Die letzten Minuten von Ex-Diktator Gaddafi

Tripolis/Istanbul - Der frühere libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi soll erst auf dem Weg von seiner Heimatstadt Sirte nach Misrata schwer verwundet worden sein. Die Übergangsregierung versuchte nun seine letzten Minuten zu schildern.

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Der Chef der Übergangsregierung, Mahmud Dschibrilo, sagte am späten Donnerstagabend nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Dschasira in Tripolis, Gaddafi habe sich in Sirte in einem großen Wasserrohr aus Beton versteckt. Als ihn die Revolutionstruppen dort entdeckt hätten, sei er ihnen mit einer Pistole in der Hand entgegengetreten.

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Die Verletzungen, die später zu seinem Tod geführt hätten, habe er jedoch erst erlitten, als die Kämpfer, die ihn auf einem Pritschenwagen von Sirte in die Stadt Misrata bringen wollten, auf dem Weg unter Beschuss geraten seien. Gaddafi habe eine Schusswunde am Kopf und eine am Bauch gehabt. Er sei nicht von den Kämpfern zu Tode geprügelt worden, sondern erst nach seiner Ankunft im Krankenhaus von Misrata gestorben, weil er viel Blut verloren habe.

DNA-Probe analysiert

Dschibril habe weiter erklärt, Ärzte hätten DNA-Proben genommen, bevor die Leiche des Ex-Diktators zur Beerdigung freigegeben worden sei. Dabei hätten die Ärzte festgestellt, dass ein großer Teil der oft wirr vom Kopf stehenden langen Haare Gaddafi “künstliche Haare“ gewesen seien. Gaddafi, der auch gerne hohe Absätze und prunkvolle Gewänder trug, habe in Wirklichkeit eine Halbglatze gehabt.

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Bestattung des Ex-Diktators

Er solle schon bald nach islamischem Ritus an einem unbekannten Ort bestattet werden, hieß es.

Obama und Merkel in Videokonferenz

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben in einer Videokonferenz das Ende des Regimes des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi begrüßt. An der Unterredung hätten auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premier David Cameron teilgenommen, teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Alle hätten dabei übereingestimmt, dass es ein “außergewöhnlicher Tag“ für die NATO-geführte Militärallianz sei, vor allem aber für die libysche Bevölkerung. (dpa)

Aktualisiert um 7.10 Uhr

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