Lebenslange Haft nach Mord an Seniorin

Hannover. Er war hoch verschuldet und brauchte Geld. Deswegen brachte ein 37-Jähriger eine Rentnerin um - für 300 Euro Beute. Das Landgericht Hannover verhängte jetzt wegen Mordes die Höchststrafe.

Wegen Mordes an einer Seniorin ist ein 37-Jähriger am Dienstag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hannover stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete eine Sicherungsverwahrung an. Damit kann der Mann nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden. „Es gibt keinen Zweifel an der Täterschaft“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch in seiner Urteilsbegründung. Der 37-Jährige war bereits 1997 wegen Mordes an einem Portier zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Beide Morde hätten eine ähnliche Struktur und seien von besonderer Brutalität gekennzeichnet, betonte Rosenbusch.

Nach Überzeugung der Kammer hat der Angeklagte die 76-Jährige in ihrer Wohnung erwürgt und die Leiche in die mit Wasser gefüllte Badewanne gelegt, um Spuren zu beseitigen. „Das Opfer hat ein Martyrium durchgemacht“, sagte Rosenbusch. Der Angeklagte habe massivste Gewalt angewendet. Es sei ein Mord aus Habgier, der 37-Jährige, der hoch verschuldet war, brauchte Geld. Die alte Frau hatte in dem Haus Waschmünzen verkauft und deshalb immer etwas Bargeld in der Wohnung, das wusste der Angeklagte. Mit rund 300 Euro Beute flüchtete er. Vor Gericht schwieg der Mann.

Ein Haar auf einem Handtuch im Badezimmer der Rentnerin brachte die Ermittler auf seine Spur. Zudem entdeckten die Beamten DNA-Spuren des 37-Jährigen an der Jacke des Opfers und auf einem Teppich sowie einen Ohrabdruck an der Wohnungstür. Das Handy des Mannes war in der fraglichen Zeit in Tatortnähe eingeloggt. Außerdem habe der Angeklagte Täterwissen offenbart, als er an seinem Computer eine Abfrage startete, als es noch gar keine öffentliche Mitteilung über das Verbrechen gab. „Es passt alles perfekt“, betonte der Vorsitzende Richter. Die Kammer folgte mit ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

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