Leuschner-Medaille für Merkel: Wer erntet den Glanz?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (60) soll 25 Jahre nach dem Mauerfall mit der Leuschner-Medaille geehrt werden. Unsere Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl bezweifelt, dass die Politikerin aus diesem Anlass die richtige Preisträgerin ist.

Wer wollte Angela Merkels Verdienste um Deutschland ernsthaft bestreiten? Selbst diejenigen, die sie nicht wählen, erkennen in der Regel an, dass die Regierungschefin Enormes leistet. Die Zahl der Ehrungen und Preise für sie ist groß.

Muss es also auch noch die Leuschner-Medaille sein? Politiker, zumal noch aktive, für ihren Einsatz für Demokratie und Freiheit auszuzeichnen, wirkt meist wie Routine. Denn ist es nicht ihre mit dem Amt verbundene Aufgabe, dies zu tun?

Angela Merkel gehört auch nicht zu denen, die in der DDR der Bürgerrechtsbewegung angehörten, also für Freiheit und Demokratie kämpfte, als es gefährlich war. Das ist ihr mitnichten zum Vorwurf zu machen. Doch taugt da die Leuschner-Medaille zum 25. Jahrestag des Mauerfalls?

Hessen muss aufpassen, dass die Wahl der Preisträger nicht beliebig wird. Sich für Demokratie und Freiheit einzusetzen, ist gut, in diesem Land ist aber glücklicherweise nicht mehr der Mut eines Wilhelm Leuschner dafür erforderlich.

Mit der Wahl 2014 entsteht der Eindruck, dass nicht der Preis die Preisträgerin erstrahlen lässt, sondern die Preisträgerin ihren Glanz auf diejenigen werfen soll, die ihn verleihen. wet@hna.de

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