FDP-Parteichef verteidigt sich

Rassismus-Debatte: Lindner wittert „bewusstes Missverständnis“

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Christian Lindner begräbt das Gesicht in den Händen.

Christian Lindner hat am Samstag auf dem Parteitag der FDP eine Anekdote wiedergegeben, die kurz darauf hohe Wellen schlug. Nun hat sich der Parteichef zu der Rassismus-Debatte geäußert.

Berlin - FDP-Parteichef Christian Lindner sieht sich in der Debatte um seine Äußerungen zu Fremdenangst im Alltag absichtlich missverstanden. „Am Samstag waren hundert kritische Journalistinnen und Journalisten im Saal. Keiner hat berichtet, keiner hat eine Nachfrage gestellt. Erst am Sonntag kam das Thema auf“, sagte Lindner am Montag in Berlin. „Und das zeigt mir, dass hier mit Drehs gearbeitet wird, auch mit einem bewussten Missverständnis.“

Lindner hatte am Samstag auf dem FDP-Parteitag eine Anekdote wiedergegeben, die ihm ein Bekannter mit Migrationshintergrund erzählt habe. Darin geht es um jemanden, der beim Bäcker „mit gebrochenem Deutsch ein Brötchen“ bestellt - und die Leute in der Schlange wüssten nicht, „ob das der hoch qualifizierte Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien ist oder eigentlich ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer“, sagte Lindner. Diese Unsicherheit könne Angst auslösen. Deshalb müsse der Staat für geordnete Zuwanderung sorgen.

Lindner: „Veränderung des Klimas im Alltag“

In sozialen Netzwerken wurde diese Äußerung teils als rassistisch gewertet. Gegen diese Unterstellung nahmen Lindner am Montag sogar politische Gegner in Schutz.

Im Zuge der Debatte hätten sich viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bei ihm gemeldet, sagte Lindner. Diese hätten „seit 2015“ - seit der Einreise Hunderttausender Flüchtlinge und Migranten nach Deutschland - „eine Veränderung des Klimas im Alltag beklagt“. Die Menschen, die ihn kontaktierten, hätten ihm recht gegeben, „dass sie sich nichts mehr wünschen als einen liberalen, weltanschaulich neutralen Rechtsstaat, der dafür sorgt, dass in Deutschland sich die Menschen darauf verlassen können, dass die öffentliche Ordnung geschützt wird.“ Dies sei, fügte Lindner hinzu, „wichtigste Voraussetzung für sozialen Frieden“.

Lesen Sie hier den gesamten Parteitag der FDP noch einmal nach.

dpa

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