Reparatur der Spundwand im Jade-Weser-Port verzögert Einweihung nicht

Löcher sind keine Gefahr

1725 Meter lang: Die Spundwand für den Container-Umschlaghafen in Wilhelmshaven – hier beim Bau im Mai 2009. Foto: dpa 

Hannover/Wilhelmshaven. Der Zeitplan für den Jade-Weser-Port steht. Das versichern der Bauherr in Wilhelmshaven und der künftige Betreiber Eurogate. Die vielen Löcher in der nagelneuen Spundwand des Tiefwasserhafens gefährdeten weder den Eröffnungstermin am 5. August 2012 noch den späteren Container-Umschlag.

„Das haben wir im Griff“, sagt der Chef der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft (JWP-RG), Axel Kluth, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. „Der pünktlichen Inbetriebnahme steht nichts entgegen.“ Damit widersprach er auch Aussagen aus der Hafenszene, wonach die Schäden an der Spundwand wesentlich größer seien und die Statik des gesamten Neubaus in Mitleidenschaft zögen.

Die Reparaturarbeiten an der Kaje würden bis Mitte April beendet, beruhigt Kluth. Schätzungen gehen von etwa zehn Millionen Euro Mehrkosten aus. Dafür müsse auf jeden Fall das Konsortium der beteiligten Baufirmen aufkommen, also weder die Hafengesellschaft noch die sie tragenden Länder Niedersachsen und Bremen, sagt der JWP-Chef.

An der Spundwand war es laut JWP-RG an 34 Stellen unter Wasser zu „Schlosssprengungen“ gekommen: Einzelne Verbindungsstücke zwischen den in den Jadegrund gerammten Stahlbohlen halten nicht dicht, es tritt Sand aus dem aufgeschütteten Hafenbecken aus, dadurch entstehen hinter der Kaje Hohlräume. Diese seien mittels Hochdruckinjektionen eines Zementgemisches inzwischen weitgehend wieder aufgefüllt, berichtet Kluth. Jetzt würden die Spalten von außen, also von der Meerseite her, mit Stahlplatten verschlossen.

Entgegen ersten Angaben will sich der Bauherr dazu aber nicht mit einem simplen Schweißen unter Wasser begnügen, wie es zunächst das Baukonsortium vorgeschlagen hatte. Nun soll vor den jeweiligen Löchern ein „Süllkasten“, eine Art Taucherglocke, angebracht werden, der Schweißarbeiten im Trockenen ermöglicht. „Wir wollten ein zertifiziertes Verfahren“, erklärt der JWP-RG-Chef.

Dass bereits über 90 Schlosssprengungen aufgetreten und nach dem endgültigen Abbaggern der Kaje auf Betriebstiefe etliche weitere Löcher zu erwarten seien, wies Kluth als „Unfug“ zurück.

Auch der künftige Hafenbetreiber Eurogate sieht wegen der undichten Spundwand keinen Anlass zur Sorge. „Das betrifft uns nicht“, sagt Eurogate-Chef Emanuel Schiffer. Die Schäden seien vorwiegend im hinteren Teil der 1725 Meter langen Kaje aufgetreten; der Umschlag finde aber zunächst im vorderen Bereich statt. Noch im Frühjahr würden die acht riesigen Containerbrücken mit ihren 70 Meter langen Auslegern in zwei Schiffsfuhren aus China geliefert, kündigt Schiffer an. „Im Juli können wir dann wie vorgesehen unseren Probebetrieb starten.“

Von Peter Mlodoch

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