Fortbildung: Universitäten sollen aktuelle Themen vermitteln – Kritik an Schulen

Lehrer lernen in Zentren

Hannover. Die Lehrerfortbildung in Niedersachsen wird ab 2012 größtenteils neu organisiert. Die Schulungen finden nun landesweit in Zentren statt, die von Universitäten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung organisiert werden.

Auch sollen die Fortbildungsinhalte stärker an aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft angekoppelt werden.

Die Professoren standen am Montag beim Kultusminister Schlange. „Der nächste, bitte“, scherzte Bernd Althusmann (CDU) und unterzeichnete der Reihe nach mit acht Hochschulpräsidenten feierlich einen Vertrag. Dieser regelt die Lehrerfortbildung in Niedersachsen neu. Künftig bestimmt nicht mehr die Landesschulbehörde die Kursinhalte, sondern dafür sind die acht beteiligten Universitäten – darunter auch die Georg-August-Universität Göttingen – sowie vier Einrichtungen der Erwachsenenbildung zuständig.

„Guten Unterricht kann man nur mit hochmotivierten Lehrern machen“, erklärte Althusmann.

Dafür brauche man ein fundiertes Fachwissen ebenso wie eine permanente Aktualisierung seiner sonstigen Kompetenzen. „Unsere Lehrkräfte werden tagtäglich aufs Neue herausgefordert.“ Der Minister nannte insbesondere die ständig wandelnden Bereiche Medien und Gesundheit als Beispiele. Die berufsbegleitende Lehrerfortbildung sei bei den Universitäten richtig aufgehoben, meinte der Präsident der Leuphana-Universität Lüneburg, Sascha Spoun. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse würden direkt in die Fortbildung einfließen.

Althusmann kritisierte indirekt aber auch die Schulen, die die vom Land zur Verfügung gestellten Mittel für die Lehrerfortbildung bei weitem nicht ausschöpfen würden.

Mit den Kompetenzzentren schaffe man nun ein attraktives Angebot, von dem sicher auch rege Gebrauch gemacht werde. Von Druck auf die Lehrer, ihrer gesetzlichen Fortbildungsverpflichtung nachzukommen, wollte der Minister denn auch nicht sprechen. Die jeweiligen Unis – Braunschweig, Hannover, Hildesheim, Göttingen, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück und Vechta – werden vom Land mit je einer zusätzlichen Stelle ausgestattet. Den Rest müssen sie aus ihren eigenen Mitteln bestreiten. Allerdings würden auch die Hochschulen von der Lehrerfortbildung „durch die Rückkopplung aus der Praxis“ profitieren, erklärte der Braunschweiger TU-Präsident Jürgen Hesselbach.

Die acht Kompetenzzentren starten ihre Arbeit am 1. Januar 2012. Die Verträge mit den acht Universitäten sind zunächst auf fünf Jahre ausgelegt. (ymp)

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