Entscheidung ist vernünftig", sagte er dem Fernsehsender BFMTV.

dpa

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