Linke: Wagenknecht als Fraktionschefin im Gespräch

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Sahra Wagenknecht.

Berlin - Trotz aller Stillhalte-Appelle der Linken-Führung bringen nun einige Mitglieder die stellvertretende Sahra Wagenknecht Parteichefin für die Doppelspitze in der Bundestagfraktion ins Gespräch.

Trotz aller Stillhalte-Appelle der Linken-Führung geht die Personaldebatte in der Partei weiter. Politiker vom linken Flügel sprachen sich erstmals öffentlich für eine Kandidatur der stellvertretenden Parteichefin Sahra Wagenknecht für die geplante Doppelspitze in der Bundestagsfraktion aus. Wagenknecht selbst schloss eine Kandidatur im “Tagesspiegel“ (Montag) nicht aus. “Aber das ist noch keine Bewerbung“, betonte sie.

Die Linksfraktion hatte 2010 beschlossen, in diesem Jahr eine gemischte Doppelspitze zu wählen - also Mann und Frau aus West und Ost. Der jetzige Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi, der aus Ostdeutschland stammt und dort auch gewählt wurde, gilt als gesetzt. Die Frau müsste also aus dem Westen kommen. Laut Fraktionsbeschluss ist dabei aber nicht die Herkunft entscheidend, sondern die Lage des Wahlkreises der Abgeordneten. Wagenknecht stammt aus dem Osten, hat aber in Düsseldorf für den Bundestag kandidiert.

“Jemand mit diesem Format stünde in anderen Parteien längst in der ersten Reihe"

Die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen nannte Wagenknecht im “Tagesspiegel“ einen “Publikumsmagneten“: “Jemand mit diesem Format stünde in anderen Parteien längst in der ersten Reihe.“ Der nordrhein-westfälische Fraktionschef Wolfgang Zimmermann sagte, Wagenknecht sei “eine der wenigen in der Partei, die bundesweit bekannt sind“. Die Kandidatur der 42-Jährigen wird der Zeitung zufolge auch vom früheren Parteichef Oskar Lafontaine unterstützt.

Wagenknecht war einst Vorsitzende der radikalen Linken-Gruppe “Kommunistische Plattform“, hat diese Position nach ihrer Wahl zur stellvertretenden Parteivorsitzenden im vergangenen Jahr aber ruhen lassen. Trotzdem gilt sie bei den Reformern als “rotes Tuch“. Die Wahl der Doppelspitze ist für den 25. Oktober terminiert - unmittelbar nach dem Erfurter Programmparteitag der Linken.

dpa

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