Hessens Linke verabschiedet Wahlprogramm

Kassel. Die hessische Linkspartei wird von den Fraktionsvorsitzenden Janine Wissler und Willi van Ooyen in die Landtagswahl geführt. Ein Parteitag in Kassel setzte die 31-jährige Wissler mit 90 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Wahlliste.

Am Samstagvormittag beschlossen die Delegierten einstimmig das Wahlprogramm für den Urnengang am 22. September. Es gab nach Parteiangaben nur vier Enthaltungen unter den etwa 180 Delegierten.

Aktualisiert um 17.25 Uhr.

In Hessen muss die Linkspartei nach den letzten Umfragen fürchten, aus dem Landtag zu fliegen. Wissler, die als eines der Nachwuchstalente der Partei gilt, hatte sich trotzdem gegen eine Bundestagskandidatur entschieden. Sie kündigte in einer umjubelten Rede einen heißen Wahlkampf an, der sich unter anderem gegen die neue Landebahn am Flughafen Frankfurt richten werde. Auf Listenplatz zwei wurde mit 85 Prozent van Ooyen gewählt.

„In unserem Wahlprogramm fordern wir, durch Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro jährlich über 30 000 Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte die Landesvorsitzende Heidemarie Scheuch-Paschkewitz. Damit sollten das Sozialsystem, Bildung und Umweltschutz ausgebaut werden.

Die Linkspartei will auch mehr sozialen Wohnungsbau, einen flächendeckenden Mindestlohn und ein Ende der Privatisierung staatlicher Aufgaben. Finanziert werden sollen die Ausgaben durch eine Vermögensteuer. „Die Linke kämpft von einem linken Klassenstandpunkt aus für die Verbesserung der Lebenssituation der Mehrheit der Menschen“, sagte Ko-Landeschef Ulrich Wilken.

Bis Sonntag will die Linkspartei ihre Landtagswahlliste komplettieren. Zu Beginn des Landesparteitags am Freitag hatte der Bundesvorsitzende Bernd Riexinger sich klar von der SPD abgesetzt. (lhe)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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