Lehrerverband: In Deutschland droht Schulleitermangel

Berlin - Dass Lehrermangel herrscht war klar. Jetzt kommt hinzu, dass den deutschen Schulen die Schulleiter ausgehen. Hauptgrund sind die "unattaktiven Rahmenbedingungen".

In Deutschland droht nach Ansicht des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) ein massiver Schulleitermangel. “Angesichts der unattraktiven Rahmenbedingungen wird es immer schwieriger, freiwerdende Stellen wieder zu besetzen“, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann am Freitag in Berlin. Die Rektoren an den Schulen würden nicht angemessen bezahlt. Zudem werde die Zeit, die sie für die Schulleitung benötigten, nicht entsprechend auf ihre Arbeitszeit angerechnet.

Zum einen würden die Rektoren an den Schulen nicht angemessen bezahlt. Anspruch auf Zulagen hätten die Schulleiter in den meisten Bundesländern erst nach erfolgreich bestandener Probezeit. Diese könne jedoch - wie in Sachsen - drei Jahre dauern. “Bis dahin wird Leitungsarbeit nur mit der Ehre, Schulleiter sein zu dürfen, entlohnt“, bemängelte Beckmann.

Auch die Zeit, welche die Rektoren für die Schulleitung benötigten, werde nicht angemessen auf die Arbeitszeit angerechnet. In kleinen Schulen müssten die Schulleiter gleichzeitig voll als Klassenlehrer arbeiten. Da der Unterricht Vorrang hat, könnten viele Rektoren nicht einmal die vorgesehenen vier bis acht Stunden Leitungszeit pro Woche wahrnehmen, sagte Beckmann. “Viele verlagern diese Arbeit freiwillig in ihre Abendstunden.“

Bereits jetzt ist nach Angaben des VBE beispielsweise in Rheinland-Pfalz fast jede zehnte Grundschule ohne Rektor. In Nordrhein-Westfalen haben acht Prozent der Grundschulen nur eine unvollständig besetzte Leitung. Da mehr als die Hälfte der Lehrer 50 Jahre und älter sind, werde sich dieses Problem in den kommenden Jahren noch verschärfen. Dennoch werde in keinem Bundesland gegengesteuert, kritisierte Beckmann.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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