"Tiergerechte Haltungsbedingungen"

Leitlinien zur Tierhaltung: Bauern versprechen bessere Ställe

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Landwirte geloben Besserung und wollen künftig ihrer Verantwortung gerechter werden: Denn Massentierhaltung, wie hier in einem Stall auf dem Putenmasthof Hartlage im Landkreis Oldenburg, ist für weite Teile der Bevölkerung nicht mehr akzeptabel.

Berlin. Angesichts von Kritik an Großställen mit tausenden Schweinen oder Hennen wollen die deutschen Bauern bei den Bürgern für mehr Akzeptanz der modernen Tierhaltung werben.

„Wir sorgen für tiergerechte Haltungsbedingungen“, heißt es in einem Leitbild, das am Donnerstag beim Bauerntag beschlossen wurde. „Gutes Stallklima und gute Stallhygiene, gutes Futter und Wasser sowie ausreichend Platz und Stressfreiheit sind uns dabei wichtig.“

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) machte sich dafür stark, weitere Anreize für eine besonders tiergerechte Erzeugung zu setzen - etwa durch die Förderung neuer Haltungsverfahren.

Technik und Automatisierung seien Hilfen, „noch tier- und umweltgerechter“ zu werden, heißt es im Leitbild des Bauernverbands. „Verantwortung für das Tier hat allerdings der Mensch, nicht die Technik.“ Verantwortliche Tierhaltung gebe es in kleinen wie großen Beständen. Die Verantwortung für gute Lebensmittel durch gesunde Tiere ende „nicht an unseren Stalltüren“.

Der Bauernverband verhandelt derzeit mit dem Einzelhandel, Fleisch mit zusätzlichen Tierwohlkriterien bei höheren Preisen anzubieten.

Weitere Anreize für tiergerechte Erzeugung: Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).

Aigner wandte sich gegen politische Vorstöße, etwa ein Verbandsklagerecht oder andere Auflagen einzuführen. Die Ministerin betonte, dass die Übergabe von Höfen an die nächste Generation aus Sicht der Union nicht mit Erbschaftssteuern belastet werden dürfe. „Das ist das beste Junglandwirte-Förderprogramm.“

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hob die Chancen der geplanten Freihandelszone zwischen der EU und den USA für die deutsche Ernährungsbranche hervor. Derzeit gingen nur zwei Prozent ihrer Exporte nach Amerika. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kritisierte eine „Billigmasche“ im Lebensmittelhandel und bei vielen Verbrauchern, die zu einem „erbarmungslosen Preisdruck“ führe. Er wandte sich gegen eine Diskriminierung landwirtschaftlicher Großbetriebe. Sie seien vor allem in Ostdeutschland teils der einzige Arbeitgeber und damit das „haltende Wurzelwerk“ der Region.

Tonnenweise in den Müll

Um Lebensmittelabfälle zu vermeiden, bräuchten Supermarktregale aus Sicht vieler Kunden nicht bis kurz vor Ladenschluss voll gefüllt sein. Das hat eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergeben. Drei Viertel würden dafür am späteren Abend auf ausgewählte Produkte verzichten. Dass kurz vor Ende der Geschäftszeit noch das komplette Sortiment zu haben ist, wünschen sich dagegen 17 Prozent der Befragten. Laut einer Studie im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums landen pro Jahr elf Millionen Tonnen Nahrung im Müll. (dpa)

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