GDL-Mitglieder streiken

Lokführer-Streik in Niedersachsen: Regionaler Bahnverkehr teilweise lahmgelegt

Zwei Frauen warten am Hauptbahnhof Hannover auf einen verspäteten Zug. Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder zum Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen.
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Zwei Frauen warten am Hauptbahnhof Hannover auf einen verspäteten Zug. Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder zum Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen.

Durch den Lokführer-Streik in Niedersachsen müssen Reisende weiter mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. Betroffen sind Fern-, Regional- und Nahverkehr.

Göttingen - Die massiven Einschränkungen des Fern- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland gehen weiter. Auch Niedersachsen ist durch den Lokführer-Streik am Donnerstag (12.08.2021) von Zugausfällen und Verspätungen betroffen. Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begann am Mittwoch.

Es gelte ein Ersatzplan, mit dem ein Mindestangebot aufrechterhalten werden solle, erklärte ein Sprecher der Bahn und fügte hinzu: „Er ist heute Morgen stabil angelaufen.“ Fahrgäste sollten sich vor Reiseantritt über die aktuellen Fahrzeiten des Fern- und Regionalverkehrs informieren - das geht sowohl online als auch telefonisch oder vor Ort. Gerd Aschoff vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ gibt Tipps, um den Bahnstreik in Niedersachsen gut zu überstehen.

So fahren voraussichtlich Regionalbahn (RB) und Regional-Express (RE) in Niedersachsen:

  • Züge der RB 45 (Braunschweig Hbf - Schöppenstedt) und der RB 46 (Braunschweig Hbf – Herzberg (Harz)) verkehren voraussichtlich im Zweistundentakt.
  • Die RE 9 wird auf dem Streckenabschnitt Osnabrück Hbf - Bremen voraussichtlich ebenfalls im Zweistundentakt bedient
  • Züge der Linien RB 80/81 (Göttingen/Bodenfelde - Nordhausen) verkehren voraussichtlich im Zweistundentakt kombiniert
  • Die Linie RB 86 verkehrt zwischen Einbeck und Salzderhelden voraussichtlich im Pendelverkehr
  • Züge der RE 5 (Cuxhaven – Hamburg Hbf) werden am Donnerstag mindestens im Zweistundentakt bedient.

Streik in Niedersachsen: Reisende müssen mit Ausfällen und Verspätungen rechnen

Auf Ausfälle und Verspätungen müssen sich auch Fahrgäste der S-Bahn einstellen. Wie bereits am Mittwoch verkehrt die S5 zum Flughafen Hannover etwa nur im Stundentakt, ebenso die S4. Die Linien S1 und S2 sollen im Zweistundentakt angeboten werden.

Das Angebot der Deutschen Bahn beim Fernverkehr wurde auf ein Viertel reduziert. GDL-Chef Weselsky machte die Deutsche Bahn für die Zugausfälle verantwortlich, denn seit Wochen habe sich das Angebot der DB nicht verbessert. Im Regionalverkehr können ungefähr 40 Prozent des Verkehrs aufrechterhalten werden, so die Prognose. „Es gibt aber regionale Unterschiede“, betonte der Sprecher der Deutschen Bahn. Die östlichen Bundesländer seien die Schwerpunkte des Streiks.

Lokführer streiken bundesweit für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen

Der Streik der GDL finden bundesweit statt. Auch in Hessen haben Reisende durch den Bahnstreik mit massiven Einschränkungen zu rechnen. Der Arbeitskampf der GDL-Mitglieder startete am Dienstagabend im Güterverkehr. Der Streik im Fern- und Regionalverkehr begann Mittwochmorgen um 2 Uhr und soll noch bis Freitagfrüh andauern.

BezeichnungGewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
FunktionDeutsche Gewerkschaft für das Eisenbahnpersonal der Eisenbahnunternehmen
Anzahl der MitgliederÜber 37.000 (2021)
VorsitzClaus Weselsky
Gründungsjahr1867

Die GDL-Mitglieder streiken offiziell für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. (jey/dpa)

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